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Welchen Film habt Ihr zuletzt gesehen? Und wie fandet Ihr ihn?

User Beitrag

pounzer

Postings: 696

Registriert seit 24.08.2019

30.06.2026 - 20:54 Uhr
Mel Brooks: The 99 Year Old Man

2-teilige HBO-Doku über das Leben und Wirken von Mel Brooks, zusammengestellt von Judd Apatow. Was für ein beeindruckendes Leben! Ich habe beide Episoden am Sonntag durchgebinget - wie ich später erst erfahren habe, war das Brooks' 100ster Geburtstag. Schönes Ding, jedenfalls.

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Registriert seit 25.09.2014

30.06.2026 - 21:08 Uhr
Anora 6/10
Viel Sex und nackte Brüste, was sich aber nach schnell ganz schön abnutzt. Beide Hauptdarsteller sind äußerst unsympathisch. Weiß nicht so recht, was das sollte.

Gallants22

Postings: 1851

Registriert seit 22.01.2025

30.06.2026 - 21:26 Uhr
Bei Anora haben für mich Igor, Toros und Garnik den Film halbwegs gerettet. Weitaus gelungener fand ich dagegen 'The Florida Projects' von Regisseur Sean Baker.

boneless

Postings: 7352

Registriert seit 13.05.2014

30.06.2026 - 21:39 Uhr
Ja, Anora war über weite Strecken extrem nervig. Erst im letzten Drittel hat Sean Baker dann gezeigt, warum er so gut in dem ist, was er tut. Würde ihn aber auch klar hinter Florida Project, Starlet und auch knapp hinter Red Rocket einordnen.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

30.06.2026 - 21:49 Uhr
Fand „Anora“ total kurzweilig und 8/10.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

30.06.2026 - 21:50 Uhr
Von Baker würde ich übrigens auch den frühen Low-Budget-Film „Take Out“ empfehlen.

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

30.06.2026 - 22:11 Uhr
Sympathie gegenüber Filmfiguren wird eh überbewertet.
So viele "große" und weithin geschätzte Filme scheren sich nicht um Sympathieträger, wie ja auch viele Romane.

Ich bin mir unsicher, ob Florida Project "besser" oder "schlechter" als Anora ist. Sind so enorm verschieden, die Filme wie die Figuren und die Erzählweise.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

30.06.2026 - 22:27 Uhr
@ijb 100 % Zustimmung.

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

30.06.2026 - 22:35 Uhr
Ich hab zuletzt (vorgestern) "Resurrection" gesehen, auch kein Film für Fans von Sympathieträgern. Allerdings auch kein Film für Fans von nachvollziehbaren Erzählungen ;-)
Und kein Film für Fans von verständlichen und logischen Plots. Aber vielleicht für Leute, die einen schnellen, aber langen Ritt durch die chinesische Filmgeschichte sehen wollen, einmal durch den Wolf gedreht. Gut, wenn man wirklich gar keine Ahnung hat, was einen erwartet, daher verrate ich nichts zum Inhalt.

In jedem Fall eine komplett einzigartige Sache. Ist also vor allem was für Leute, die der Meinung sind, es gäbe nichts Neues mehr unter dem (cineastischen) Himmel.

Persönlich gebe ich leider nur 8/10, kann aber jeden verstehen, der das bei 9 oder 10 sieht.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

30.06.2026 - 22:43 Uhr
@ijb Den hatte ich im Winter schon sehen können und gehäre zu der 9-bis-10-Fraktion! :D

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

30.06.2026 - 22:44 Uhr
@Arne
Ja, ich hab mich dunkel an deine Meinung erinnert. Aber leider nicht an Details. Muss ich mal im Thread zurückblättern und suchen.

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Postings: 2583

Registriert seit 25.09.2014

01.07.2026 - 08:24 Uhr
Ok, man braucht nicht unbedingt Sympathieträger, aber die beiden waren über Strecken schon sehr nervig. Igor, Toros und Garnik fand ich auch ganz brauchbar, und die Erkenntnis, dass die Freunde auch nicht so betucht sind, sondern normale Leute.
Was sind denn gute Filme ohne irgendwelche Sympathieträger? Horror vielleicht mal ausgenommen.

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Postings: 2583

Registriert seit 25.09.2014

01.07.2026 - 08:25 Uhr
ok, Resurrection steht ja direkt drüber :D den kenn ich allerdings nicht.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

01.07.2026 - 08:57 Uhr
@Hier stand Ihre Werbung Hab mal kurz durch die Top 250 bei IMDB gescrollt und da sind mir zum Beispiel "American History X", "There Will Be Blood", "No Country For Old Men" und "Rashomon" beim Querlesen als ganz gute Beispiele erschienen. Und ich würde auch sagen, dass mein Lieblingsfilm "A Separation" keinen klassischen Sympathieträger hat. Die jetzt kürzlich erwähnten Filme von Béla Tarr triefen jetzt auch nicht vor menschlichen Vorbildern. Und der hier auch kürzlich von jemandem als bester Film aller Zeiten geadelte "The Conformist" erst recht nicht. Also da findet man schon schnell einige Beispiele.

Unangemeldeter

Postings: 2750

Registriert seit 15.06.2014

01.07.2026 - 09:13 Uhr
Weder A Separation, noch The Conformist je gesehen. Kommen direkt auf die Liste.
Resurrection klingt auch spannend, beim Text von ijb hätte ich niemals gedacht dass da dann ne 8 druntersteht.

Gallants22

Postings: 1851

Registriert seit 22.01.2025

01.07.2026 - 09:26 Uhr
Bei 'No Country For Old Men' empfand ich Tommy Lee Jones als Ed Tom Bell durchaus als Sympathieträger. Bei 'American Beauty' kommt mir dagegen so gar keine Rolle in den Sinn. Am ehesten noch Wes Bentley in der Darstellung des Ricky Fitts. Aber auch dieser Charakter ist für mich kein wirklicher Sympathieträger.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

01.07.2026 - 09:34 Uhr
@Gallants22 Hab auch kurz überlegt, ob Tommy Lee Jones die Funktion hat, also absolut möglich. Hab den seit 18 Jahren nicht mehr geschaut.

fitzkrawallo

Postings: 2035

Registriert seit 13.06.2013

01.07.2026 - 10:39 Uhr
Sympathie gegenüber Filmfiguren wird eh überbewertet.

!

Dazu: Mancher mag vielleicht auch mal jemanden, der ganz klare Makel hat, sympathisch finden (also richtige Menschen).

Evil Dead 2 (5/10)
This Is the End (6/10)
The Handmaiden (7-8/10)
My Father's Shadow (7-8/10)

Letztere beide natürlich in einer ganz anderen Liga als die ersten zwei. Ich weiß schon, dass in "Evil Dead" viel Liebe steckt, aber ich denke, um ihn richtig unterhaltsam zu finden, hätte ich ihn früher im Leben sehen müssen. "This Is the End" amüsiert mich da doch einen Tacken mehr. Den Mubi-Abonnenten möchte ich "My Father's Shadow" ans Herz legen. Sehr eindrücklicher Film, der einen Tag im Leben zweier Söhne und ihres Vaters in einem sich im Umbruch befindenden Nigeria dokumentiert.

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

01.07.2026 - 10:40 Uhr
beim Text von ijb hätte ich niemals gedacht dass da dann ne 8 druntersteht.

Ich fand den objektiv gesehen schon ziemlich groß und ehrfurchtgebietend. Nur ist es halt so, dass vieles davon nicht mein Thema und mein Genre ist. Und dass es ingesamt dann doch eher intellektuell als berührend ist.
Die Perlentaucher-Rezension fasst das vielleicht gut zusamme:
"Resurrection" ist immer dann am besten, wenn er nicht laut darauf hinweist, dass er cinephiles Meta-Kino ist.

Oder auch der "Film-Dienst":
„Resurrection“ ist zu weit von der inneren Form entfernt, die ein Genre und vielleicht sogar das Kino in sich trägt. Stattdessen bekommen die Versatzstücke ihren Platz wie in einem Sammelband zugewiesen; sie bleiben, so schön sie auch strahlen mögen, immer an den Zweck ihrer Ausstellung gebunden.

EPD-Film:
Vieles an »Resurrection« kann man bemängeln, sein Übermaß an Ambition lädt ja auch dazu ein. (...) Trotzdem ist es ein beeindruckendes Werk, ein hypnotischer Trip durch fremde Welten, in denen eben nicht dieselben Ansprüche an schlüssige Narration greifen wie in »vernünftigen« Plots. »Resurrection« folgt ausschließlich seiner traumnahen eigenen Logik, lässt dabei vieles offen und rätselhaft, und nicht alles davon ist auf »produktive« Weise geheimnisvoll.

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

01.07.2026 - 10:41 Uhr

Was sind denn gute Filme ohne irgendwelche Sympathieträger? Horror vielleicht mal ausgenommen.

Warum ausgerechnet Horror ausgenommen? Gerade Horrorfilme basieren meist doch besonders darauf, dass man mit einem/einer Sympathieträger/in (oder einer Gruppe) in den Horror reingezogen wird. Genau das ist dort ja meistens die Grundprämisse.

Ich hatte zwar nicht geschrieben oder gemeint "ohne irgendwelche Sympathieträger", das wäre schon ein bisschen viel. Auch wenn es das sicher ebenfalls gibt, muss man ja nicht gleich so weit gehen.

Nein, ich meine, man muss ja nur mal z.B. in die Oscar-Geschichte gehen, nehmen wir nur mal die "actor"-Kategorie, sagen wir zuletzt "The Brutalist" oder "Oppenheimer", die Rollen von Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Jack Nicholson, Robert DeNiro, Christoph Waltz oder Sean Penn in "One Battle After Another", Anthony Hopkins als "Hannibal Lecter" - also Figuren, die viele faszinierend finden, obwohl sie enorm unsympathisch und / oder nervig sind. Oder auch die Filme von Yorgos Lanthimos, "Parasite", "Birdman"... funktionieren auch gerade durch die Faszination für Figuren, die keine Sympathieträger sind.

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

01.07.2026 - 10:45 Uhr
Und der hier auch kürzlich von jemandem als bester Film aller Zeiten geadelte "The Conformist" erst recht nicht.

ich weiß, wer dieser jemand war...

Wobei "Der Konformist" ja schon auch mit darüber funktioniert, dass man bei der Hauptfigur die ganze Zeit unsicher ist, wie man zu ihr bzw. zu ihm steht, meine ich.
Vielleicht ähnlich wie in einigen anderen Filmen von Bertolucci, Fellini, Antonioni oder auch Pasolini. Also man erkennt sich irgendwie wieder, will das aber nicht so richtig wahrhaben.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

01.07.2026 - 10:49 Uhr
@ijb Ah, spannend! Ich hab den Protagonisten von "Der Konformist" wirklich gehasst, haha.

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

01.07.2026 - 10:53 Uhr
Verstehe ich. Du äußerst dich ja auch, wenn ich das so sagen darf, sehr bewusst und engagiert gegen jede faschistische Färbung, da provoziert der Film bzw. die Figur natürlich ziemlich.

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Postings: 2583

Registriert seit 25.09.2014

01.07.2026 - 11:01 Uhr
Gute Punkte allesamt. Je nach Horror gibts aber auch eine Gruppe von Idioten, die halt irgendwie abgemurkst werden. da ist der Killer noch am sympathischsten.

Ich glaube, was für mich Anora von anderen Filmen ohne direkte Sympathiträger abgrenzt, ist, dass die beiden irgendwie nicht so klar scheiße/unsympathisch sind wie andere Antihelden. Vielleicht macht das den Film ja dann doch noch besser, wenn ich mehr drüber nachdenke..

Birdman (Michael Keaton) hatte ich eh auch sympathisch in Erinnerung, hab den aber nur einmal damals im Kino gesehen.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

01.07.2026 - 11:07 Uhr
@ijb Das ist ein Schuh, den ich mir gerne anziehe, aber ich kann natürlich trotzdem Filme über Faschismus "genießen" und mochte den Film ja auch.

@Werbung Ich finde, das beschreibt ganz gut, warum ich die Filme von Baker mag. Das fühlt sich halt nach Personen an, die real sind und manche Menschen sind anstrengend, opportunistisch, geldgeil, aber eben auch verzweifelt, traumatisiert und verletzlich. Ob man mit solchen Personen (filmisch) Zeit verbringen will, muss natürlich jede Person selbst wissen, aber ich fand da sehr vieles glaubwürdig.

Luc

Postings: 4871

Registriert seit 28.05.2015

01.07.2026 - 11:08 Uhr
Kein Film, sondern eine Serie, aber bei Succession gibt's wirklich nur Ars...er und es ist dennoch "großes Kino" (sic)

Bei Marty Supreme und The Brutalist hab ich meine Sympathiepunkte aber auch nicht wirklich verteilen können und musste sie wieder mit nach Hause nehmen

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

01.07.2026 - 11:13 Uhr
Bei "Birdman" war/bin ich mir auch nicht total sicher, hab den seit dem Kinobesuch damals auch noch kein zweites Mal gesehen, aber ich erinnere mich, dass ich ihn (also sowohl den Film als auch die Hauptfigur, der Film ist ja irgendwie das nach außen gekehrte Innenleben der Figur) als eher nervige, eher wenig sympathischen, von sich selbst eingenommene Künstlertype empfunden habe. Daraus zieht der Film, so weit ich mich erinnere, ja auch einen guten Teil seiner Faszination.

War auf jeden Fall kein klassischer Sympathieträger, wie in den meisten anderen Filmen der Regisseurs. Und ich glaube schon, mich zu erinnern, dass viele damals sagten, der Typ sei super nervig, den Film mochte man aber trotzdem.

Je nach Horror gibts aber auch eine Gruppe von Idioten, die halt irgendwie abgemurkst werden. da ist der Killer noch am sympathischsten.

Klar, das gibt's auch. Sind meist doch aber eher nicht die Filme, die einem dann wirklich in Erinnerung bleiben und was bedeuten, oder?
Welche sympathischen Horrorfilm-Killer fallen dir denn ein?

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Postings: 2583

Registriert seit 25.09.2014

01.07.2026 - 11:45 Uhr
Ok, dünnes Eis. Schaue quasi keinen Horror (zu zart besaitet) und die Sympathie kam jetzt auch nur daher, dass er nervige Personen tötet ;)

Ich gehe nochmal in mich und überlege, was ich an Anora nicht so gut fand. Ihr habt mich aber überzeugt, dass es unsympathische Filmcharaktere gibt, mit denen ich lieber Zeit verbringe.


Puhh, hätte nicht gedacht, dass der ursprüngliche Zweizeiler so viel Resonanz auslöst. Aber zum Glück (ernst gemeint!) gibt es hier ja viele Experten, die sowas dann mal konstruktiv auseinandernehmen wie Lego.

Gallants22

Postings: 1851

Registriert seit 22.01.2025

01.07.2026 - 11:48 Uhr
Arnie Cunningham in Verbindung mit seinem Plymouth Fury 'Christine'!

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

01.07.2026 - 12:03 Uhr
die Sympathie kam jetzt auch nur daher, dass er nervige Personen tötet ;)

Dann hätte dir "Anora" wahrscheinlich besser gefallen, wenn irgendwann einer die beiden um die Ecke gebracht hätte.

Ich fand "Anora" auch so um die 8/10. Ich glaube, mir war's ein wenig zu lang, trat ein bisschen auf der Stelle, und ich fand die "Nervigkeit" der Figuren auch am Ende nicht so ganz produktiv in was überführt, was mir die lange Zeit mit denen schlüssig gemacht hat.

Bei "Marty Supreme" hat das als Gesamtwerk auch auf die Länge deutlich besser funktioniert.

Vive

Postings: 1583

Registriert seit 26.11.2019

01.07.2026 - 17:09 Uhr
red rooms

auf jeden fall sehr interessant erzählt
tolle ruhige kamera
insgesamt etwas arg karg und reduziert
7/10

oldschool

Postings: 1257

Registriert seit 27.04.2015

01.07.2026 - 21:06 Uhr
Obsession

ein junger youtuber, der nun mit weniger als einer Million Dollar seinen ersten Kinofilm dreht. Unkonventionell, fernab von all dem generischen herzlosen Einheitsbrei von der Stange. Unkonventionell mit frischen Ideen!

stimmt das?
klare Antwort: JEIN!

Natürlich merkt man es, dass der Film nicvht nach dem "malen nach Zahlen"-Prinzip entstanden ist und dass hier jemand einfach seine Ideen umsetzen wollte. Ohne dannach zu schauen, ob das beim Publikum ankommt.

Orginell ist deshalb seine "die Geister die ich rief"-Story nicht. Im Gegenteil. Die Story passt auf eine Briefmarke und man hat sie auch schon oft gesehen.Und ab und an hätte es vielleicht doch einen erfahrenen Filmemachen gebraucht, der den jungen Neuling beiseite nimmt und sagt: "Hey, die weibliche Hauptrolle ist etwas überzeichnet, eine Karrikatur wirkt nicht bedrohlich".

Dennoch 110 Minuten gute Unterhaltung, aber nur weil der Junge vorrher auf youtube für seine Innovationen gefeiert wurde, muss man das nicht besser (und nicht schlechter) machen, als es wirklich ist

6,8/10

Vennart

Postings: 1648

Registriert seit 24.03.2014

01.07.2026 - 21:52 Uhr
Ich fand “Anora“ ganz gut, wenn auch bei Weitem nicht so gut wie andere Filme von Baker.
Man kann ja theoretisch bei jedem Film sagen, dass der zu lang sei aber hier war es für mich echt mal der Fall, man hätte locker ne gehörige Portion kürzen können ohne inhaltlich Wichtiges wegzulassen aber das Ganze dafür weniger langatmig zu gestalten.

Zu lang fand ich:
- die erste dreiviertel Stunde, wo Anora und Wanja Sachen erleben und sich nach 15 Minuten alles wiederholt
- die ewige Szene im Haus, wo man auch nach der Hälfte der Zeit verstanden hat, was Phase ist
- die ganze Suche nach Wanja, vor allem die Zeit im Auto

das alles hätte man alle um die Hälfte kürzen können, weil da schnell alles gesagt war und sich da auch dramaturgisch jetzt nichts zugespitzt oder verdichtet hat.

Die ca. letzte halbe Stunde fand ich aber auch sehr packend.

VelvetCell

Postings: 10387

Registriert seit 14.06.2013

03.07.2026 - 09:53 Uhr
Bezüglich Obsession:

"Den Produktionskosten des Films in Höhe von 750.000 US-Dollar stehen weltweite Einnahmen aus Kinovorführungen von 371,2 Millionen US-Dollar gegenüber."

Das ist dann schon recht bemerkenswert.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

03.07.2026 - 09:57 Uhr
Also Horror ist ja sowieso eines der gewinnbringendsten Genres, wenn alles zusammenfällt und vor allem ziemlich verlässlich. Find's auch krass zu sehen, dass nach dem Erfolg von "Backrooms" und wahrscheinlich auch ein bisschen "Iron Lung" diese Woche gleich zwei große Internet-Horroradaptionen öffentlich gemacht wurden. "Siren Head" und auch "The Mandela Effect", wo scheinbar sogar Spielberg beteiligt sein wird. Da liegt halt a) Geld und vor allem gehen b) dafür auch Gen Z und Alpha ins Kino.

oldschool

Postings: 1257

Registriert seit 27.04.2015

03.07.2026 - 10:05 Uhr
Bezüglich Obsession:

"Den Produktionskosten des Films in Höhe von 750.000 US-Dollar stehen weltweite Einnahmen aus Kinovorführungen von 371,2 Millionen US-Dollar gegenüber."

Mehr als 75000 braucht man für einen Film auch nicht, der fast nur Zuhause, bei Freunden oder im Verkaufsraum spielt. Es ist fast schon eine Kunst, dass Hollywood für den gleichen Film 20 Millionen ausgegeben hätte. Wahrscheinlich alleine 5 Millionen fürs Drehbuch, das 8mal überarbeitet wird und am Ende total generisch wäre. Aber so schnell kommt Hollywood da nicht mehr raus. Es fehlt an Mut und Innovation. Lieber der 4. Reboot von Superman!

Nummer Neun

Postings: 1447

Registriert seit 14.06.2013

03.07.2026 - 10:16 Uhr
@oldschool: Bei solchen Produktionskosten ist es auch einfacher, auf Mut und Innovationen zu setzen. Wenn einer von zehn solcher Filme funktioniert, rechnet sich das.

Bei den großen Blockbuster Produktionen ist es schwieriger, da kann man sich kaum einen Flop leisten und geht deshalb auch nur bedingt ins Risiko.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

03.07.2026 - 10:52 Uhr
Schaffe momentan leider viel weniger Filme als sonst, aber wenigstens mal zwei kleine Highlights:

There's Still Tomorrow (C'è ancora domani) (2023) Paola Cortellesi

Cortellesi hat am Drehbuch mitgeschrieben, Regie geführt und spielt die Hauptrolle in diesem Film, der kurz nach dem Fall des Faschismus das Leben von Frauen in Rom zeigt und mit formeller und visueller Kreativität eine feministische Geschichte erzählt. Das Ende war eines meiner liebsten in jüngerer Vergangenheit und hat mich sehr berührt. 8/10

See No Evil (1971) Richard Fleischer

Dieser Horror-Thriller mit Mia Farrow trägt in Deutschland den furchtbar albernen Titel "Stiefel, die den Tod bedeuten", hat aber ein großartig inszenierte erste Hälfte, mit einer seit kurzem blinden Protagonistin. Die zweite Hälfte mit der Auflösung ist zwar auch gut, aber gerade der Spannungsaufbau in den ersten 45 Minuten ist fantastisch. 7,5/10

oldschool

Postings: 1257

Registriert seit 27.04.2015

03.07.2026 - 17:02 Uhr
@Nummer Neun: aber bei den großen Produktionskosten gibt es dennoch immer mehr Flops, weil die Leute keinen Bock auf genersiche Einheitskost haben. So ist im Comicbereich gerade MAsters od the Universe und Supergirl zu recht gnadenlos gefloppt. Man wollte so nach und nach wohl alle Comiochelden nochmal durch die James-Gunn-Masche drehen und statt wie früher "noch düsterer" allen Filmen diese lächerliche Guardians-of-the-Galaxie-Klamaucknote verpassen. Hat einmal geklappt, klappt imemr? Tja...wohl nicht ganz. Die Leute haben keinen Bock mehr auf Malen nach Zahlen

DerMeister

Postings: 2736

Registriert seit 22.06.2013

03.07.2026 - 21:57 Uhr
Juni Top 10:

01. Legend of the Mountain (1979, King Hu)
02. Peasant Symphony (1944, Henri Storck)
03. The Graceful Brute (1962, Yuzo Kawashima)
04. Women Are Born Twice (1961, Yuzo Kawashima)
05. Lovers Rock (2020, Steve McQueen)
06. Hibiscus Town (1986, Xie Jin)
07. Terzen (1998, Ute Aurand)
08. Halbmond für Margaret (2004, Ute Aurand)
09. Brutal Ardour (1978, Manuel Huerga)
10. A Chat (2021, Wang Xide)
oder
10. Viet and Nam (2024, Truong Minh Quy)

Vive

Postings: 1583

Registriert seit 26.11.2019

04.07.2026 - 09:16 Uhr
prisoners

wenn man ihn schon kennt, sieht man ihn ein bisschen anders.
beim ersten mal kickt er schon am krassesten.
auf jeden fall heftiger film.
8/10

Gallants22

Postings: 1851

Registriert seit 22.01.2025

04.07.2026 - 09:37 Uhr
@vive
Ich bin sogar bei einer 9/10. Ein äußerst intensives Seherlebnis bis zum Schluß.

Enrico Palazzo

Postings: 10094

Registriert seit 22.08.2019

04.07.2026 - 10:11 Uhr
Ich finde den ja deutlich zu drüber hinten raus. Einfach too much.

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

Postings: 20440

Registriert seit 10.09.2013

04.07.2026 - 10:35 Uhr
Ja, ist leider eine gute Ecke schwächer als das koreanische "Original" "Memories of murder".

Gallants22

Postings: 1851

Registriert seit 22.01.2025

04.07.2026 - 10:40 Uhr
Ich versuche mich bis grade jetzt an 'Der Astronaut'. Da der Film mich auch nach einer Stunde nicht abholt versuche ich mich jetzt an 'Memories Of Murder'. Hoffentlich bestätigt sich Marvins Urteil.

Ralph mit F

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion (Ralf Hoff)

Postings: 914

Registriert seit 10.03.2021

04.07.2026 - 13:40 Uhr
Prisoners basiert auf Memories of Murder? Den Link hatte ich nicht auf den Schirm, how? Sind aber beides starke Filme.

Arne L.

Postings: 3884

Registriert seit 27.09.2021

04.07.2026 - 13:45 Uhr
Ich wusste auch nicht, dass die Filme irgendeinen Zusammenhang haben.

Spinnefink

Postings: 2183

Registriert seit 25.05.2022

04.07.2026 - 13:54 Uhr
"Prisoners basiert auf Memories of Murder?"

Tut er nicht. Es gibt die eine oder andere Parallele, aber auch zig Unterschiede. Beides sind großartige Thriller, das ist die größte und wesentliche Gemeinsamkeit.

ijb

Postings: 8653

Registriert seit 30.12.2018

04.07.2026 - 13:58 Uhr
Das wohl auch eher nicht. Es gibt m.W. keine Hinweise, dass Prisoners direkt auf Memories of Murder basiert oder offiziell von diesem inspiriert wurde. (Oder hat da jemand eine belastbare Quelle?)

Die Ähnlichkeiten liegen eher in Ton, Themen und psychologischer Herangehensweise als in einer direkten Vorlage.

Durchaus gibts natürlich auffällige Gemeinsamkeiten: das Verschwinden bzw. die Ermordung von Kindern / im Mittelpunkt Ermittlungen, die von Frustration, Sackgassen und moralischen Grauzonen geprägt sind / beide hinterfragen, wie weit Menschen gehen, wenn sie verzweifelt nach Antworten suchen, wie Ermittlungen Menschen verändern und wie Ungewissheit und Besessenheit im Vordergrund stehen. Und beide bauen in langsamem Erzähltempo eher auf Spannung, Atmosphäre und psychologische Tiefe als auf klassische Action.

Während Prisoners ein fiktionaler Thriller ist über einen Vater, der einen Verdächtigen entführt und foltert, basiert Memories of Murder in einer dokumentarischer inspirierten Erzählweise lose auf den tatsächlichen „Hwaseong serial murders“, einem der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle Südkoreas.

Spinnefink

Postings: 2183

Registriert seit 25.05.2022

04.07.2026 - 14:18 Uhr
Ja, sehr gut zusammengefasst.

"das Verschwinden bzw. die Ermordung von Kindern / im Mittelpunkt Ermittlungen, die von Frustration, Sackgassen und moralischen Grauzonen geprägt sind / beide hinterfragen, wie weit Menschen gehen, wenn sie verzweifelt nach Antworten suchen, wie Ermittlungen Menschen verändern und wie Ungewissheit und Besessenheit im Vordergrund stehen. Und beide bauen in langsamem Erzähltempo eher auf Spannung, Atmosphäre und psychologische Tiefe als auf klassische Action."

Das sind natürlich häufig Themen derartiger Thriller, die eher psychologisch und weniger auf Action ausgerichtet sind, wie du ja auch anmerkst. Sprich: das ist jetzt keine Besonderheit dieser beiden Filme, sondern allgemein des Genres.

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