Wogegen eigentlich rebellieren?

User Beitrag
Art of
09.07.2005 - 01:54 Uhr
Habt Ihr Euch auch mal die Frage gestellt, was die Hippie-Bewegung erreicht hat? Hat sie überhaupt etwas erreicht, wäre die Welt eine andere, hätte es diese Bewegung nicht gegeben? Stelle gerade diese Frage, weil ich in meinem Bekanntenkreis immer öfter die Erfahrung mache, dass wenn die Eltern "Hippies" sind, deren Kinder sich zu Spießern entwickeln...ist das vielleicht auf eine krude Art und Weise nicht genau die Rebellion, die Hippies dazu trieb, das Gegenteil von dem zu tun, was die Eltern für richtig hielten? Nur andersrum?
Hmmm...
mantra
09.07.2005 - 13:27 Uhr
hippies haben das woodstock erreicht...
und vllt auch die neue art mit sexualität umzugehen...
Patte
09.07.2005 - 13:38 Uhr
Plattentest-Mafia.
Patte
09.07.2005 - 13:38 Uhr
Playstation/X-Box.
mm
09.07.2005 - 13:52 Uhr
"Wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden"

Rebellieren gegen irgend etwas ist sowieso out,
alles toll finden ist scheiße.
Rebellieren gegen den Moment, das geht vielleicht noch
tripped
09.07.2005 - 15:04 Uhr
immer und überall rebelliere ich gegen das triste Erdenbürgerdasein.

Rebellion bedeutet, sich bewusst mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen, sie zu reflektieren, sich seine eigene Meinung zu bilden - Taten folgen zu lassen.

Rebellion führt auf lange Sicht gesehen immer zum Fortschritt - auch wenn sie per se ebenso mit Blut,Krieg und Opfer assoziiert werden muss.

Die Frage ist also eher: brauchen wir Fortschritt?
alexi lalas
09.07.2005 - 15:42 Uhr
schwachsinn. man kann auch unbewusst rebellieren.
alexi
09.07.2005 - 18:05 Uhr
@ alexi: selber schwachsinn. was Du meinst, ist Trotz. Und der ist in den meisten Fällen kontraproduktiv.
Dirty
09.07.2005 - 19:07 Uhr
wenn du dir immer wieder sagst:"ichrebelliereichrebelliereichrebelliere" ist es sowieso schwachsinn.du lebst so wie du es weisst und kannst,ob jemand das als rebellion bezeichnet oder nicht ist nicht deine sache.rebellion ist übrigens ein verdammtes scheisswort...
tripped
09.07.2005 - 19:13 Uhr
einfach Camus lesen, Leute...
Rech
09.07.2005 - 20:48 Uhr
Wir reden hier von rebellieren, nicht von Klugscheissen ;-)
tripped
09.07.2005 - 21:01 Uhr
oh das ist hier aber aggressiv...

ich verschwinde mal...
Rech
09.07.2005 - 21:27 Uhr
Das war nicht wirklcih böse gemeint, mehr so als "Seitenhieb" ;-)
Rech
09.07.2005 - 21:28 Uhr
Hö ? der hat was abgeschnitten ...

also nochmal :

Meistens kriegt man diesen "lest-xy" Kram aber auch von Leuten gesagt die die Thematik nur aus Büchern kennen.
btw ist Camu stinklangweilig, geht lieber Steine schmeissen ;-)
nuju
09.07.2005 - 21:32 Uhr
Art of schrien: Habt Ihr Euch auch mal die Frage gestellt, was die Hippie-Bewegung erreicht hat?
-----------
eigentlich nicht. dieses wochenende ist aber so langweilig das mich das auch nicht mehr wundern würde...
simon
10.07.2005 - 11:07 Uhr
Ich moechte Teil einer Jugendbewegung sein.. *lalala*

Jedenfalls erschreckt mich die Jugend, die ich erlebe. Alles Langweiler. Von Rebellion, oder irgendeiner Form revolutionaerem Geistes nicht den Hauch einer Spur. Sie hamm ja alles: Geld, Geld, und... Joa, Party, Freunde (wenn man das so nennen kann), was will man also mehr? Die Eltern sind auch meistens eher liberal, was eine Rebellion gegen diese sinnlos macht. Tja. Und das wars dann mit der Jugendbewegung.
Ich hab auch selber gar kein so grosses Problem mit den Erwachsenen (weil die mir nicht so nahe stehen), sondern vielmehr eben mit der langweiligen Jugend selber, denen irgendeine Form von Kampfesgeist voellig abgeht. Dagegen muesste man rebellieren.
Es regiert also, wohin man schaut: Die goldene Mittelmaessigkeit:
Keine echte Leidenschaft, keine echte Hingabe, kein Kampf, keine alles umstuerzende Liebe, keine wahre Freundschaft, kein echter Glaube.
Der Gewinn: Ein Leben das derjenige vielleicht als "gluecklich" bezeichnen wuerde, aber im Grunde stinklangweilig ist, weil ueberall bloss Mittelmaessigkeit herrscht.
Der Preis: Echtes Leben. Echte Hingabe. Das voellige Aufgehen in einem bestimmten Gefuehl, einer bestimmten Idee, kurz:
Der Sinn.
Art Of
10.07.2005 - 12:31 Uhr
Hallo Simon, ich mag Deine Geankengänge...vielleicht manchmal etwas schwarz/weiss, aber nichtsdestotrotz richtig, finde ich.

Aber gibt es etwas subjektiveres als Glück? Muss nicht jeder Mensch für sich selber bestimmen und herausfinden, was Glück bedeutet? Wie können wir uns anmaßen andere Leute diesbezüglich zu messen, wo wir doch nur unser eigenes Leben haben? Vielleicht ist Deine (und meine) Vorstellung von Glück eine ganz andere als von 90 % aller Leute...?
bebbo
10.07.2005 - 12:52 Uhr
ich hasse hippies! und lobe die konsumgesellschaft. genießt euer leben man, ihr habt nur eins! ;)
Stefan
10.07.2005 - 13:02 Uhr
simon (10.07.2005 - 11:07 Uhr):
Der Preis: Echtes Leben. Echte Hingabe. Das voellige Aufgehen in einem bestimmten Gefuehl, einer bestimmten Idee, kurz:
Der Sinn.



Endlich mal jemand, der mir den Sinn des Lebens vor Augen führen kann. Danke!
Lavelle
10.07.2005 - 13:22 Uhr
@simon
sei doch froh, dass du nicht in nigeria aufwächst. da hättest du grund zum rebellieren. was bringt es, ein rebell ohne grund zu sein?
Daniela
10.07.2005 - 14:52 Uhr

@Simon:
Schön geschrieben. Hoffnungslos idealistisch zwar, aber das ist ja gerade, was du verfechtest :).
Rech
10.07.2005 - 15:04 Uhr
Unser Leben nennst du Mittelmässig ?
Schwachsinn !
Wir Leben in einer Gesselschaft die einen Standart hat für den wir von der Mehrheit der Weltbevölkerung beneidet werden...
Das was du beschreibst scheint eher eine abneigung gegen dein eigenes Leben als gegen das Leben der Anderen zu sein ...
Norman Bates
10.07.2005 - 15:15 Uhr
@Rech
Money can't buy me love.
pennylane
10.07.2005 - 15:33 Uhr
exakt, geld ist bitteschön nicht alles und jede sicherheit rächt sich irgendwann, gelle (ich hab ja schon was gelernt hier) noch dazu kommen konsumsucht und leistungsdruck, gegen den es sich zu rebellieren lohnt, auch wenn man dadurch zwangsweise zum aussenseiter der gesellschaft wird. aber imho strebt man als rebell so eine rolle ja auch an und die wenigsten tuns auch wirklich.
Stefan
10.07.2005 - 15:58 Uhr
Naja, aber Rebellion zur Identitätsfindung halte ich auch für eher sinnlos. Man sieht ja, was aus den ganzen 68igern geworden ist. Insofern verklärt mir simon vergangene Rebellionsbewegungen ein wenig zu sehr.
Und rebellieren die ganzen "Kiddies" mit ihrer von simon kritisierten Lethargie nicht in gewisser Weise gegen den Leistungsdruck? Und Konsumsucht ist sowieso ein komisches Thema. Ich habe schon so viele Leute erlebt, die gegen die Konsumgesellschaft gewettert haben, aber nur wenige, die sie ernsthaft boykottiert haben. Ich tue das auch nicht wirklich, wenn ich mir meinen Riesenhaufen an Platten und CDs anschaue.
Daniela
10.07.2005 - 16:11 Uhr

Naja, aber Rebellion zur Identitätsfindung halte ich auch für eher sinnlos.

Aber ist das nicht gerade der normale Weg zur Persönlichkeitsentwicklung? Natürlich mal mehr oder weniger ausgeprägt, Rebellion ist aber immer dabei.

Und rebellieren die ganzen "Kiddies" mit ihrer von simon kritisierten Lethargie nicht in gewisser Weise gegen den Leistungsdruck?

Würd ich auch sagen.

Ich stoße mich eher an diesem hier:

Ein Leben das derjenige vielleicht als "gluecklich" bezeichnen wuerde, aber im Grunde stinklangweilig ist, weil ueberall bloss Mittelmaessigkeit herrscht.

Ich weiß, was du heute zu vermissen meinst, nämlich dies hier:

I choose to live and to lie, kill and give and to die, learn and love and to do, what it takes to step through.

Das Auskosten aller Gefühlsfacetten. Ich wehre mich aber dagegen einer gesamten Gruppe Gefühlserfahrungen abzusprechen - und damit ein erfülltes Leben, noch dazu, wenn diese sich, wie du sagst, als glücklich bezeichnen.
Stefan
10.07.2005 - 16:36 Uhr
Daniela (10.07.2005 - 16:11 Uhr):

Naja, aber Rebellion zur Identitätsfindung halte ich auch für eher sinnlos.

Aber ist das nicht gerade der normale Weg zur Persönlichkeitsentwicklung? Natürlich mal mehr oder weniger ausgeprägt, Rebellion ist aber immer dabei.


Da hast du natürlich Recht, da war ich nämlich etwas undeutlich. Ich meinte, im Gegensatz zu pubertärer Rebellion, vor allem gesellschaftliche Rebellion als Massenbewegung, wie eben die 68iger. Einige Idealisten zogen eine Riesengruppe an Mitläufern hinter sich, die später alle wieder in ein gutbürgerliches Leben "zurück" gefallen sind, und von den ursprünglichen Idealen kaum was behalten haben. Weil sie nie ernsthaft dahinter standen. Damit wollte ich ausdrücken, wie sinnlos und oberflächlich eine solche Rebellion sein kann.

Ansonsten kann ich dir ebenso vollkommen zustimmen.
Göttinger
10.07.2005 - 17:32 Uhr
Gegen Deutschland
Prada-Meinhoff
11.07.2005 - 09:04 Uhr
Gibt es bereits eine Untergrundorganisation, die offen gegen Daniela rebelliert? Das wäre ein sinniges Motiv. Sie versucht doch jeden thread.
Murr
11.07.2005 - 09:19 Uhr
Ach, laß sie doch! Hat eben ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis, die junge Dame! ;) Aber zum größten Teil sind Ihre Beiträge kein sinnentleertes Geschwafel - und das kann man hier nicht von allen behaupten...
Prada-Meinhoff
11.07.2005 - 09:25 Uhr
Da bin ich mir nicht ganz so sicher.
Patte
11.07.2005 - 11:51 Uhr
@rech:

"Wir Leben in einer Gesselschaft die einen Standart hat für den wir von der Mehrheit der Weltbevölkerung beneidet werden..."

Genau das ist ja das 'Problem'. Uns geht es zu gut. Daraus resultiert oder kann dann genau das resultieren, was der simon beschrieben hat: die meisten haben nie Scheisse gefressen. Wie sollen sie also wissen, wie man Momente schaetzt?

@art of:

"Aber gibt es etwas subjektiveres als Glück? Muss nicht jeder Mensch für sich selber bestimmen und herausfinden, was Glück bedeutet? Wie können wir uns anmaßen andere Leute diesbezüglich zu messen, wo wir doch nur unser eigenes Leben haben? Vielleicht ist Deine (und meine) Vorstellung von Glück eine ganz andere als von 90 % aller Leute...?"

Da ist was dran, doch. Ja.
simon
11.07.2005 - 12:01 Uhr
Rech (10.07.2005 - 15:04 Uhr):
Unser Leben nennst du Mittelmässig ?
Schwachsinn !
Wir Leben in einer Gesselschaft die einen Standart hat für den wir von der Mehrheit der Weltbevölkerung beneidet werden...
Das was du beschreibst scheint eher eine abneigung gegen dein eigenes Leben als gegen das Leben der Anderen zu sein ...


Das nenn ich auch mal wieder westliche Arroganz.
Was heisst denn hier Standard? Bemisst sich der Standard darin, dass wir einen riesen Haufen Geld haben, und wir technologisch ja ach so weit fortgeschritten sind? Das soll dann ein hoher "Lebensstandard" sein? Klar, das Wort wird so gebraucht, aber das Wahre isses doch auch nich, oder?
Ob ein Leben ausgefuellt ist, ob es ganz gelebt wird, sinnerfuellt, hat doch weiss Gott nichts mit dem ganzen Wohlstandshaufen zu tun. Warum wird den Leuten die in aermeren Laendern leben eigentlich immer abgesprochen solch ein Leben zu fuehren? Warum denn immer die ach so armen Dritte Welt Laender? Ich selber war noch nicht da, aber die, die da waren, und mir davon erzaehlt haben, haben auch immer berichtet, dass in solchen Laendern viel mehr Lebensfreude herrscht als in unsrem verstaubten Deutschland, dass die Leute dort auch, nach unsrem Masstab, kleine Dinge zu schaetzen wissen. Dass sie anders leben, aber doch nicht gleich schlechter, bloss weil sie weniger aufm Konto haben!
Entwicklung, Fortschritt... Wenn ihr mich fragt, gibt es den Fortschritt bei uns nicht mehr. Es gibt viele kleine Fortschritte in Technik und Wissenschaft, die uns noch mehr das Leben vereinfachen, uns noch mehr Macht geben, - und nicht zuletzt Zerstoerungspotenzial, ja, diese Fortschritte mag es geben, aber der Fortschritt wuerde etwas anderes bedeuten, wuerde die Menschen selber veraendern.
Wahrer Fortschritt waere, die Atombomben zu vernichten! Wahrer Fortschritt war, die Sklaverei abzuschaffen, und nicht das Automobil zu erfinden. Und dieser Fortschritt wurde nicht von Leuten gemacht, die sich auf ihrem "hohen Lebensstandard" ausgeruht haben, sondern von denen die sich nicht zufrieden geben konnten, die ihr Leben einer Idee verschrieben haben, und es notfalls dafuer geopfert haetten.

Und Stefan, das soviele Menschen von den Ideen der 68er wieder abgerueckt sind, macht die Bewegung als solche ja nicht schlecht. Denn bewegt hat sie ganz bestimmt etwas, auch wenn wir das vielleicht so direkt nicht sehen. Ideen oder Idealismen werden ja nie ganz verwirklicht, - das wuerde vermutlich in einem totalitaeren Staat enden.

Eins moecht ich hier aber dann doch noch mal klarstellen:
Ich will hier niemanden veraendern oder so. Es haette keinen Sinn. Wenn viele Menschen heute eben so leben, wie sie leben, gut, sollen sie das tun. Ich bin bestimmt nicht der, der sie davon abhalten kann und will. Alles was ich tun kann, ist eben fuer mich selbst von diesem Weg abzuweichen, und etwas anderes (besseres) zu finden. Wuerde ich versuchen den anderen etwas vorzuschreiben, wuerd ich wohl nur das Gegenteil erreichen.
Es stimmt mich aber traurig und einsam. Das ist alles.
Stefan
11.07.2005 - 12:48 Uhr
Und Stefan, das soviele Menschen von den Ideen der 68er wieder abgerueckt sind, macht die Bewegung als solche ja nicht schlecht. Denn bewegt hat sie ganz bestimmt etwas, auch wenn wir das vielleicht so direkt nicht sehen.

Ich habe auch nicht das Gegenteil behauptet. Es ging mir, wie oben schon angedeutet, nur darum, die Sinnlosigkeit einer dem Selbstzweck dienenden Rebellion darzustellen.


Du forderst Idealismus, Einsatz für irgendwelche hehren Ziele, alles schön und gut. Währenddessen ziehen an meinem Fenster riesengroße Luftblasen vorbei. Die sind so transparent, dass sie mir erst gar nicht aufgefallen sind. Erst die Schlieren haben mich darauf aufmerksam gemacht, nachdem offenbar eine völlig lautlos zerplatzt ist.
Du sprichst Menschen in westlichen Gesellschaften die Fähigkeit zu einem glücklichen Leben ab und romantisierst die Armut in Entwicklungsländern. Und beschwerst dich, wenn Rech dann ins gegenseitige Extrem verfällt. Ich werde mich dagegen verwehren, anderen Leben meinen eigenen Vorstellungen folgend Sinn zu- oder abzusprechen. Das ist ideologischer Faschismus.
Dann sinnierst du von einem „wahren Fortschritt“, der in deiner Definition zutiefst illusionär daherkommt. Du willst Atombomben abschaffen? Wahnsinn, was für eine Rebellion das wäre! Aber hatten wir das nicht schon mal? Schau dich mal um, die Zeiten blinden Pazifismus und uneingeschränkten Gutmenschentums sind schön länger vorbei.
Darüber hinaus wurde die Sklaverei in den seltensten Fällen infolge idealistischer Motive abgeschafft, sondern zumeist standen dahinter rein sachliche politische und wirtschaftliche Gründe. Womit ich aber den Idealismus und seine sicherlich vorhandenen Auswirkungen keinesfalls schlecht machen möchte, dazu ist mein Respekt vor einem Immanuel Kant viel zu groß. Nur darf man halt eines nie vergessen: Realiter können solche Ideen ausschließlich in Verbindung mit pragmatischer Arbeit und tatsächlichem Engagement verwirklicht werden.
Und genau das stört mich an deinen Beiträgen: Du kritisierst die Lethargie einer amorphen Gruppe von Jugendlichen, deren angeblich fehlende Leistungsbereitschaft gesellschaftlichen Stillstand verursachen würde, und schreibst gleichzeitig zutiefst resignierte Kommentare. Wo ist denn dein Antrieb? Wo gehst du mit gutem Beispiel voran? Was machst du, um deinen Idealismus zu verwirklichen? Offenbar nichts, vielmehr klingst du wie ein typischer Althippie. Immer noch große Ideen im Kopf, aber das ganze Leben träumend auf einer abgelegen Wiese verbracht, weitab von allen Möglichkeiten zur tatsächlichen Erneuerung.

J.A.M. Whistler
11.07.2005 - 12:52 Uhr
"Die sind so transparent, dass sie mir erst gar nicht aufgefallen sind. Erst die Schlieren haben mich darauf aufmerksam gemacht, nachdem offenbar eine völlig lautlos zerplatzt ist."


Obacht! Tiefgründige Philosophie und die höhere Schule der beutungsschwangeren Metapher wird in blumingen Assoziationsketten bedient. Das nenne ich wahrlich großes Theater für ein Auditorium mehrheitlich postender Mittelstufler. Respekt!
Bowie, David
11.07.2005 - 12:54 Uhr
Rebel, Rebel!
Art of
11.07.2005 - 13:18 Uhr
@ stefan: Ich stimme Simon zu - Konsum, Geld, das Gefühl sich alles leisten können, wann immer man gerade möchte alles haben zu können (oder zumindest sehr viel) verändert die Menschen - wir "verlernen", wie es überhaupt ist, spontan zu leben, den Moment wahrzunehmen - sozusagen: verlernen zu improvisieren - wann seid ihr alle das letzte mal ausgegangen ohne einen Cent auszugeben? Wann hattet Ihr dabei einen Mordsspass? Eben! Das Gefühl von Konsum, der Trieb Geld ausgeben zu müssen, suggeriert uns, kurzfrstig glücklich zu sein, um es abzukürzen - suggeriert uns, dass Konsum glücklich macht. Aber das ist nicht so...oder zumindest so kurzweilig, dass es gar keine ernstzunehmende, "befriedigende" Rolle einnehmen dürfte. Wenn man sich im Gegensatz dazu an den Punkt erinnert, an dem man am glücklichsten überhaupt war, ist das oftmals die Kindheit.. als noch alles toll, neu und spannend war - man brauchte eigentlich GAR NICHTS um den Spass seines Lebens zu haben, alleine das Zusammensein mit Freunden hat vollkommen ausgereicht...ich denke, ohne dass das jetzt von oben herab klingen soll, in ärmeren Ländern hat man diese unverdorbene Seite von Lebenslust und Spass noch nicht verlernt, dazu kommt bestimmt auch, dass der Zusammenhalt ein ganz anderer ist, als in den westlichen Ländern - Freunde und Familie halten viel mehr zusammen, die Alten werden von den Jüngeren gepflegt usw....hier ist sowas die absolute Ausnahme, wir haben Altenheime, Sozialeinrichtungen etc. Für jeden "Aussätzigen" den richtigen Platz also, dafür zahlen wir Beiträge und Steuern.

Der Preis also für sauberes Trinkwasser, einen 4er Golf und auch sonst ein luxeriöses Leben? Die wirkliche, echte, tatsächliche Lebensfreude (übrigens - reiche Menschen leiden viel häufiger an Depressionen, als ärmere. Wie soll man sich das sonst erklären, als dass Geld alleine nicht glücklich macht?)...

Zustimmen tue ich Simon auch in folgendem Punkt: Lieber sein leben lang ein weltfremder Idealist sein, als ein Leben lang den falschen Werten hinterherhechelnder Realist.

"There´s more to life than flashing signs and blinking lights.."
J.P. Satre
11.07.2005 - 13:21 Uhr
Ein Realist hechelt keinen falschen Werten hinterher. Desahalb ist er Realist.
Art Of
11.07.2005 - 13:32 Uhr
Also 1tens meinte ich falschen WErten hinterherchelnde, realtitätsidealisierende Individuen -> das sollte nicht meine Definition von Realisten werden, würde ich mir doch nicht anmaßen!

2tens (trotzdem): jetzt mal etwas übertrieben dargestellt: ohne träume - und die schließt die Bedeutung "Realist" ja aus, wenn man die Bedeutung absolut wörtlich nimmt, wäre die Realität nicht zu ertragen, ohne Träume keine Hoffnung, ohne Hoffnung keine Ziele..usw.
Stefan
11.07.2005 - 15:29 Uhr
Hmmm.... darf ich auch so schön Definitionen und Begriffe verdrehen und anpassen? Dann bezeichne ich mich nämlich als idealistischer Realist.
Stefan
11.07.2005 - 18:20 Uhr
Ok, hab nur kurz Zeit darauf einzugehen:

@Art of:
Was du schreibst ist alles toll, und ich stimme dem durchaus in vielen Punkten zu. Nur ist es halt nicht wirklich das, worauf ich mich in meinem Post bezogen hatte.
Außerdem bin ich immer noch der Meinung, dass du weniger konsumorientierte Lebensformen ein wenig verklärst. Auf die legendären Umfragen, nach denen weniger reiche Gesellschaften tendenziell glücklicher sein sollen, gebe ich nicht wirklich viel. Zumindest nicht ohne sie genau analysiert zu haben, denn da spielen eine sehr große Menge an verschiedensten Attributen mit rein. Beispielsweise die abnehmende Religiosität westlicher Länder, die durch wissenschaftliche Bildung und damit auch Unsicherheit in existenziellen Fragen abgelöst wird, und somit weniger tröstlichen Halt bietet. Dumm lebt es sich einfacher, nur ob das dann eine Maxime des Handelns sein kann, halte ich zumindest für fraglich. Aber Obacht: Ich will euch keine Dummheit unterstellen, das ist nur ein Beispiel, woran die angebliche Glückseligkeit primitiver Gesellschaften auch liegen kann. ;)
Wie auch immer: Wenn du persönlich mit deinen Vorstellungen glücklich werden kannst, bitteschön! Ich bin der Letzte, der dich daran hindern wird, zumal viel von deinen Anmerkungen auch für mich beachtenswert erscheint. Was mich aber gestört hat, ist in solch eine Lebensart in fast schon religiöser Form einen Sinn hineinzuinterpretieren, der sie letztendlich über andere Lebensweisen stellt. Darauf bezog ich mich mit dem Vorwurf des „ideologischen Faschismus“.


Zustimmen tue ich Simon auch in folgendem Punkt: Lieber sein leben lang ein weltfremder Idealist sein, als ein Leben lang den falschen Werten hinterherhechelnder Realist.

Den schwammigen zweiten Teil deines Satzes klammere ich mal aus. Grundsätzlich: Auch dagegen habe ich nicht mal was. Wenn du in deiner kleinen Seifenblase leben willst, tu das! Warum sollte es mich stören? Schließe deine Augen, träume deine Träume und lass die Welt um dich herum ins Dunkle gleiten.
Woran ich mich aber bei Simon wiederum gestoßen habe, war wie er im selben Atemzug dann anderen Personen genau diese Lethargie vorwirft. Das kann doch nicht sein.
art of
11.07.2005 - 18:59 Uhr
@stefan:
danke erstmal für die blumen. aber trotz deines relativierungs-"versuchs" ganz schön gewagte statements, die du da von dir gibst. ich war ein jahr in sao paulo, denke also ein wenig analyse-arbeit vorweisen zu können...das mit der religiösität ist so schon richtig gesagt, aber ich glaube nicht, dass religiöse menschen die glücklicheren menschen sind...? du schon? ich glaube vielmehr, sich von einer doktrin zur nächsten zu schlängeln, um ja keinen gott zu verärgern, ja keine sünde zu begehen, ist wesentlich anstrengender, beängstigender und beengender als ausschließlich an die moderne wissenschaft zu glauben (wiedermal überspitzt dargestellt). Gut, das mit dem Halt mag so schon richtig sein - aber es gibt bestimmt eine große Anzahl an hochreligiösen Menschen, die sterbend unglücklich sind... aber egal - jedem hier seine Meinung.

Zu den "primitiven" Gesellschaften kann ich nur sagen: das ist Deine Meinung, die zutiefst durch Deine westliche Erziehung geprägt ist. Ich finde es persönlich wesentlich primitiver seine Alten (wie oben schon geschrieben) in ein Altersheim zu stecken, als sie im Kreis der Familie zu pflegen. Oder findest Du so ein Verhlaten tatsächlich "zivilisiert"? Und, tut mir leid, da ändert auch die Schwäche der Wirtschaft, Analphabetismus und die hohe Verbrechesquote nichts daran - wir sind alle gleich primitive Vertreter unserer Rasse, die einen - wir West Europäer - können es nur besser kaschieren, wir haben mehr Geld! Emotional-Intelligenter sind aber bestimmt die "ärmeren" Länder, und auch das ist Teil von ziviliesier Intelligenz. (Habe ich jetzt wieder Begriffe verdreht? Ach nö!)

Möchte hier auch keine Grundsatzdiskussion losbrechen, aber Du machst es Dir doch ein wenig einfach, finde ich...
Stefan
11.07.2005 - 19:06 Uhr
danke erstmal für die blumen. aber trotz deines relativierungs-"versuchs" ganz schön gewagte statements, die du da von dir gibst. ich war ein jahr in sao paulo, denke also ein wenig analyse-arbeit vorweisen zu können...das mit der religiösität ist so schon richtig gesagt, aber ich glaube nicht, dass religiöse menschen die glücklicheren menschen sind...? du schon? ich glaube vielmehr, sich von einer doktrin zur nächsten zu schlängeln, um ja keinen gott zu verärgern, ja keine sünde zu begehen, ist wesentlich anstrengender, beängstigender und beengender als ausschließlich an die moderne wissenschaft zu glauben (wiedermal überspitzt dargestellt). Gut, das mit dem Halt mag so schon richtig sein - aber es gibt bestimmt eine große Anzahl an hochreligiösen Menschen, die sterbend unglücklich sind... aber egal - jedem hier seine Meinung.

Ich habe ja gesagt, es ist nur ein sehr grob umrissenes Beispiel, woran es auch liegen KÖNNTE. Ich mache mir ja gerade nicht einfach, wenn ich irgendwelchen Glücklichkeitsumfragen nicht folge, sondern das alles etwas differenzierter betrachte.


Zu den "primitiven" Gesellschaften kann ich nur sagen: das ist Deine Meinung, die zutiefst durch Deine westliche Erziehung geprägt ist. Ich finde es persönlich wesentlich primitiver seine Alten (wie oben schon geschrieben) in ein Altersheim zu stecken, als sie im Kreis der Familie zu pflegen. Oder findest Du so ein Verhlaten tatsächlich "zivilisiert"? Und, tut mir leid, da ändert auch die Schwäche der Wirtschaft, Analphabetismus und die hohe Verbrechesquote nichts daran - wir sind alle gleich primitive Vertreter unserer Rasse, die einen - wir West Europäer - können es nur besser kaschieren, wir haben mehr Geld! Emotional-Intelligenter sind aber bestimmt die "ärmeren" Länder, und auch das ist Teil von ziviliesier Intelligenz. (Habe ich jetzt wieder Begriffe verdreht? Ach nö!)


naja, du hängst dich halt an dem begriff "primitiv" auf. denn habe ich etwas unglücklich gewählt, aber es sollte doch eigentlich klar sein, was ich damit gemeint habe. eben noch nicht so "fortschrittliche", "modernisierte" Gesellschaften.
Wie gesagt: ich halte viele deiner ausführungen für richtig, dementsprechend verstehe ich die kritik jetzt nicht ganz
Stefan
11.07.2005 - 19:08 Uhr
Das wurde in der Schule und auch an der Uni so bezeichnet, daher hab ich den Begriff jetzt einfach übernommen. War unbedacht, gebe ich gerne zu, aber deshalb hab ich ihn ja zumindest in Anführungszeichen gesetzt
Art Of
11.07.2005 - 19:11 Uhr
...habe mich etwas an dem unglücklich gewählten Begriff gestoßen, aber - dann ist ja alles gut, sorry für die vielleicht überspitzte Weltverbesserer-Attitüde. Manchmal geht es einfach mit mir durch! ;)
bee
11.07.2005 - 19:30 Uhr
"Wogegen eigentlich rebellieren?"
wer diese Frage so stellt hat offensichtlich keinen GRUND zu rebellieren.
Zu Zu
11.07.2005 - 20:07 Uhr
Wer sich gestern im Bayerischen Rundfunk "Marx Reloaded" angehört hat, hat genug Rebellionsmaterial für die nächsten 10 Leben! :P
Art Of
11.07.2005 - 21:05 Uhr
Na dann, Bee, erleuchte uns!!?
Mr. Kasimir der 1.
12.07.2005 - 09:06 Uhr
Ehrlich,man sollte gegen solche threads rebellieren...
Erleuchterer
12.07.2005 - 10:47 Uhr
Es werde Licht. So. Nun rebelliert. Gegen die Erhöhung der Pausenbrotpreise bei Hausmeister Krause.

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