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Squarepusher

User Beitrag
Third Eye Surfer
28.10.2010 - 21:41 Uhr
Die Ultravisitor ist schon ein ziemliches Monument. Sein anstrengendstes Werk, aber auch eins seiner besten.
logan
28.10.2010 - 22:30 Uhr
Sein anstrengendstes Werk? Also, das finde ich nun gar nicht. Die ist einfach sehr, sehr schön.
Third Eye Surfer
29.10.2010 - 20:32 Uhr
Naja, also "schön" ist ganz sicher das Adjektiv, mit dem ich Lieder wie Steinbolt oder District Line II beschreiben würde. Aber gerade dieser Mix aus solchen Mindfuckmomenten und eben wirklicher Schönheit in Stücken wie Andrei oder dem Closer macht das Album ja auch gerade so genial.

Jenkinson selbst hat das Album noch am besten zusammengefasst: "Ultravisitor is my spectacle of beauty and of terror. It is unknowable, and will never be understood by anybody, least of all its creator."
logan
30.10.2010 - 09:45 Uhr
"Go Plastic" fand ich more mindboggling & terroristic.
Der Standard
19.11.2011 - 04:41 Uhr
Ultravisitor

Analog Kid

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28.04.2021 - 10:40 Uhr
Mal n kleiner Walkthrough durch des Meisters Werk:

Squarepusher - Feed Me Weird Things (1996)

8/10

Tolles erstes Album von Mr. Jenkinson, beinhaltet bereits alle späteren Trademarks, jazziges Gitarrengefrickel, relaxtes Funky-Feeling, brutal-rasantes Dn'B-Gebollere, Acidgeblubber, stimmungsvolle Synthiemelodien, wie sie sein Kumpel Richard D. James seinerzeit auch nicht besser hinbekommen hat. Sehr abwechslungsreich und witzig, wie eigentlich alle Alben von ihm.

Highlights: "Theme from Squarepusher", "Tundra", "Theme from Ernest Borgnine", "Ufo's over Leytonstone"

Analog Kid

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28.04.2021 - 10:57 Uhr
"Hard Normal Daddy" (1997)

8.5/10

Sein Warp-Debüt. Ähnlich strukturiert wie der Vorgänger. Absolutes Highlight: "Bleep Street" - trotz hektischem Beat eine wunderschöne Nummer mit traumhaften Synthies. Ansonsten wieder die üblichen, rasend schnellen Drill'n Bass-Massaker, mal mehr mal weniger mit Melodie angereichert. Gelegentliche Synthiestreicher klingen teilweise sehr nach "Richard D. James"-Album, am geilsten find ich hier aber, wenn es schön Fusion/Jazz-mässig abgeht mit E-Piano, Bassgefrickel & Wah-Wah-Funkygitarre, da klingts fast nach Heist-Movie. Empfehlenswert als Einstiegsalbum.

Analog Kid

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01.05.2021 - 12:15 Uhr
Big Loada EP (1998) - 7/10

Halbstündige EP mit eher elektronischen Nummern, AFX-mässige Zwirbelbeats, 8-Bit-Melodien, Bassgedengel, alles verrührt in dem irren Programming, dass zu seinem Markenzeichen wurde. Sehr ähnlich den Aphex-Releases zu dieser Zeit.

Music is rotted one Note (1999) - 9/10

Wird immer als "Jazz"-Album bezeichnet, ich hör hier eigentlich eher ominös-Krautigrockiges, Postrockiges, Psychedelisches - sehr freiformatig alles, kaum elektronische Klänge, live Instrumente. Ein sehr experimentelles und faszinierendes Album, einer seiner besten Releases imo.

Analog Kid

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01.05.2021 - 13:07 Uhr
Budakhan Mindphone (1999) - 9/10

30-Minuten-EP, die den Stil des "Music is..."-Albums fortsetzt, allerdings mit etwas fokussierteren Nummern und ein Mü elektronischer. Can lassen ab und zu so ein bisschen grüssen.
"Iambic 5 Poetry" ist einer der schönsten SP-Tracks überhaupt und die ganze EP auch wieder sehr empfehlenswert, wenn auch recht untypisch wenn man das Jenkinson'sche Gesamtwerk betrachtet. Krautrockfreunde (aber der eher freiformatigen Variante) sollten mal ein Ohr riskieren.

Analog Kid

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01.05.2021 - 13:54 Uhr
Ach immer diese Scheiss-Wertungen. Etwas zu hoch gegriffen womöglich. Also "Music is..." vielleicht ne 8 und "Budakhan..." ne 8.5 oder so. Erstere ist übrigens doch schon von 1998.

"Selection Sixteen" (1999) - 8/10

Mit dem nächsten Album ging's dann wieder zurück an den Elektro-Basteltisch. Betörende Melodien, 303's Aciiiid-Geblubber, Synthies orgeln. Überraschend straighte Beats bei "Snake Pass" und zwischendrin gibt's jazzige Interludes, ein weiteres Klasse-Album. Herausragend der letzte Track von Jenkinson's Bruder Andy aka "Ceephax Acid Crew", eine schöne creepy Nummer im Stil der frühen Ae oder Mu-Ziq-Sachen.

Analog Kid

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03.05.2021 - 15:15 Uhr
Go Plastic (2001) - 9/10

Dieses Album ist das totale Massaker. Unfassbar was hier zum Teil abgeht. Ich muss einfach immer breit grinsen bei jedem Hördurchgang. Scheinbar völlig chaotisch manchmal und doch auch 100 Prozent bis auf den kleinsten Mikrosound durchkonstruiert in schier unglaublicher Detailiertheit. Bis auf die gesamplete Bassgitarre ab und zu kommt hier alles aus dem Computer, entsprechend abstrakt geht's hier meistens melodietechnisch zu (bis auf "My Red Hot Car", ein astreiner Hit, oder auch "Exploding Psychology"), aber im Gegensatz zu den ja manchmal auch etwas sehr strukturlosen Klanglandschaften Autechres gibt's hier durchaus auch straighte Rhythmen und Sounds, zu denen man schon irgendwie Kopfnicken kann, wenn auch manchmal in Lichtgeschwindigkeit.
Natürlich schon auch wieder Aphex-Releases wie "Come to Daddy" oder "Drukqs" sehr ähnlich, auf jeden Fall ein totales Highlight in Sachen "Drill'n Bass" oder generell mordsmässig verfrickelter Warp-Elektronik.

So geil wie in "Greenways Trajectory" die Beats per minute zu Beats per seconds und dann zu Beats per Milliseconds und zum Schluss zu Ultraschallfiepen mutieren :)

Unangemeldeter

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03.05.2021 - 16:33 Uhr
Sehr schöne Kurzrezensionen, danke! Ist extrem hilfreich bei einem Künstler, der so viel veröffentlicht hat, dass man als Neueinsteiger vor einem unbezwingbaren Berg steht.
Obwohl ich mal ne ziemliche Aphex Twin-Phase hatte, hab ich mich nie mit Squarepusher beschäftigt. So richtigen Drill-n-Bass-Kram brauch ich glaub ich auch nicht mehr (dafür reichen mir dann 2x im Jahr auch die alten Aphex-Platten), aber was du zu Music is... und Budakhan schreibst, spricht mich ja direkt sehr an. Werde also mal reinhören.
Coole Sache, lese weiter gerne mit!

Unangemeldeter

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03.05.2021 - 18:19 Uhr
Mannomann, die ersten 2 Tracks von der Music is... (die DRUMS! der BASS!) und Iambic 5 Poetry sind wirklich der Knaller. Danach haben mich beide Alben/EPs bisschen verloren, aber kann man schwerlich der Musik anlasten, die ist eindeutig nicht für Liebe aufs erste Ohr konzipiert. Zu der Budakhan Mindphone werd ich aber sicher noch öfter zurückkehren.

Quirm

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03.05.2021 - 20:43 Uhr
Hab hier auch noch die Burningn'n Tree (1997) im Regal stehen, aber schon ewig nicht mehr gehört. Ist aber, meine ich, eine Zusammenstellung von Songs vor seiner Squarepusher Zeit?

Squarepusher hab ich bis zur "Just a Souvenir" sehr intensiv gehört und fand den auch immer faszinierender als Aphex Twin. Danach hab ich ihn ein bisschen aus den Augen verloren. Nach deinen Rezensionen hab ich aber mal wieder Bock mich durch die Alben zuhören.

Analog Kid

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04.05.2021 - 12:58 Uhr
@ Unangemeldeter:

Danke! Mit SP hab ich mich auch erst relativ spät befasst, da ich die doch eher melodielastigeren Acts dieser Richtung wie Aphex oder Mu-ziq erstmal bevorzugt habe. Hab dann doch festgestellt, das mir einiges entgangen ist, Tom Jenkinson ist einfach auch wirklich ein enorm vielseitiger Musiker, und dieser Jazz-Einfluss in dem Genre auch recht einzigartig.
Stimmt jedenfalls, "Music is..." und "Budakhan..." sind definitiv nicht auf unmittelbaren "Hörgenuss" ausgelegt... das ist teilweise schon recht weit draussen alles.

@Quirm
Ja, die Burning Tree ist eine auf Warp erschienene Kompilation seiner frühesten EP's, mir bis heute leider nicht geläufig, aber soll gutes Zeug laut Experten sein.

Würd auch sagen bis inklusive der "Hello Everything" eigentlich alles gut bis sehr gut, danach hat er mich allerdings ein bisschen verloren- speziell von der "Souvenir" war ich nie so richtig begeistert - werd das im Rahmen meines Walkthroughs aber nochmal überprüfen müssen :)

Analog Kid

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04.05.2021 - 23:23 Uhr
Do You Know Squarepusher? (2002) 7.5/10

Ist zwar nur 30 Minuten lang, zählt aber komischerweise trotzdem als Album.
Setzt den elektronischen Sound von "Go Plastic" nahtlos fort. Der Titeltrack ist genau wie "My Red Hot Car" ein totaler Hit inkl. rapartigem, verspultem "Gesang" von Mr.Jenkison himself - klasse Nummer!
Auf "F-Train" dann nochmal mit Vocals- wiederum eine Art Sprechgesang (klingt wie irgendwas aus nem Physikbuch vorgelesen), durch zig Effekte gejagt, sehr verstörend & geil. Ansonsten das "Übliche", gehirnverknotendes Elektrogefrickel mit durch alle Frequenzen und Dimensionen warpenden Stereo-Fickereien.
"Mutilation Colony" dann schön creepy Drones und Soundeffekte, ähnlich "Gwarek2" von Aphexens "Drukqs"-Album.
Das abschliessende "Love will tear us apart"-Cover ist nett, aber nichts besonderes.
Das der CD-Ausgabe beiliegende Live-Album hab ich übrigens bis heute nicht geschafft mal zu hören...

Quirm

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05.05.2021 - 08:14 Uhr
Zu erwähnen wäre vielleicht auch noch das Video zu "Come on my Selector" ( auf der Big Loada Ep) gedreht von Chris Cumminghan, der zu der Zeit viele coole Videos gemacht hat (Björk, Aphex Twin, Portishead usw.)
Durch den Song und das Video bin ich auf seine Musik aufmerksam geworden und war sofort gefangen.

Quirm

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05.05.2021 - 08:15 Uhr
Chris Cunningham natürlich....es ist noch zu früh^^

Analog Kid

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05.05.2021 - 09:32 Uhr
Das Video ist witzig - ganz im Gegensatz zu "Come to Daddy", dachte damals auch, was für ein Aphex Twin Ripoff ist das denn? :)

"Ultravisitor" (2003) - 9/10

Wie in dem Strang hier ganz oben schon erwähnt, ist die Bezeichnung "Monument" für dieses Album wahrlich angemessen.
Dem Zitat von Jenkinson himself braucht eigentlich nichts hinzugefügt werden:

"Ultravisitor is my spectacle of beauty and of terror. It is unknowable, and will never be understood by anybody, least of all its creator."

Ich machs aber trotzdem :) In diesem Album kulminiert es in einem Amalgam aus so ziemlich sämtlichen Stilen, die Jenkinson bisher auf seinen Releases abgegrast hat, ausufernde, recht lange, komplexe elektronische Nummern wechseln sich ab mit kurzen Zwischenspielen, Soloeinlagen auf Bass, Schlagzeug und akustischer Gitarre, teilweise offenbar aus Live-Performances zusammengeschnitten, manchmal auch als Basis für die längeren Tracks. Also im Grunde eine Vorgehensweise wie der selige Zappa weiland auf seinen Alben.

Die Highlights auf diesem Album zählen zum krassesten, irrsinnigsten und unfassbarsten, was nicht nur Jenkison selbst, sondern elektronische Musik überhaupt hervorgebracht hat bis dato.
Ein Track wie "Steinbolt" bringt einfach verlässlich grossen Frohsinn hervor - ein so dermassen wahnsinniges Massaker, das ALLES zerlegt, was extreme Musikrichtungen je hervorgebracht haben, JEDE extreme Metalband muss hier tief in den Staub sinken ob dieser Brachialität in Überlichtgeschwindigkeit, die das uns bekannte Universum zerspleisst, vaporisiert und atomisiert. Als würden die Borg aus Star Trek ein Black Metal-Instrumental spielen, inkl. elektronischer Blastbeats. Mir gehen die Metaphern aus :)
Im Grunde gilt das für sämtliche längere Nummern hier - District Line 2, der Titeltrack, oder "Telluric Piece" - nur genial und stellenweise erstaunlich melodiös, trotz Überschallbeats und Soundbits im Mikrosekundenbereich.
Bemerkenswert auch "Iambic 9 Poetry", trotz nervösem Live-Schlagzeug eine wunderschöne, relaxte Nummer, hier kann man auch prima hören, was für ein Top-Drummer Jenkinson ist. Oder das extrem verstörende "50 cycles", mit seinen nach allen Regeln der Kunst verbaselten Sprechgesang-Vocals (wieder so seltsame Dystopie-Lyrics, erzeugen aber geile Atmosphäre) und nervenzerfetzenden Soundscapes. Und zwischendurch wird man immer wieder in die Wirklichkeit zurückgebeamt, mit Solo-Basseinlagen inkl. Publikumsjubel oder unschuldigen, klassisch angehauchten Akustikgitarren-Pieces.
Ein fucking Meisterwerk.

Analog Kid

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07.05.2021 - 22:31 Uhr
"Hello Everything" (2006) - 8.5/10

Nach dem überlangen und monolithischen Mindfuck vom "Ultravisitor" hatte Herr Jenkinson offensichtlich Bock auf die leichtere Muse und servierte mit diesem Album sein bisher melodischstes und zugänglichstes Werk. Neben den beiden ersten Alben als Einstieg ebenfalls super geeignet, aber in seiner melodienseligen Freundlichkeit wohl auch etwas irreführend in Bezug auf sein sonstiges Schaffen. Wieder viel live gespieltes, Bass, Akustikgitarren, Drums, aber auch Elektronisches. Tracks wie "Hello Meow" oder "Bubble Life" lassen schön die Sonne scheinen mit freundlich-entspannten Harmonien, während "Planetarium" neben dem altbekannten "Amen Break"-Dn'B-Beatgerassel geradezu Kraftwerk-artige, hinreissende Synthiemelodien auffährt, genauso wie das tolle "Welcome To Europe". Experimenteller wirds mit dem dronigen Ambient-Gejaule von "Vacuume Garden" während Tracks wie "Rotate Electrolyte" oder "Orient Orange" das übliche Highspeed-Elektrogefrickel bringen - bekannt, aber geil und immer wieder von schönen, moody Melodien durchsetzt.
Insgesamt eine bunte und sehr bekömmliche Mischung, die sehr viel Spass macht.

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