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peter73
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21.01.2025 - 07:57 Uhr
Challengers fand ich ziemlich underwhelming; Zendaya ist einfach eine miese Schauspielerin und mehr als eine 3 (oder 4?) /10 hab ich da auch nicht für den Streifen übrig gehabt
gestern mal wieder
The Straight Story (1999; David Lynch)
9/10
in so einer Welt leben wir heute leider nicht mehr. |
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ijb
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21.01.2025 - 08:44 Uhr
@Sweet Nothing
Ja, cool, sehr interessant. Ich hab Ozons "Swimming Pool" damals gesehen, als er rauskam, seither nicht mehr. Daher ist mein Eindruck nach all den Jahren sicherlich nicht vollkommen hieb- und stichfest. Ich schätze Ozon prinzipiell sehr, auch wenn ich bei ihm interessant finde, dass manche Filme großartig sind, andere katastrophal. Zuletzt war der Totalausfall "Peter von Kant" wirklich ein Ärgernis, wie ich es selten im Kino erlebe. "Swimming Pool" ist sicher besser, als ich ihn in Erinnerung habe, und irgendwann muss ich Guadagninos Beitrag in jedem Fall nachholen; die Besetzung ist toll, und was er im Gespräch mit Marc Maron erzählte, fand ich auch hochinteressant.
Bei "Challengers" kann ich vollauf nachvollziehen, dass man den Käse findet, und ich muss ohne Zögern zugeben, dass mich selbst ein wenig überrascht hat, dass ich den nicht langweilig und doof fand, denn in der Tat, wie du auch schreibst, gibt es da genügend Aspekte, die mich sonst vergleichbare Filme eher kritischer sehen lassen, und ich hatte auch recht wenig von dem Film erwartet, hab ihn dann aber in Bologna im Kino gesehen. Insgesamt kommt der Film bei mir recht positiv weg, weil ich es sehr bemerkenswert fand, wie freimütig L.G. hier sein Können in einen mainstreamigen Film packt, sich dafür nicht zu schade ist, einfach mal auf den Putz zu hauen und einem breiteren Publikum eine gute Zeit zu schenken. Die Musik trägt sicher auch maßgeblich dazu bei, dass ich dem Film so wohlgesonnen war. (Mich als alten NIN/Reznor-Fan hatte zuvor schon ein wenig gelangweilt, wie sich Reznor&Ross in ihren Soundtracks häufig auf die immer wieder gleichen Elemente bequemt hatte, und da war/ist "Challenger" so eine tolle, freie Kehrtwende.)
Zendaya ist mir abseits von dem Film nicht bekannt (gewesen), und ich finde sie auch nicht wahnsinnig interessant - sogar nicht mal wirklich gut gesetzt in dem Film - aber ich finde auch die beiden Typen nicht wirklich interessant, sondern eher ein bisschen nervig. Aber gerade daraus, dass die drei Hauptfiguren nie zu Sympathieträgern werden, zieht der Film ja einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Faszination. Das Ganze ist als Konstruktion sehr offensichtlich und daher eher recht künstlich. |
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ijb
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21.01.2025 - 08:48 Uhr
Bei "Queer" bezieht sich meine Kritik tatsächlich primär auf das Setdesign, das für mich nicht lebendig wirkt, sondern eher wie eine bewusst artifizielle Bühnenwelt.
Auf jeden Fall :-)
Das hatte ich schon so verstanden; und wie gesagt, das "bewusst artifizielle" passt für mich damit eben ganz gut in Guadagninos Werk. Er zieht aus dieser Art der Inszenierung zwischen den natürlicheren und künstlicheren Aspekten immer wieder interessante Reibungsflächen. Daher bleibe ich bei seinen Filmen auf die eine oder andere Weise tatsächlich immer eher distanzierter Betrachter als emotional angesprochen im Sinne von Identifiktionsfiguren. Nachdem ich viele seiner Filme gesehen habe, ist mir klar geworden, dass das Absicht ist, kein Mangel. |
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fuzzmyass
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21.01.2025 - 10:05 Uhr
Hmmm, das Schlechtgerede von Zendaya überrascht mich etwas... fand sie war eher einer der positiven Elemente in einem recht okayen, aber nicht sehr guten Film... Soundtrack war natürlich fantastisch |
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kingsuede
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21.01.2025 - 23:22 Uhr
O que arde von Oliver Laxe (2019)
Schöner kurzer 85minütiger Langspielfilm aus Galicien. Brandstifter Amador Coro kehrt aus der Haft wieder zurück und zieht zu seiner Mutter in das heimische galicische Bergdorf. Selbstverständlich wird er misstrauisch beäugt, und man wartet als Zusehender auf das kommende, sich langsam anbahnende Unheil.
Wundervolle Aufnahmen der einsamen Landschaft runden die kleine Geschichte ideal ab.
7,5/10 |
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Vive
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22.01.2025 - 19:06 Uhr
silver linings
was der film versucht, schafft er einfach überdurchschnittlich gut. |
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Gallants22
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22.01.2025 - 20:38 Uhr
'The Straight Story' von David Lynch. Sein Bester meiner Meinung nach. |
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sweet nothing
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22.01.2025 - 22:44 Uhr
Oh das ist mal ein schönes Statement, das ich glatt unterschreibe :) |
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kingsuede
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22.01.2025 - 22:49 Uhr
High Life von Claire Denis (2018)
8/10 |
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ijb
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22.01.2025 - 23:04 Uhr
"A Real Pain" von Jesse Eisenberg
Souveränes Regiedebüt, scheinbar simpel, aber total vielschichtig und reich.
Ich schaue ja doch sehr viele Filme, und so im direkten Vergleich fällt plötzlich auf, wie (über-)lang die meisten Filme mittlerweile sind, und wie häufig einfach noch dies und das und jenes auch ncoh reingesteckt wird, bis Filme im Kino in den allermeisten Fällen groß und einzigartig und ganz besonders zu sein haben... und dann sieht man so einen kleinen, sehr einfachen Film von unter 90 Minuten und ist auf einmal fast überrascht, dass das ja auch geht. Und keineswegs weniger Wert ist.
Starker Film. |
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Matjes_taet
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22.01.2025 - 23:20 Uhr
@ijb
Was dieses Lauflängen-Aufgeblase soll verstehe ich auch nicht. Ich habe aufgrund dessen zuletzt auf viele gefeierte Filme verzichtet, die mich im Normalfall interessiert hätten.
Und den zuletzt gesehenen 3-Stündern ("Oppenheimer", "John Wick 4") hätte eine großen Schere auch jeweils gut getan.
Gestern "The Substance" gesehen. Nicht schlecht, aber auch hier das Gefühl der hätte viel knackiger sein können. |
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sweet nothing
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23.01.2025 - 08:01 Uhr
@ijb:
Zunächst einmal ist "A Real Pain" nicht Jesse Eisenbergs Regiedebüt, das war "When You Finish Saving the World" - und leider kann ich auch deine Einschätzung zum Film nicht wirklich teilen. Ich hab mich beim Schauen ziemlich gelangweilt. Trotz des interessanten Ansatzes ist die Ausarbeitung unzureichend und das Drehbuch schwach. Den Figuren fehlt es an Tiefe, und die Botschaft des Films bleibt vage. Die Themen wie Schmerz und zwischenmenschliche Beziehungen werden angeschnitten, aber nicht tief genug erforscht, was den Film fragmentiert wirken lässt.
Klar, Eisenberg könnte es dem Zuschauer überlassen wollen, diese Fragmente selbst zu füllen, was ja grundsätzlich keine so schlechte Idee ist. Aber in diesem Fall bleibt der Film zu oberflächlich, um wirklich zum Nachdenken anzuregen oder eine tiefere Verbindung zu den Themen herzustellen. Wenn der Film so viel Raum für Interpretation lässt, muss er zumindest mit stärker ausgearbeiteten Charakteren und einer klareren Erzählstruktur punkten – und genau da fehlt es. |
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Vive
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23.01.2025 - 08:25 Uhr
Ich finde ja Eisenberg einen der nervigsten Schauspieler, die momentan zu sehen sind. Sobald ein Film ihn als lead hat, bin ich schon weg und will das gar nicht sehen. Immer dieses fahrige und hibbelige Gehabe, furchtbar. |
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ijb
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23.01.2025 - 10:04 Uhr
@sweet nothing
Ah, okay. Ja, ich bin tatsächlich kein Freund von Filmen mit Botschaft. Hätte er die, wäre das für mich wiederum eher ein Kritikpunkt.
Hab "A Real Pain" gestern im Kino quasi komplett entgegengesetzt zu dir erlebt, auch wenn ich die Kritik der etwas "oberflächlichen" Charaktere bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann (finde aber nicht, dass es/er dabei stehen bleibt, die Cousins werden trotz der recht einfachen Charakterisierung sehr lebendig). |
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sweet nothing
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23.01.2025 - 10:14 Uhr
Hmm, ich wollte damit nicht suggerieren, dass ein Film unbedingt eine Botschaft braucht. Nein, das muss überhaupt nicht sein. Aber dieser Film ist für mich ein Sammelsurium von Fragmenten ohne klare Richtung, und trotz der kurzen Laufzeit fand ich ihn einfach langweilig.
Vielleicht war mein Rant vorhin ein bisschen zu grob, aber ich hab mich einfach geärgert ob der vielen Lobeshymnen. Mancherorts gab es sogar Verweise zum quasi Schwesterfilm "Treasure" von Julia von Heinz, der meiner Meinung nach noch viel schlechter ist als das Werk von Jesse Eisenberg. Aber ja, so ist das eben manchmal - man springt auf gewisse Dinge an und auf andere eben nicht. Sorry, ich wollte kein Seherlebnis schmälern. Ich und meine Begleitung haben hinterher jedenfalls scherzhaft befunden, dass Eisenbergs Film "a real pain in the..." ist - aber ganz so schlimm ist er dann in Wahrheit auch wieder nicht. 6/10 vielleicht im Bewertungskosmos, weil es eben auch noch viel, viel schlimmere Filme gibt als diesen. |
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Arne L.
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23.01.2025 - 12:44 Uhr
Mir hat es in "A real pain" gar nicht so sehr an Tiefe gefehlt. Ich fand die Figur von Kieran Culkin eigentlich sogar ziemlich interessant, weil wenn man mit ihr nur ein paar Minuten verbringt, man ja den Eindruck haben könnte, dass jemand da mit Leichtigkeit durchs Leben geht und durch die nonchalante Art alles in seinen Schoß fällt und je mehr Zeit man mit ihm verbringt und so weiter und sofort ohne Spoiler. Find ihn jetzt auch nicht besser als 7/10, aber gelangweilt hab ich mich nicht. Fand da ein paar Anstöße zu Erinnerungskultur und -tourismus auch noch ganz cool. |
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Luc
Postings: 4678
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23.01.2025 - 13:00 Uhr
Mit Siebzehn 9/10
Wunderbarer Film von André Techiné über zwei Jungen, die sich offensichtlich nicht leiden können und daher laufend verprügeln, dann aber über ein Jahr hinweg (der Film ist in drei Trimester unterteilt) ihre Zuneigung zueinander entdecken.
Das ist so wunderbar leicht inszeniert, dass man einfach durch den Film hindurchschwebt (wie Straight Story - mein Nr. 1 Lynch).
Die beiden Jungen sind herovrragend und werden dennoch von Sandrine Kiberlain als Mutter nahezu in den Schatten gestellt.
Terri 8/10
Ein schöner Coming of Age Independent-Film, 2011 beim Sundance Filmfestival uraufgeführt.
Der 15 jährige stark übergewichtige, depressive Terri ist in der Schule (natürlich) ein Außenseiter. Dann nimmt der Schulrektor (John C. Reilly) sich seiner an.
(auf Filmfriends als OmdU verfügbar)
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peter73
Postings: 3777
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23.01.2025 - 14:17 Uhr
The Dead don´t Hurt
4/10
Hier hat Mr. Mortensen (zu) oft seine filmische Vergangenheit zitiert, ohne dem Film dabei gut zu tun. Der ist auch ohne sein Zutun (wobei Viggo ja hier fast alles gemacht hat) völlig zerfahren, manchmal beinahe lustlos (Mann reitet minutenlang slow-slow durch die Botanik. Und nochmal. Und nochmal!) - und um das ganze abzurunden zeitlich heillos durcheinander, voller Folgefehler (man achte nur auf das Pferd) und den so typischen Westernbildchen. Krieg, Romanze und MeToo so nebenbei, ähm ja. keine Ahnung wer sich diesen Western ansehen soll? Vicky Krieps ist dann für mich auch kein Argument mehr, die mochte ich auch noch nie.
Die vier Punkte dann wohl aus Sympathie für Viggo, Anfang & Ende. |
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Luc
Postings: 4678
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23.01.2025 - 15:17 Uhr
Einen richtig schlechten Film kann ich auch noch in die Waagschale werfen ;-)
The January Man (Im Zeichen der Jungfrau) 4/10 (wohlwollend)
Beim Vorspann freut man sich noch, wer da alles mitspielt (Kevin Kline, Susan Sarandon, Harvey Keitel, Mary Elizabeth Mastrantonio, Danny Aiello, Rod Steiger, Alan Rickman) und wie lange es dauert, bis der erste unbekannte Name auftaucht und dann kommt dabei nur ein vollkommen vermurkster, absolut blödsinniger Thriller, bei dem aber auch gar nix passt.
Höhepunkt der lächerlich konstruierten Story ist dann ein aus dem Hut gezauberter Täter, dessen Gesicht man noch nicht einmals richtig zeigt (Hauptsache ein Schwarzer? Und das war das Genie, das 12 Morde sorgfältigst geplant und durchgeführt hat?).
Wie der Filmdienst auf die wohlwollende Bewertung (Spannender Kriminalfilm um einen genialen Polizisten und liebenswerten Außenseiter) kam, erschließt sich mir nicht (und das ist bei mir und dem Filmdienst selten). |
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ijb
Postings: 7678
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23.01.2025 - 19:12 Uhr
@sweet nothing
Haha, nein ganz so sensibel oder unsicher bin ich sicher nicht, dass das Hören/Lesen einer anderen Meinung mein Seherlebnis schmälern würden täte. Ich weiß, dass manch einer hier im Forum das so empfindet, selbst bei Lieblingsalben/-bands, die einen seit dem letzten Jahrhundert begleiten. Mir ist das ehrlich gesagt ein bisschen ein Rätsel, wie man als erwachsener Mensch sich seiner eigenen Vorlieben und Meinung so unsicher sein könnte, dass eine konträre Sicht einen da so trifft, dass das eigene Meinung als mies gemacht erlebt.
Also bitte, kein Grund zur Entschuldigung. :-) Mich hat der Film sehr gut unterhalten, und er hat mich auch echt berührt; ich fand die Passage im KZ souverän gelöst. Ich fand die Musikauswahl und die Musikeinsätze mit den ganzen Chopin-Stücken eine tolle Idee und Umsetzung, die den richtigen Ton zwischen Ernst und Heiterkeit trifft. Ich hab auch die Charakter nicht als oberflächlich erlebt, gebe aber zu, dass ich mich zwischendurch auch mal kurz gefragt hab, ob die starke Typisierung der Figuren eigentlich ein bisschen zu flach ist, aber dann kamen doch immer wieder feine Kontraste und Wendungen in der Charakterausgestaltung, sowohl szenisch als auch dialogisch wie auch in den Verhältnissen zueinander, es gab immer wieder Erzählelemente, bei denen ich sehen konnte, wie man die viel plumper und althergebrachter hätte erzählen können, wo dann aber das Drehbuch und die Regie souverän Klippen zu umfahren wusste. Oftmals dachte ich, ich wüsste, wie eine Szene oder Sequenz enden oder weitergehen oder wie sich die Figuren entwickeln würde/n - und wurde dann überrascht, dass es kam war als gedacht. Ich fand auch total stark, dass Buch und Regie nicht, wie ich vergleichbaren Filmen, alles sauber beantwortet und abgeschlossen hat und damit die Figuren und ihre Beziehungen unnötig banalisiert hätte (schlechtes Gegenbeispiel hier: "The Outrun", wo komplette alle Rückblenden die gesamte Gegenwarts-Erzählhandlung erklärbarmäßg banalisieren).
Insgesamt kam mir den Film nicht besonders fragmentarisch vor, sondern als absolut runde Sache. Und zum Thema Botschaft fand ich eben auch toll, dass Eisenberg sich hier nicht, US-typisch, auf eine message einfährt, sondern eine wunderbare Vielfalt an kleinen, sehr menschlichen Momenten und Fragen anhand dieser heiteren kleinen Tour und der Begegnungen zwischen Figuren und zwischen Kulturen und Ländern anreißt, die letztlich alle schön zusammengehen.
Lobeshymnen hatte ich übrigens bislang nicht wirklich wahrgenommen. Vielleicht war das ein Vorteil für mich. Bei "Treasure" hingegen schon eher, aber da ich die anderen Filme der Regisseurin (also die, die ich gesehen habe) doch eher so beurteilen würde wie oben dein Urteil über "A Real Pain", also eher schwach, hab ich "Treasure" am Ende nicht gesehen. Offenbar gehen da die Meinungen stark auseinander. Mein Eindruck ist, dass da (bei "Treasure" und bei Julia von Heintz im Allgemeinen) ein viel stärkerer Mainstream-Anspruch dahinter steht - wie wohl auch bei "The Outrun", was für mich die Erklärbär-Nummer, nun ja, erklärt. Eine größere erzählerische Offenheit und mehr im Kopf des Zuschauers entstehen zu lassen, sondern lückenlos auf alles sauber erklärte Antworten zu geben, ist halt die mainstreamigere Methode mit klarer Botschaft von "The Outrun". Sage ich jetzt mal bemüht wertfrei; hat ja beides seine Berechtigung. Mir ist die leisere Variante wie in "A Real Pain" näher. Das berührt mich mehr; und da bleibt mir auch mehr hängen.
Ach ja, heute wurde "A Real Pain" für den Drehbuchoscar nominiert. |
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sweet nothing
Postings: 2627
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23.01.2025 - 21:51 Uhr
Danke für deine ausführliche Antwort, ijb! Ich hab grad gar nicht so viel Zeit, aber kurz möchte ich natürlich noch drauf antworten. Mir war beim Schreiben meines ersten Kommentars schon bewusst, dass meine Meinung zu "A Real Pain" recht stark gegen den Strich gebürstet ist. Ich hab den Film ja noch am 31.12. gesehen, also gerade noch im alten Jahr, und hatte im Vorhinein eher wenig darüber gelesen - abgesehen von der Filmdienst-Kurzkritik und dem Rotten Tomatoes-Spiegel, der "damals" schon bei 95% Zustimmung lag. Im Nachhinein bin ich dann natürlich auch auf einige der Lobeshymnen gestoßen, die mich ehrlich gesagt etwas überrascht haben. Und ja, nachdem ich zuletzt die Golden Globes gesehen habe, war mir nach der Drehbuch-Nominierung dort eigentlich schon relativ klar, dass es auch für eine Oscar-Nominierung reichen wird - also keine Überraschung für mich ;)
Ich freue mich ehrlich gesagt für jeden, der den Film anders wahrgenommen hat als ich - und es sind ja offensichtlich einige, die das konnten. Und nachdem du ja bereits in deinem Posting von heute Morgen geschrieben hast, dass du so ziemlich alles konträr zu meiner Sichtweise empfunden hast, hab ich gar nicht mehr damit gerechnet, dass du das nochmal so detailliert erläuterst. Danke auch nochmal dafür. Nur leider konnte sich dieses positive Gefühl bei mir eben nicht einstellen.
Möglicherweise hat bei mir schlicht das Momentum nicht gepasst - es wäre ja nicht das erste Mal, dass ich bei einer zweiten Sichtung plötzlich einen Film besser oder sogar ganz anders wahrnehme. Ich gebe aber zu, dass ich das bei "A Real Pain" ein bisschen bezweifle. Ich habe mich schon bei der ersten Sichtung bemüht, dem Film etwas abzugewinnen, aber der Funke ist einfach nicht übergesprungen. Vielleicht hat mich auch die Bezeichnung "Comedy-Drama" auf eine falsche Fährte geführt, und ich habe etwas anderes erwartet. Vielleicht mehr etwas in Richtung Payne, keine Ahnung.
Ich bilde mir ein, auch Schwächen im Pacing ausgemacht zu haben, und ja, auch die Musik konnte ich offenbar nicht so wertschätzen wie andere. Klar, Chopin. Aber für mich wirkte das Ganze dadurch fast schon zu gewollt pseudo-tiefgründig, ohne dass der Film tatsächlich so tief geht, wie er vorgibt. Aber ich will das gar nicht mehr weiter vertiefen, weil ich vielleicht an dem Tag überhaupt nicht in der Stimmung für so eine Art Film war. Ich denke wir können es fürs Erste mal so stehen lassen, dass wir diesen Film unterschiedlich wahrgenommen haben. Vielleicht küsst mich ja doch irgendwann noch die Muse, und ich wage mich an eine zweite Sichtung. Aber ich freue mich, wie gesagt, dass der Film für dich (und viele andere) offenbar so gut funktioniert hat :) |
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sweet nothing
Postings: 2627
Registriert seit 04.11.2014
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23.01.2025 - 21:52 Uhr
Ja, und aus kurz wurde nun doch wieder lang :D |
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sweet nothing
Postings: 2627
Registriert seit 04.11.2014
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23.01.2025 - 23:50 Uhr
So, jetzt nehm ich mir doch noch ein bisschen Zeit, um auf die restlichen Punkte einzugehen - aber nun weniger in Bezug auf "A Real Pain" Vor allem in Bezug auf "abgerundete Messages" und "vollständig durcherzählte Geschichten" muss ich sagen, dass du bei mir völlig offene Türen einrennst. Für mich sind solche klaren Erzählstrukturen und fertigen Antworten auf alles überhaupt nicht der Anspruch, den ich an Filme stelle. Wenn du meinen Filmgeschmack und meine Lieblingsfilme auch nur ansatzweise kennen würdest, dann würdest du schnell merken, dass ich genau das oft eher als ein Hindernis empfinde. Ich schätze Filme, die nicht alles vorgekaut liefern, die nicht in jeder Szene genau erklären, was passiert oder was etwas bedeutet. Das muss nicht immer ein Fragmentarisches sein, aber diese vollendete Erzählung, die dir keinen Raum lässt, selbst zu denken oder zu fühlen, ist in den meisten Fällen auch nicht mein Ding.
Ich kann es auch total nachvollziehen, was du an "The Outrun" kritisierst - gerade in Bezug auf die "Erklärbär"-Nummer - gute Bezeichnung :D
Da hast du recht, dass der Film oft nicht tiefer in die komplexen emotionalen Zustände der Figuren eintaucht und vieles dann doch recht einfach und glatt abgehandelt wird. Trotzdem hat er mir damals gut gefallen, weil er, wahrscheinlich im Gegensatz zu "A Real Pain", genau das richtige Momentum bei mir hatte. Ich hatte Lust auf einen ruhigen und optisch anspruchsvollen Film, und das hat er mir geboten. Besonders die Mischung aus Stimmung, Landschaftsbildern und Musik haben wunderbar harmoniert und die ruhige, introspektive Auseinandersetzung mit Sucht und Heilung schön untermalt. Und natürlich war da auch noch Saoirse Ronan :). Deinen Kritikpunkt kann ich aber wie gesagt dennoch voll und ganz nachvollziehen. Aber bei Filmen geht’s eben oft auch um die eigene Stimmung und wie diese gerade mit der im Film zusammenpasst. Manchmal geht’s halt mehr um das, und weniger um lineare Erzählstrukturen mit komplett vorgegebenen Messages vs. komplexer Geschichten mit weitläufigen Interpretationsspielräumen. Was für den einen vielleicht zu wenig Tiefgang hat, kann für den anderen genau das Richtige sein. Ich denke, das sollte man in solchen Diskussionen nicht vergessen, denn letztlich macht es die Vielfalt im Kino aus, dass jeder Film für einen anderen etwas ganz anderes bedeutet. Aber da laufe ich jetzt sehr wahrscheinlich bei dir offene Türen ein ;) |
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Unangemeldeter
Postings: 2163
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24.01.2025 - 04:55 Uhr
Nickel Boys. Bin gerade in NYC wo man den Film schon seit Dezember sehen kann, in Deutschland hat der glaube ich ja noch gar keinen Termin für den Kinostart.
Extrem spannend inszeniert und gefilmt, in großen Teilen aus der Ego-Perspektive wechselnder Charaktere, und ständig von Montagen und Extrem-Nahaufnahmen unterbrochen. Der Soundtrack besteht großteils aus Field Recordings und Geräuschen die von frühen GY!BE-Alben stammen könnten. Die Geschichte der zwei Jugendlichen, die in den 60ern in einer sadistischen Jugendanstalt erwachsen werden, wird non-linear anhand von Traumata und Assoziationen erzählt, ständig mischen sich Gegenwart und Vergangenheit, eigenes Erleben und Dokumentation. Der Film verweigert sich bis auf eine Schlüsselszene gegen Ende komplett jeglicher Spannung und zerstückelt und würgt mutwillig alle Handlungsbögen ab - wie angefangene Erinnerungen, die zu schmerzhaft sind, als dass man sie noch einmal ganz durchleben kann.
Vieles ist großartig gelungen und wird sicher lange bei mir bleiben, aber ich habe mich schon gefragt wie es Zuschauer:innen geht, die die Romanvorlage nicht gelesen haben - ich bin mir nicht sicher ob sich einem dann mehr als nur die Kernhandlung rund um die zwei Hauptfiguren erschließt. Das geht durchaus auch zulasten der Intensität, aus dem Stoff hätte man mit einer "klassischeren" Inszenierung sicher einen enormen Gänsehaut&Tränen-Brocken machen können. Durch die Fragmentierung und die fast schon radikale Lösung von Handlung und von Einzelschicksalen schafft der Film aber eine viel universellere Aussage, bzw. einen viel weiteren Blick auf die black experience. Ich finde es ja großartig wenn das Kino auch bei solchen großen Produktionen sich was traut und abgetreten Pfade verlässt - unbedingte Empfehlung von mir, auch wenn ich ihn selber nur so mit 8/10 bewerten würde. |
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sweet nothing
Postings: 2627
Registriert seit 04.11.2014
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24.01.2025 - 08:22 Uhr
Ah, auf den freu ich mich auch schon! Aber ja, schade, noch kein Starttermin… Schöne Zeit noch in NYC :) |
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boneless
Postings: 6781
Registriert seit 13.05.2014
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24.01.2025 - 12:38 Uhr
Old
Ah, was für eine Grütze. Das ein derat mieses Drehbuch noch Interessenten anlockt, ist schon lustig. So gut wie alles an diesem Film ist einfach furchtbar: Look, Schauspieler, die Dialoge (!), diese schreckliche Kamerarbeit, grässliche Schnitte, unsympathische und komplett egale Charaktere. Ironisch ist aber, dass ich den Twist am Ende eigentlich ganz gut fand, der ja wiederum von anderen als enttäuschend beschrieben wurde. Reißt natürlich keine Bäume aus, aber bewahrt Old knapp vor der Vollkatastrophe. 3/10 |
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sizeofanocean
Postings: 1926
Registriert seit 27.01.2020
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24.01.2025 - 12:45 Uhr
Blink Twice | 6/10
Prämisse/Ausgangssituation komplett Banane, aber insgesamt ist der schon cool gemacht. |
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Arne L.
Postings: 2501
Registriert seit 27.09.2021
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24.01.2025 - 13:35 Uhr
Leider ziemlich viele Enttäuschungen in der letzten Woche, deshalb mal nur Erwähnenswertes:
Alien: Romulus (2024) Fede Álvarez
Nachdem ich im Kino auf hohem Niveau leicht enttäuscht war, korrigiere ich nach der Zweitsichtung von 7 auf 8 von 10. So viele coole Details, die Bilder sind fantastisch und ich damit befriedet.
I Am Legend (2007) Francis Lawrence
Hatte ich bestimmt 15 Jahre nicht mehr gesehen und schlecht in Erinnerung. Fand ihn dann eigentlich ganz cool, aber hatte komplett verdrängt wie religiös der Film hintenraus wird und wie kacke das Ende ist. 5/10
Witness for the Prosecution (1957) Billy Wilder
Im Abspann bittet eine Off-Stimme darum, die Geheimnisse des Films nicht zu verraten, damit andere ihn auch genießen können. Finde ich auch fast 70 Jahre später noch gut, weil ich die Story des Films noch nicht kannte und eine extrem gute Zeit mit Marlene Dietrich und Konsorten hatte. Wunderbares Courtroom-Drama. 8/10
Network (1976) Sidney Lumet
Hat mich ehrlich gesagt ziemlich ratlos zurückgelassen. Gilt ja als eine der besten Mediensatiren, wenn nicht sogar als einer der besten Filme überhaupt. Hab ich gar nicht gefühlt und fand's auch nicht sonderlich clever, aber das liegt vermutlich am Alter des Films und was in der Zwischenzeit in der Realität passiert ist. Aber für meine persönliche Erstsichtung kann das nicht mehr als eine 6/10 sein.
Lion (2016) Garth Davis
Wenn Filme gar keinen Hehl draus machen, dass es auf Tränendrüse hinausläuft, bin ich manchmal absolut cool damit. Diese Verfilmung einer realen Geschichte hat das in meinen Augen gut hingekriegt. 7/10
Poltergeist (1982) Tobe Hooper
Auch wenn ich wirklich gerne gesehen hätte, wie Spielberg selbst das komplett umgesetzt hätte, eine coole Nummer. Den Spagat zwischen Comedy und Horror kriegt der Film in meinen Augen nicht so ganz hin, dafür sind einige der Effekte absolut grandios. 7/10
Look Back (2024) Kiyotaka Oshiyama
In nicht mal 60 Minuten hat mich diese Geschichte von zwei Mädchen, die gemeinsam ihr Liebe zu Manga entdecken, emotional mehr mitgenommen und ordentlich zum Heulen gebracht, als viele epische Erzählungen. Toll! 8/10
The Return of the Living Dead (1985) Dan O'Bannon
So ein Film, der irgendwann auf der langen Watchlist gelandet ist, bei dem ich aber völlig verdrängt hatte, dass es eher Comedy als Horror ist. Hat dann nach kurzer Erwartungsjustierung aber gut geklappt und ist mal eine wirklich gelungene Punk-Version des Zombie-Horrors. 7/10
The Snow Woman (1968) Tokuzo Tanaka
Für mich das Highlight meiner letzten Tage. Folklore-Horror aus Japan mit fantastischen Bildern und überraschend viel Emotion. Bin sehr froh, diesen Film gesehen zu haben und werd ihn mir definitiv noch mal mit speziellen Vorkehrungen (Zimmer abdunkeln, größtmöglicher Screen) anschauen. 9/10 |
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Neytiri
Postings: 1723
Registriert seit 14.06.2013
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24.01.2025 - 13:43 Uhr
Nosferatu - Der Untote
Trotz atmosphärischen durchaus beeindruckenden Bildern im ersten Drittel bleibt nicht viel mehr als ein enttäuschender abstoßender Film und ein Vampir, der absolut nichts Verführerisches hat.
Als Vergleich wollte ich mir den zuletzt vor 40 Jahren gesehenen Herzog/Kinski-Film ansehen, habe es dann aber bleiben lassen, nachdem ich über die Entstehungsgeschichte nachgelesen habe.
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Arne L.
Postings: 2501
Registriert seit 27.09.2021
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24.01.2025 - 14:04 Uhr
@Neytiri Geht es um die Ratten, den Transport, das Färben und so oder gibt es noch was anderes? |
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Neytiri
Postings: 1723
Registriert seit 14.06.2013
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24.01.2025 - 15:40 Uhr
@Arne
ja, das habe ich gemeint |
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Rhyton
Postings: 1283
Registriert seit 26.09.2024
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24.01.2025 - 16:13 Uhr
A Real Pain
Schöner, endlich mal nicht überladener Film, der sich auf eine kleine Geschichte beschränkt und wie hier schon geschrieben Ambivalenz statt Erlösung wählt. Von den 2024er-Filmen hat das höchstens noch Anora auf dem Niveau hinbekommen. Ich hab ihn auf deutsch gesehen, und werde ihn nochmal im Original schauen, ich denke, dann wird er nochmal eine Stufe besser. Gerade der Kevin-Bruder, der den Film quasi trägt, sollte dann noch stärker rüberkommen. Leider tritt er bei den Oscars gegen einen seiner Succession-Kollegen an, der könnte ihm den Sieg wegschnappen. |
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ijb
Postings: 7678
Registriert seit 30.12.2018
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24.01.2025 - 18:51 Uhr
@Arne L.
Als ich "Network" sah (ist sicher 15 oder 20 Jahre her), ging's mir ganz genauso.
@ sweet nothing
Falls das irgendwie im falschen Hals geladnet ist: Meine Anmerkungen oben (23.01.) waren erstmal nur Ausgeführtes meiner eigenen Sichtweise (im Kontext von verschiedenen Ansprüchen verschiedener Filme) und sicher keineswegs als Beurteilung deiner Präferenzen gemeint oder zu verstehen.
Daher: "Was für den einen vielleicht zu wenig Tiefgang hat, kann für den anderen genau das Richtige sein. Ich denke, das sollte man in solchen Diskussionen nicht vergessen, denn letztlich macht es die Vielfalt im Kino aus, dass jeder Film für einen anderen etwas ganz anderes bedeutet."
war m.E. haargenau das, was ich glaubte, geschrieben zu haben.
Da war in keiner Weise etwas auf dich gemünzt oder gar eine Be- oder Ab-Urteilung deiner oder irgendjemand anderers Vorlieben. Ist jetzt doof, wenn das mal wieder nicht so rüberkam.
Trotzdem hat er mir damals gut gefallen, [...] Besonders die Mischung aus Stimmung, Landschaftsbildern und Musik haben wunderbar harmoniert und die ruhige, introspektive Auseinandersetzung mit Sucht und Heilung schön untermalt. Und natürlich war da auch noch Saoirse Ronan :)
Und, was anscheinend auch nicht rüberkam: "The Outrun" hat mir auch gut gefallen. Auch aus den gleichen, wie von dir geschriebenen Gründen.
Es wäre ein richtig starker Film und nicht nur ein guter, wenn er die Rückblenden komplett weg gelassen hätte und dem Zuschauer etwas mehr zutraut. So ist es ein bisschen bevormundend, aber das ist ganz offensichtlich auch das, was die Produzenten da wollten. Es sollte ein Film fürs breitere Publikum sein (ist ja auch ne Bestseller-Adaption), und da entschied man sich ganz bewusst gegen zu viel "Kunst" und gegen zu viel "dem Zuschauer zutrauen". Wie ich glaubte geschrieben zu haben (aber offenbar nicht rüberkam): Ist kein Werturteil, ist einfach ein anderer Anspruch. Und da bin ich dann nicht Zielpublikum. Viele andere aber schon. Finde ich vollkommen legitim.
Bei "A Real Pain" hatte ich dir gegenüber wohl auch den Vorteil, dass ich tatsächlich gar nichts wusste, auch nicht, wie der Film ankam oder dass er schon Preise / Nominierungen hatte. (Die Golden Globes hab ich total verpasst, wahrscheinlich, weil ich mit dem Kopf (und Körper) ganz woanders war, in Kanada in den Bergen beim Filmen wohl.) Ich hatte komplett gar keine Erwartung(shaltung), wusste nur, dass Jesse Eisenberg mal was inszeniert hat. Ich bin zugegeben auch kein Riesenfan von seiner typischen "Spiel-Masche", aber ich nehm das halt hin, er ist einfach kein Wandlungs-Schauspieler, sondern ein ganz bestimmter Typ, und ich vermute, dieses engen Spektrums ist er sich selbst sogar bewusst. Wäre spannend, sich mal mit ihm zu unterhalten und zu erfahren, was er wirklich für ein Mensch ist. (Witzigerweise ist er in Manhattan vor drei Jahren mal mit Kinderwagen und Partnerin an mir vorbeigefahren.) |
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ijb
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24.01.2025 - 18:54 Uhr
vorbeigelaufen wollte ich sagen. |
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Arne L.
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24.01.2025 - 19:08 Uhr
@ijb Das beruhigt mich zumindest etwas, haha.
Another Year (2010) Mike Leigh
Einer meiner Top 4 überhaupt. Ich liebe diesen Film von ganzem Herzen. Als er herauskam, war ich Anfang 20, jetzt bin ich Mitte 30 und ich denke immer noch, dass das, was Tom und Gerri in diesem Film haben, das ist, was ich für eine perfekte Beziehung halte. Und ich hoffe, das eines Tages zu finden. Aber das Leben verläuft meistens nicht wie geplant und daran erinnern uns all die anderen großartigen Schauspieler:innen in diesem Film. Aber es gibt zumindest noch Hoffnung und deshalb bringt mich dieser Film genau aus den richtigen Gründen zum Weinen. 10/10 |
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Vorfahrt92
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24.01.2025 - 19:36 Uhr
Test. |
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Rhyton
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24.01.2025 - 19:46 Uhr
Och nö |
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Kai
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24.01.2025 - 20:09 Uhr
Unpopular opinion: ich fänd es irgendwie besser, wenn dieser topic hier aufgeteilt werden würde in aktuelle Kinofilme und den Rest. Ich sicher hier gern mal nach Meinungen zu aktuellen Filmen aber die finden hier leider nur noch selten statt. |
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sweet nothing
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24.01.2025 - 20:28 Uhr
@ijb:
Nein, ich hab das eigentlich nicht unmittelbar so verstanden, dass es auf mich gemünzt gewesen wäre, und wollte auch nur präventiv dagegenhalten, weil deine Einwände ja im Kontext dieses losen und interpretativen Ansatzes von "A Real Pain" standen - im Vergleich zum zwar nicht unmittelbar linearen, aber doch eher geradlinig und "erklärbärmäßig" inszenierten "The Outrun". Aber ehrlich gesagt hätte es mich auch ziemlich verdutzt, wenn du das tatsächlich mir gegenüber impliziert hättest. Darum wollte ich nur nochmal sicherstellen, dass da kein Missverständnis entsteht. Also keine Sorge, ich hab da eigentlich nichts in den falschen Hals gekriegt :)
Was du aber über das Filmen in Kanada erwähnt hast, hat mich neugierig gemacht. Darf man da nachfragen? Arbeitest du an einem filmischen Projekt? Vielleicht sogar an einem neuen Werk? Ich würd da gerne mehr davon erfahren, falls du etwas ausplaudern magst. Aber natürlich verstehe ich auch, wenn das noch zu privat ist oder du noch nicht darüber sprechen kannst oder möchtest.
@Kai:
Versteh ich voll und ganz, dass das praktisch wäre. Die Frage ist halt wirklich, wie viele Filmthreads so ein Musikforum verträgt. Andererseits gibt's hier genug andere Threads, die genauso wenig mit Musik zu tun haben, weshalb ws dann eigentlich auch schon egal wäre.
Aber blöd nachgefragt: Findest du echt, dass hier wenig über aktuelle Filme geplaudert wird? Ich hab den Eindruck eigentlich eher nicht so. Klar, es gibt immer wieder Diskussionen zu Klassikern oder älteren Filmen, aber über aktuelle Sachen wird hier meiner Meinung nach schon recht viel gesprochen. |
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Kai
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24.01.2025 - 20:56 Uhr
Je nachdem welche Filme gerade im Kino laufen und wie aktiv ihr gerade schaut sucht man schonmal etwas bis man was findet. |
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seabird
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24.01.2025 - 21:06 Uhr
Im Jahr des Drachen (1985) mit Mickey Rourke bei Amazon Prime Video > 7/10
Auseinandersetzung zwischen dem neu eingesetzten, einzelgängerischen Polizei-Captain Stanley White (Mickey Rourke) und dem durch brutale Machtkämpfe an die Spitze der chinesischen Mafia New Yorks gekommenen smarten Geschäftsmann Joey Tai (John Lone). |
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Luc
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25.01.2025 - 11:14 Uhr
Im Schatten
und
Verbrannte Erde 8.5/10
Zwei Filme von Thomas Arslan, jeweils mit Mišel Matičević als Trojan, einem Berufskriminellen, gedreht 2010 und 2024.
Beides wunderbare Film Noir mit Anklängen an Melville.
Wie boneless schon auf der vorherigen Seite zum zweiten Film so schön schrieb: "mit Seelenruhe walzt der Film voran".
Ganz ruhig, minimalistisch (ohne im Geringsten kalt oder langweilig zu sein) und sehr präzise inszeniert, absolut sehenswert.
Im Doppel-Feature bei mubi.
Das Leben ist eine Baustelle 8/10
Nach sehr langer Zeit mal wieder gesehen (trauriger Anlass ist der Tod Wolfgang Beckers im Dezember), hat mir der Film schon damals im Kino ausnehmend gut gefallen.
Mal Komödie, mal Tragödie, angesiedelt im Nachwende-Berlin und mit guten Schauspielern besetzt.
Sehr unterhaltsam.
arte Mediathek |
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ijb
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25.01.2025 - 12:24 Uhr
@Arne L.
Seit ein paar Tagen gibt's von Marc "WTF" Maron ne neue Podcast-Episode mit Mike Leigh. Sehr sympathisches Gespräch, kann ich echt empfehlen.
@ sweet nothing
Nee, ist nicht privat. Eine Freundin, norwegische Musikerin, Benedicte Maurseth, wurde vor gut einem Jahr gefragt, ob sie ein Werk fürs Quartett schreiben könne/wolle. (Sie ist eine der bekanntesten Musikerinnen der typisch norwegischen Hardangergeige, und David Harrington, Gründer und bis heute einziges Kronos-Originalmitglied, wollte schon lange mal was mit Hardanger-Instrumenten machen.) Und ich meinte sofort: Wenn das wirklich passiert, komme ich mit und dokumentiere das Ganze — und wenn ich das komplett selbst bezahlen muss.
Da es bisher noch keinen Film übers Kronos Quartet gibt, nach über 50 Jahren, dachte ich, das ist eine einmalige Chance. Und lange wird es David Harrington (der demnächst 76 wird) nicht mehr machen. Für das Werk, das letztlich ein Quintett ist, wurden von einem norwegischen Instrumentenbauer eigens vier Hardanger-Instrumente gebaut (eigentlich gibt es nur die H.-Geige, er baute für Kronos außerdem ein Cello und eine Viola), und so begleite ich den kompletten Prozess vom Ursprung in Norwegen, aus der Hardangerregion heraus, in der Benedicte aufgewachsen ist, über die Werkstatt des Insttrumentenbauers, über die erste Begegnung der Musiker/innen mit den Komponistinnen (es ist noch eine zweite norwegische Komponistin dabei, da Benedicte eigentlich nicht klassisch komponiert, schon gar nicht für Ensembles), dem Erklären und Kennenlernen der neuen Instrumente (kommt ja nicht oft vor, dass Musiker komplett neue Instrumente bekommen und erlernen), die vielen Arbeitsschritte, allein und gemeinsam, bis hin zu verschiedenen Aufführungen in verschiedenen Ländern - und am Ende der Aufnahme im Studio.
In Banff haben sie eine Woche lang gemeinsam an dem Werk gearbeitet und ein Vorkonzert gespielt (https://www.banffcentre.ca/events/kronos-quartet-featuring-hardanger-project ). Jetzt wird weiter überarbeitet, und Ende März und Ende April sind zwei Aufführungen. Dann in Oslo im September, dort vielleicht auch die Studioaufnahme. Wer Ende September in Strasbourg ist, kann auch dort eine Aufführung besuchen.
Es ist eine total einmalige Chance, das wahrscheinlich bekannteste Streichquartett für Neue Musik, das auch stark mit der populären Musik und mit verschiedenen kulturellen Kreisen verzahnt ist, so extrem nah zu begleiten. Sie hatten einen immensen Einfluss auf die Musik der letzten Jahrzehnte und auf die Streichquartett-Welt. |
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ijb
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25.01.2025 - 12:25 Uhr
Verzeihung, im Geiste eine Spur unverständlich formuliert. Sollte heißen:
"...ob sie ein Werk fürs Kronos Quartet schreiben wolle" |
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Arne L.
Postings: 2501
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25.01.2025 - 16:24 Uhr
@ijb Vielen Dank! |
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Vive
Postings: 1315
Registriert seit 26.11.2019
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25.01.2025 - 16:38 Uhr
Blink twice
4/10 |
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sweet nothing
Postings: 2627
Registriert seit 04.11.2014
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25.01.2025 - 16:42 Uhr
Cool, danke fürs Antworten Ijb! Klingt wirklich nach einer tollen und einmaligen Gelegenheit. Muss sicher total spannend sein, den kreativen Prozess so direkt mitzuerleben. Das erinnert mich auch grad an einen Freund von mir der Fotograf ist. Der hat damals Radiohead entweder bei der Entstehung von Kid A oder Amnesiac begleitet - hab grad vergessen, welches Album es war. Ich kenne ihn erst seit 2013, und die Story hat er mir erst vor kurzem so beiläufig erzählt. Irre :D |
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Arne L.
Postings: 2501
Registriert seit 27.09.2021
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25.01.2025 - 18:03 Uhr
Hab auch nichts dagegen, den Thread in zwei Teile aufzuschlüsseln. Mich interessieren meistens die aktuellen Takes weniger, sondern eher Perlen und Klassiker, aber kann das Bedürfnis nachvollziehen. |
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Huhnmeister
Postings: 4183
Registriert seit 22.08.2022
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25.01.2025 - 18:09 Uhr
Dritte Option: Für jeden interessanten Film einfach 1 eigenen Thread aufmachen. Ist ja nu wirklich nicht besonders aufwändig. |
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Deaf
Postings: 3568
Registriert seit 14.06.2013
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25.01.2025 - 18:11 Uhr
Besser wäre eh, man würde zu populären Filmen jeweils einen eigenen Thread eröffnen - da fände man nämlich die Kommentare dazu auch noch nach Jahren. So ist halt alles nie mehr auffindbar, was irgendwann mal auf einer der fast 700 Seiten zu einem Film geschrieben wurde... |