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The Ordinary Boys - Brassbound

User Beitrag
vapour trail
28.06.2005 - 18:51 Uhr
so nun ist es endlich draußen.

Album No. 2.

Der Weg geht weg vom doch sehr the jam lastigen Mod Pop und hin zu einer etwas songorientierteren Neuordnung.

Sommerplatte kann man es nennen. 'boys will be boys', die vorabsingle hatte ja schon eine menge ska im köcher.

'life will be the death of me' ist ein weiterer sinngle kompatibler hit. songs wie 'talk talk talk,' seaside' oder 'week in week out' sucht man bei den ersten durchläufen vergeblich. nach vorne geht es nur noch begrenzt. von nun an herrscht ein gemindertes tempo das zu anfang etwas enttäuschend wirkt. nach dem fünften durchlauf fängt das ganze feuerwerk jedoch zu wirken an. sam preston wirkt less morrissey, was nicht das schlechteste ist. 'call to arms' schlägt voll zu und schafft die bewährte ordinary boys' atmosphäre.
'thanks to the girl' ist spätestens nach einigen tagen der absolute ohrwurm...

genug geschrieben.

sie werden wohl nie hier veröffentlichen. schade

one step forward (two steps back)
8/10
vapour trail
30.06.2005 - 13:59 Uhr

Da sind sie also wieder. Die Ordinary Boys. ein Jahr nach dem überraschungserfolg OTCC wird nachgelegt. “BRASSBOUND“ klingt anders…das mal gleich vorweg.



Gestartet wird das ganze mit dem titeltrack ’brassbound’. Erst ein kleines schnödes piano-intro und rasch die slash gitarre gepaart mit sam preston’s unverwechselbarer stimme. Schon in den ersten tönen klingt es irgendwie anders. Definitiv fliegt, neben der tatsache das die boys ihren eingeschlagenen weg weitergehen, ein gewisser brocken ska mit durch die luft.

„moderate to satisfy your views, your wrapped up on being rude you only come here for the action”

Gleich weiter zur ersten Mördersingle...”boys will be boys“. Frühlings/sommer soundtrack musik, ohne fragen. “I've had nights i will never forget , I've had nights i will always regret
but i can take it on the chin, and say 'Boys Will Be Boys”. Ob Rankin Junior’s (Lou Bega double?) einlage da rein gehört...bleibt sicherlich fragwürdig. Hier darf man aber wirklich mal mit fenster offen und radio auf anschlag ungeniert durch die stadt cruisen. Echt!

Nächstes lied… ‘life will be the death of me’ “Its our birthright to be discontented, don’t tell us the world is lemon scented, you say you had it much harder, tell me exactly how “.wohl die nächste single mit blick richtung chartspitze in uk und in eine reihe mit ‘talk talk tak’ und ‘week in week out’ in sachen qualität einzuordnen. Ein spritzer futureheads zur einordnung...wunderbare backing vocals ein text mit spitzen und ein chorus der im schmissigen ska-flavour spätestens nach dem dritten durchlauf zum mitreißen verpflichtet. So einen song hätten die specials wohl auch noch gerne hinbekommen.
“Life will be the death of me sitting in between four walls”

und gleich weiter zu ‘thanks to the girl’. Ähnlicher stil...diesmal mit feiner geschichte. Junge von seine freundeskreis verstoßen findet platz im leben eines mädels. Doch möchte er wirklich dort sein…? Ja ja…vielleicht so etwas wie eine antwort auf ‚boys will be boys’ autor philosophiert.
“still feeling sore from a dirty weekend“. “thanks to the girl….you’ve stolen our boy“ und dann “is this what you’re hoping for, a kitchenette on the eleventh floor”.

‘on an island’ ...ein song über britannia...mit blick von außen. Während einer reise beispielsweise. Was passiert in dir wenn du lange nicht zuhause warst. Und was ist britain? “while we float on this moat at sea, we wear our colours so heroically“ spitze kommentare auch im hinblick auf ein ewig gestriges uk in richtung europa inbegriffen. Klasse song!

‘one step forward (two steps back)’ ist wohl einer der beispielsongs...der für eine schnelle muskalische einordnung von brassbound dienen könnte...ein weiter 150 miles per hour song. Treibende gitarren und einsetzende backing vocals lassen Preston nach vorne gehen und über einen weiteren charakter erzählen…“you slouch in smoky corners of this town, vague sentiments follow you around, you drop jokes like they’re dragging you down” ein track der mit sieben bläsern live sicherlich noch um einiges wachsen könnte!

’skulls & bones beschäftigt sich mit der allgemeine fehlersuche in uk. Warum alles wieder so bitter sei…etc. preston gibt hingegen ein “Invent some stories that start a craze, how else we gonna fill our days”. Vielleicht ist es ja auch der mann im mond der alles so scheisse macht. Ein filler kein killer..

nicht jedes lied versucht den weg über die überholspur. ’don’t live to fast’ verringert merklich das tempo und kommt mit einer reggae melodie melodie um die ecke. Ein guter übergang in richtung


’call to arms’ , dem wohl am stärksten sozial kritischen stück auf brassbound “so isolated it’s complicated, being loved for being hated” ,ein mächtiger start der in einem aufruf zu politischer solidarität münded “and nothing seems quite so real as hanging from the ceiling like an imbecile in the name of peace love and unity“. heinlicher favourite!!

‘a few home truths’ lässt preston ein “Its much easier just to complain“ entlocken. Eine eher mittelprächtige ska-nummer, die aber vielleicht, wie schon der rest des albums sich als grower enttarnen könnte. Zumindest die trompeten lassen mitwippen…

Wie schon auf OTCC gönnen sich die Boys wieder ein Cover. war es auf dem debüt noch ‚little bitch’ von den specials, so ist es nun ‚rudi’s in love’ von locomotiv aus dem jahr 1968. ein song wie gemacht für die ordinary boys. Ein 100% klassischer ska-track der die gesamte energie des albums hinten raus noch einmal bündelt! Vielleicht das beste stück. “You can stay at home when the other Rude Boys go to Shanty Town. You’ll be havin fun while the other rude boys are still messin round with that lovley girl that has made you turn from your retrabutin ways , rudi rudis in love.” Definitver ohrwurm und ein stück sommer...ganz groß!!! Was für verliebte meinetwegen.

Zum abschluß klingt dann doch noch einmal morrissey durch. ‚red letter day’. Eine zerbrechliche ballade im stile des altmeisters. „Just throw it all away, review your fate and seize the day. You`ll throw it all away, it never mattered anyway. This red letter day is bigger than you`ll ever be so. Throw it all away, seize the day” lebe den tag... wunderbarer abschluß auch wenn der song nicht so unbedingt zum rest passen mag 


Ja es ist etwas anderes…weniger the jam…weniger morrissey und es bedarf sicherlich einiger anläufe und zahlreiche umdrehung bis dieser cocktail…aus dub, ska und etwas reggae überzeugen kann. Natürlich haben die boys nicht alles über bord geworfen…zumindest jedoch nicht den stillstand gesucht und somit eine weiterentwicklung beabsichtigt. Ein klasse sommeralbum. Ob es in ein bis zwei jahren noch wirkt bleibt fraglich…musikalisch ein killer…kommerziell wohl ein filler!

VT 06/05


p.s. wie auch schon das debüt ist die platte nur als import zu haben. die special edition kommt mit einer bonus dvd mit 3 livevideos und einer sehenswerten dokumentation daher.
aha
30.06.2005 - 14:51 Uhr
gefällt mir doch überraschend gut. der ska steht ihnen...
Vapour Trail
02.07.2005 - 00:12 Uhr
ja definitiv!
üstra
02.07.2005 - 18:19 Uhr
Mal vorab: es ist nicht begreiflich zu machen, warum speziell in Zeiten der neuen "Britenwelle", die derzeit aufs europäische Festland schwappt und so fragwürdige Acts zu die Strokes in die Vergessenheit spühlt, warum die Ordinary Boys keine Erwähnung finden. Dieses Schicksal konnten Kaiser Chiefs glücklicherweise noch abwenden! Aber zurück zu den Ordinary Boys um Preston und "Brassbound".

Zum Album nur soviel: Fantastisch. Es stellt keinesfalls einen von vielen (s. HP TOB) bemängelten Stilbruch zu "OtCC" dar. War dies noch The Jam-like suchten die Ordinary Boys nun die "schwarze Seite" der Modculture: den Ska! Der war fester Bestandteil des Modsounds auf der Insel. Und mal ehrlich ich für meinen Teil bin sehr erfreut endlich mal wieder ska-influenced britpop zu hören und anstelle von den wenig einfallsreichen Dandy-Frisuren und dem obligatorischen Schlips incl. Anzug ein Shirt á la Fred Perry, Ben Sherman oder auch Lonsdale zu sehen. Preston soll grüchteweise einen Ausstattungsvertrag mit Ben Sherman haben :)
Fraglich ist nur, ob dies vielleicht der Grund für den fehlenden Vertrieb in Deutschland ist? Man weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich die nächste Tour der Boys dann eben im UK besuchen werde und sich mal wieder bestätigt, dass Deutschland im Tiefschlaf steckt, während im UK geniale Bands ihr Unwesen treiben.

Hannover, im Juli05
Sproston Green
02.07.2005 - 22:30 Uhr
Kann mich der Meinung von üstra nur anschließen. Little bitch auf "Otcc" hat doch schon den ersten Ska-lastigen Track gehabt und genau das war auch genial.
Die vielen Ska Einflüsse auf "Brassbound" verwundern weniger, als das sie stark erfreuen.

Und wen wundert´s, bei dem dresscode. Perry, Sherman und Londsdale sind eben auf der Insel bei weitem nicht nur bei Blood&Honor oder Combat 18 verortet, im Gegenteil, da wo sie auch hingehören und herkommen, aus der Northern Soul-, Mod- und Skaschiene.

Bezüglich des Albums scheitert für mich nur ein kleiner Punkt an der Höchstnote 10: einer stärksten Songs auf "Brassbound" ist eine Coverversion, wobei "Rudi´s in love" nicht wirklich anders klingt.

Ansonsten auch der Wunsch von dieser Seite, dass mal endlich ein schlauer Kopf auf die Idee kommt diese 4 Herren in Germany zu veröffentlichen und sie hier auf Tour zu schicken.

Mittlerweile erscheint mir die Mutmaßung von üstra gar nicht so abwegig. The Ordinary Boys sind doch so ein typischer Act für das Haldern. Kein Schwein kennt sie hier, kein deal und im UK und Japan hypt es ohne Ende. Aber Haldern Fehlanzeige.

Fazit: die neue Britpopwelle kommt mit facettenreichen neuen Bands daher; viele Interpol-und FF-Klone aber auch Sachen wie Paddigtons, The Others, The Pipettes oder die Arctic Monkeys sind echt mal was für anglophile Menschen.

Die britischste aller Bands ist aber ohne Frage hier besprochene.
Dan
06.07.2005 - 20:24 Uhr
Sicherlich ganz oben mit dabei, wenn es wieder heißt "Sommeralbum 05- bestes versteht sich".
Problem: kaum jemand kriegt davon was mit. Allerdings wohl nur das Problem derer und nicht meins bzw. unser.

Ich empfehle die DVD-Version, neben 2 Live-tracks auch noch ein Tourfilm zum Gig in Brighton an Bank Holiday. Läßt ein bißchen den Schmerz verrinnen, die Ordinary Boys in absehbarer Zeit wohl nicht vor die Haustür zu kriegen.
Ryan Giggs
07.07.2005 - 20:19 Uhr
Grossartig, diese Band inklusive beider Alben!
Würde mich mal interessieren, ob man nicht doch in den Live-Genuß kommt, sprich die Ordinary Boys irgendwas in Germany supporten. Weiß jemand was genaues?
Justine Frishman
07.07.2005 - 20:23 Uhr
Sollen im Herbst stilecht Ocean Colour Scene supporten, hab ich über 3 Ecken gehört und will es gaaaanz fest glauben, da ich Prestons ******* küssen will :)
üstra
08.07.2005 - 11:55 Uhr
Wie jetzt? Preston ist ein Sexsymbol auf der Insel??? Hey, ich trage auch Fred Perry, liebe Justine :)
üstra
08.07.2005 - 13:58 Uhr
Also ich kann nix finden zu einer OCS samt Ordinary Boys support. Woher hast du die Info?
Paul Ince
08.07.2005 - 20:14 Uhr
Track 3 erinnert doch sehr an "The Jam, der Rest zeigt woher die Ordinary Boys kommen.
Der Werdegang läßt Parallelen zu Superpunk aufkommen. Die haben sich mit ihren ersten beiden Alben auch nicht recht getraut ihre große Leidenschaft Soul musikalisch umzusetzen.
Gem
10.07.2005 - 17:31 Uhr
"Rudi´s in love", ok ein Cover, aber Extrem-Sommerhit-verdächtig. Ich wandere aus!
üstra
13.07.2005 - 16:28 Uhr
Ins UK oder nach Japan???
zztop
28.07.2005 - 21:28 Uhr
wann kommt das album hier raus ?
cut your hair
28.07.2005 - 22:58 Uhr
NIE! was sehr schade ist, da es sehr gelungen ist. Auch wenn mir OTCC besser gefällt.

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