Serie: Twin Peaks

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dave
19.09.2017 - 10:54 Uhr
http://www.moviepilot.de/news/twin-peaks-weitere-staffel-ist-laut-david-lynch-nicht-ausgeschlossen-195661
dougie
20.09.2017 - 17:19 Uhr
https://pitchfork.com/thepitch/david-lynch-interview-on-bowie-and-music-that-inspired-the-new-twin-peaks/
Der Fuß
25.09.2017 - 11:12 Uhr
So, meine Gedanken zu dem Staffelfinale. Eine wirkliche Erklärung bzw. Interpretation habe ich nicht, lediglich ein paar Gedanken die ich gerne zusammenfassen würde, vielleicht wird mir beim Schreiben ja auch einiges klarer.
Die ersten Folgen der neuen Staffel sind bei mir ziemlich lange her, genauso wie die ersten 2 Staffeln. Die komplette Filmographie Lynchs kenn ich auch nicht, daher will ich mir nicht anmaßen, ich hätte besonders viel Ahnung.

Grundsätzlich sind meiner Meinung nach 2 Aussagen die innerhalb der Serie (wiederholt) getroffen werden, von enormer Bedeutung.
"We live inside a dream" und "Is it future or is it past".
Der Gedanke, dass die ganze Serie nur ein Traum ist (die Andeutung wurde mit dem Bellucci-Traum ja gemacht), fand ich ehrlich gesagt ziemlich banal und langweilig. Doch letztendlich denke ich, dass dem so ist.

Jedoch wird in der gesamten Serie nicht eindeutig zwischen Traum und Wirklichkeit unterschieden. Träume können teilweise realistischer sein als unsere Realität. Dazu passt auch Lynchs Zitat (aus der Wirklichkeit, nicht der Serie):
"I don't think that people accept the fact that life doesn't make sense"

Die gesamte Serie wechselt also zwischen der Traum- und der Realitätsebene, die jedoch keine klaren Gegensätze bilden, sondern teilweise ineinander übergehen. Dazu passt auch der Zeitaspekt. Wenn wir träumen wissen wir oft nicht, um welche Zeit es sich handelt. Genauso ist es der Traumwelt und Realität der Serie. Man weiß also nicht, ob etwas in der Zukunft oder Vergangenheit stattfindet bzw. stattgefunden hat.

Hier also meine Interpretation der Serie:
Die gesamte Handlung in Twin Peaks ist aus der Fiktion Lynchs entstanden, sie ist also sowohl der Traum des Regisseurs, als auch der Traum des Zuschauers. Wir sind also die Träumer.
Mit dem Sieg gegen BOB und der Rettung Lauras wird der Sinn der Existenz Twin Peaks (als Serie) ausgelöscht, Twin Peaks als Serienstadt hört also auf zu existieren. Stattdessen geht es während des Endes der letzten Folge um ein Paralleluniversum, das unserem entspricht. Deshalb treffen auch nun Richard und Carrie (statt Cooper und Laura die aufgehört haben zu existieren) in Twin Peaks auf die tatsächlicher Besitzerin des Hauses, in dem die Palmers wohnen.
Das wäre aber natürlich alles zu viel zu einfach, deshalb findet David Lynch-mäßig erneut eine Verschmelzung statt, da - ähnlich wie bei Lost Highway - niemand seiner Vergangenheit (bzw. Zukunft) entfliehen kann. Carrie "erinnert" sich also wieder an Laura, nachdem Sarah Palmer aka Judy aka Jumping Man nach ihr ruft. Judy existiert also auch in der realen Welt, da es Böse eben Real und keine Fiktion ist.

Und das ganze wird dadurch abgerundet, dass Audrey, die in der Serie im Koma liegt, in ihrem Komatraum in einer Welt gefangen ist, die einer Mischung aus der Twin Peaks Serienwelt (also dem Traum) und unserer Wirklichkeit (also der Realität) entspricht. Deshalb sucht sie auch im Roadhouse (Serie) nach einem gewissen Billy, der bestimmt nicht zufällig genauso heißt wie der Schauspieler Billy Zane (Realität), der in der Serie Audreys Freund gespielt hat.

The MACHINA of God

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25.09.2017 - 19:36 Uhr
Ich habe mit meiner MItbewohnerin nochmal Staffel 1 und 2 sowie "Fire walk with me" geschaut und nun wird nochmal die neue Staffel geschaut. Und so sieht man es nochmal mit mehr Hintergrundinformationen. Es schaut sich gleich ganz anders... aber keineswegs schlechter. Audiovisuell ist das einfach ein Meisterwerk.

The MACHINA of God

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25.01.2018 - 19:31 Uhr
Wie sieht es eigentlich mit nem DVD/RB-Release aus? Hätte langsam mal Bock drauf.

Euroboy

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25.01.2018 - 23:17 Uhr
In Amiland gibt es die Serie schon auf DVD/BluRay. Hier soll Sie (laut Amazon) am 29.März rauskommen. Bin auch schon ganz heiß darauf.
Hab sie
26.01.2018 - 03:22 Uhr
Schon. 6h Bonusmaterial. Okay 4h davon sind Putzscenen im Roadhouse.

humbert humbert

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26.01.2018 - 04:46 Uhr
@The MACHINA of God

Twin Peaks ist audiovisuell total öde. Die alten Filme sind optisch um einiges ansprechender. Diesen kühlen digitalen Look finde ich total langweilig. Dafür passen aber wiederum die schlechten Effekte total gut dazu.
Für mich war die dritte Staffel ein absoluter Quark.

The MACHINA of God

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26.01.2018 - 09:21 Uhr
@humbert:
Aha. Seh ich vollkommen anders. Und nun?

@Euroboy:
Danke. Is noch so lange hin. :(

MopedTobias

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26.01.2018 - 10:49 Uhr
Staffel 3 hat halt kaum noch was mit irgendeiner Form konventioneller Erzählästhetik zu tun, geht sehr viel weiter als die 90er-Serie. Das ist in der Größenordnung das Radikalste, was je für das Fernsehen produziert wurde, und das wird das wohl auch eine Weile lang bleiben. Muss man nicht mögen, natürlich, aber bei Attributen wie "öde" und "absoluter Quark" liegt auch die Vermutung nahe, dass man hier womöglich einfach die falsche Erwartungshaltung hatte.

Gerade den Look und das Spiel mit Farben finde ich hier phänomenal und besser als alles, was Lynch je gemacht hat. Exemplarisch ist da z.B. Folge 10, diese Review geht da etwas näher darauf ein: https://www.google.de/amp/s/mobile.nytimes.com/2017/07/16/arts/television/twin-peaks-season-3-episode-10-recap.amp.html

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09.02.2018 - 16:49 Uhr
Schön gesagt.

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09.02.2018 - 16:55 Uhr
Mal was anderes:

Die beknacktesten Plots der durchwachsenen Season 2.2.:

1.) James und seine Scheissfahrt zu der Oldtimer-Tante 2/10
Unfassbar schlimm. Von Anfang an unnötig (denn James nervt mit seinem Winsel-Gesicht eh schon), wird es dann nur noch schlimmer. Den einen Punkt gibt's für die Autos, der Rest ist ein lächerliches Trauerspiel. Fremdscham deluxe. Die Plottwists... lol. Das Ende... rofl. Was für ein Schund.

2.) Nadine in Highschool 3,5/10
Eigentlich auch total überflüssig. Soll wohl witzig sein, hinterlässt bei mir aber meist nur Langeweile und Fremdscham. Cool ist die Szene mit Nadine, Ed und Norma im Bett. Wie der Pokal rumgereicht wird, ist schon lustig. Am nervigsten sind die "Kampf"-Szenen.

3.) Ben Horne gewinnt den Amerikanischen Bürgerkrieg 6/10
Muss ich sagen, finde ich gar nicht so schlimm. Liegt aber auch daran, dass ich Ben Horne sowie den Schauspieler mag. Und Audrey oft auftritt. Aber insgesamt funktioniert das schon ganz gut, auch wenn es sicherlich nicht nötig gewesen wäre.

The MACHINA of God

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09.02.2018 - 18:39 Uhr
Ach, ganz vergessen: Ne 4,5/10 gibts für das ganze Theater um Josie und Mr. Eckart und so weiter. Das ist alles recht diffus und irgendwie auch egal, weil das anfangs gar keine Rolle spielt. Auf einmal kommen da immer mehr Leute in Spiel. Ich mag Andrew Packard, besonders wenn er Spaß mit Pete hat. Ansonsten aber alles recht überflüssig.

Nach Lelands Tod hat die Serie defintiv einen extremen Knick und es gibt 2-3 unterirdische Folgen. Dann erholt es sich etwas, wird aber niemals wieder so gut wie zuvor. Immerhin ist die Windom Earl-Sache ganz interessant.

Season 1 10/10
Season 2.1 10/10 (bis inkl. der Folge mit Lelands Tod)
Season 2.2 7/10 (wobei gerade die ersten Folgen im Bereich 4/10 rangieren)

MopedTobias

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09.02.2018 - 18:48 Uhr
Also die Finalfolge find ich nochmal besser als alles zuvor, sonst würd ich dir zustimmen, außer dass ich "nur" zur 9 und nicht zur 10 greifen würde.

The MACHINA of God

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09.02.2018 - 18:51 Uhr
Die Finalfolge ist auch gigantisch. Hab ich ja gar nicht bestritten. Sonst würde die 2.2 auch nicht auf eine 7/10 kommen.
Wer bei "Twin Peaks" allerdings nicht zur 10 greift, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. :D

The MACHINA of God

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09.02.2018 - 18:53 Uhr
Ach stimmmt, hab ich ja doch behauptet. Sorry. Also ja, die Finalfolge ist so grandios wie Season 1 und 2.1.

AVMsterdam

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25.03.2018 - 20:46 Uhr
Ich war ein großer Fan der Original-Serie, aber die Fortsetzung haut mich echt nicht vom Hocker. Bin jetzt bei Serie 13.

Ich sehe sie hauptsächlich, um herauszufinden, was mit den altgeliebten Charakteren passiert, denn die neuen sind sehr viel schlechter. Was soll überhaupt Coopers gewissen- und emotionsloser Doppelgänger oder der kriminelle Horne-Enkel, wieso soll man sich für deren Schicksal interessieren? Die surrealen Elemente sind auf einmal nichtssagend.

Die Handlung nimmt auch stark ab. Die zähen und unlustigen Dougie-Einlagen, das Ausschlachten alter Charaktere ohne Weiterentwicklung (bestes Beispiel: Johnny Horne torkelt einfach im Wald herum), viele Szenen, die überhaupt keinen Zweck in der Gesamthandlung einnehmen.

MopedTobias

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25.03.2018 - 21:25 Uhr
Bzgl. Jerry Horne gibt es eine sehr interessante Fantheorie, die ich ziemlich stark finde: Lynch macht sich über seine Zuschauer lustig.

https://www.reddit.com/r/twinpeaks/comments/6zizmo/s3e16jerry_horne_interpreted/

Generell sollte man sich bei Staffel 3 davon lösen, die Figuren auf einer Charakterebene zu betrachten, weil sie oft auch einfach eine Idee repräsentieren. Das ist natürlich schwer, wenn man schon eine emotionale Bindung zu ihnen aufgebaut hat. Hätte mich aber auch sehr gewundert, wenn niemand von Season 3 enttäuscht gewesen wäre, schwerer hätte es Lynch den alten Fans kaum machen können.

AVMsterdam

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26.03.2018 - 12:41 Uhr
+ Spoiler +




Das Ende finde ich dann doch würdig und gelungen, wegen der Mehrdeutigkeit, die aber trotzdem sinnvolle Schlüsse zulässt. Das Schicksal von Cooper und Laura bleibt offen, weil sie der bösen Macht (Judy?) ausgeliefert zu sein scheinen.

Sehr traurig finde ich das Schicksal von Audrey. Vergewaltigt, psychotisch geworden und allem Anschein nach in irgendeiner geschlossenen Anstalt. Ebenso tragisch ist das Schicksal von Annie. Sich in einen Geheimagenten zu verlieben, endet selten gut - lehrt auch diese Serie.

The MACHINA of God

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26.03.2018 - 14:55 Uhr
Audrey vergewaltigt?

MopedTobias

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26.03.2018 - 19:55 Uhr
Ja, vom bösen Coop. Ist doch die beliebteste Theorie für die Vaterschaft von ihrem Sohn.

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