The Rolling Stones - Live licks

User Beitrag
marcuse
26.12.2004 - 05:24 Uhr
@ Daniel Gebhardt

Die Kritik ist eine absolute Frechheit. Selbst wenn dir das Live Album zu Weihnachten aus den altbekannten, tierisch auf den Sack gehenden dämlich-ideologischen Indie-Denkmustern heraus betrachtet nicht gefällt, so solltest du doch zumindest bei den Rolling Stones und in Anbetracht ihrer musikalischen Lebensleistung, verglichen mit der Deinen, wenigstens einen Funken Respekt an den Tag legen.
Man beleidigt einfach nicht die Rolling Stones.
Und schon gar nicht ein Daniel Gebhardt.
Schreib Dir das mal hinter die Ohren.
Wilfried
26.12.2004 - 06:32 Uhr
Die Rolling Stones haben sehr große Verdienste, da stimm ich absolut zu, hätte ich das nötige Kleingeld würd ich mir auch mal einen Gig von denen gönnen, NUR : Genau wie Oasis trampeln die schon seit Jahren auf der Stelle, nach Voodoo Lounge kam da nichts mehr wirklich brauchbares. Nette Rockmusik, keine Frage, aber die Dosis kann ich auch von anderen Bands bekommen, die hungrig sind und was erreichen wollen.
Findet ihr beide doch einen Konsens und trinkt ´nen Bier drüber wenn ihr nicht allzu weit auseinander lebt.
UND : Denkt dran, die Pumpkins haben die wesentlich besseren Songs geschrieben.
Armin
26.12.2004 - 17:15 Uhr
Und schon gar nicht ein Daniel Gebhardt.

Stimmt.
Greylight
26.12.2004 - 17:29 Uhr
Herr Lindner nimmts wohl ganz genau heute...
schweizerländer
26.12.2004 - 19:15 Uhr
PS am Rande: Kleiner Schreibfehler im letzten Satz der Rezension. However.
marcuse
26.12.2004 - 21:22 Uhr
Was ist eigentlich einzuwenden gegen Live- und Best-of-ALben im Weihnachtsgeschäft?
Wem es nicht gefällt, der muss es ja nicht kaufen und der Rest freut sich dran.
Ich meine, wenn 3 Millionen Leute diese Tour besucht haben, dann hätten nun mal eben auch 1 Million von denen gerne ein verdammtes Live-Album davon.
Mich nervt dieses ewige Gut-Böse-Denken.
Eine Band die fett ist und in Stadien auftritt und einen Haufen Kohle verdient ist grundsätzlich schlecht und kriegt deshalb 5 Punkte. Wer aber in der Garage, oder im Proberaum hockt, oder noch besser in der Steppe von Nevada, oder den Wäldern von Neuengland und einen Haufen Müll auf einem mindestens 25 Jahre alten Kassettenrekorder aufnimmt, der ist grundsätzlich gut und kriegt schon mindestens 7 Punkte alleine dafür dass es sich wenigstens ein bischen nach Dilletantismus anhört.
Thats Indie at its best- yeah yeah yeah.
Die Proberaum-Ideologen sind doch schon mit 30 viel grössere Karrikaturen ihrer selbst, als Mick Jagger, der Ed van Schleck der Musikindustrie und sein Gitarrist mit der geschmackvollen Damenperrücke es je werden könnten.
Die Kirmesband Rolling Stones kann sich gar nicht so selbst verarschen, wie mancher Indie Kritiker, der seit 10 Jahren seine liebgewonnen Klischees pflegt.
Besonders freut mich, dass im Gegensatz zu den Stones die 25 tausend geklonten Live und Best of Alben von Pearl Jam zu Weihnachten, zu Ostern, zum Valentinstag, zu Halloween und zum Namenstag von jedermanns Schwiegermutter immer über 8 Punkte einfahren, und das scheinbar nur weil Eddie Vedder es wie kein andrerer versteht so zu tun, als würde er nach der hundertsten Million auf seinem Konto immer noch kein Deo benutzen und weil er es als altes Indie Urgestein natürlich nicht vergisst noch eine Bonus-Akustik-CD für die beschissenen Gettho-Kids von Seattle zu veröffentlichen, die von ihren bösen Republikaner-Eltern getreten und geschlagen wurden, bevor sie zum Dead Man Walking wurden und von George Bush persönlich auf dem Eletrischen Stuhl gegrillt wurden und zwar in Guantanamo-Bay mit Plastiktüte über dem Kopf. Ein Glück dass Eddie das mal wieder zur Sprache gebracht hat.
devil
26.12.2004 - 21:25 Uhr
..vielleicht liegt's auch einfach nur daran, dass Pearl Jam noch immer sehr gut sind. Vor allem live. Ob sie das in 20 Jahren, wenn sie so alt sind wie die Stones, noch immer sein werden ist aber höchst zweifelhaft.
devil
26.12.2004 - 21:28 Uhr
noch was:

zuerst regst du dich über die ach-so-indie-Leute und deren Klischees auf, und nur wenige Zeilen später kommt ein Satzungetürm, das vor billigster Klischees nur so strotzt

elender heuchler! :-)
Nachsager
26.12.2004 - 22:52 Uhr
Ich schließe mich der Meinung von marcuse an.
savagex
26.12.2004 - 23:41 Uhr
Also ich stimme auch marcuse zu. Sie Stones machen keine schlechte Live-Musik. Ich finde es scheiße, dass das Indie-Volk immer noch den Stones nachträgt, dass sie "überlebt" haben! Wenn sies nicht hätten, müssten sie vielleicht anstatt der Beatles für viele Indie-Kindsköppe als Vorbilder herhalten.
Die Stones haben überhaupt Indie möglich gemacht, denkt mal drüber nach. Keith Richards war schon ein Punk in einer Zeit, in der das Wörtchen nicht mal existierte...

PS: Über das Album kann man seine Meinung haben, wie man will, nur finde ich nicht in Ordnung auf welche Art und Weise die Stones immer wieder in den Dreck gezogen werden.
marcuse
27.12.2004 - 01:41 Uhr
100 prozent zustimmung. die stones sind sakrosanct. egal was für einen scheiss sie auch immer machen werden. keiner hat das recht sie als kirmesband zu bezeichnen. ihre konzerte sind immer noch ok. und selbst wenn sie in 20 jahren im rollstuhl noch auf die bühne fahren haben sie immer noch 10 mal mehr feuer im arsch und eier in der hose, als radiohead, coldplay, oder manch anderer indie-kasper hier im forum es jemals haben werden.
indie-kasperl
27.12.2004 - 01:59 Uhr
@die verehrten rolling stones-fans:
hab' ich doch viel mehr einer in der hose als ihr. und wisst ihr warum? weil ich nicht auf ewig dazu verdammt bin, mein maul aufzureissen und wie ein kleines kind trotzig zu reagieren wenn meine "lieblingsband" einmal negativ kritisiert wird oder wurde. das wort "objektivität" scheint in eurem wortschatz wohl nicht zu existieren???
kasperle
27.12.2004 - 02:47 Uhr
regt euch doch nicht so auf. Die Stones nehmen sich ja nicht mal selbst ernst, wieso sollte es der Rezensent tun?
kill the indie-kaspers
27.12.2004 - 04:24 Uhr
die stones sind nicht meine lieblingsband. sie sind vielleicht die lieblingsband meiner eltern. trotzdem haben sie viele geile sachen gemacht, auch wenn das schon lange her ist und sie sind immer noch gute musiker. deshalb gebührt ihnen ein bischen respekt. sie haben es einfach nicht verdient sich von ein paar altklugen indie-seppen anhören zu müssen, dass sie den rock¨n roll ins grab gestossen haben. schon gar nicht, wenn diese seppen jedem drittklassigen schrott 8 punkte geben und eine komplette flachbrettband band wie placebo, die mal 2 nette liedchen geschrieben hat für den höhepunkt des sexualakts halten.
charras
27.12.2004 - 22:22 Uhr
Liebe Stoneskritiker, ihr vergesst die Zeitläufte
überlegt mal, 1963 bis dato aktiv und on the road
gelebte RocKn Roll..., gut, zugegeben mit schwächeren Phasen (1975 -jetzt), aber unsere
jetzige Zeit würde ohne sie d e f i n i t i v
ander aussehen, ihr prügelt die Menschen, die
euch den Weg bereitet haben so leben zu können,
wie ihr heute lebt, definitiv.....( denkt mal
drüber nach ihr Nutznießer, Patizipierer, Nassauer
Stehgeiger, Westentaschenrocker, Klangforscher,
Weltreisende und sonstige Freihéitspiraten..)
kill the indie-kaspers
27.12.2004 - 22:30 Uhr
wenn die stones im alter nicht so verdammt nett geworden wären hätte es für so eine kritik von den health angels sowieso direkt ne einladung zu ner portion bordstein mit ketchup gegeben.:)
Orange
28.12.2004 - 00:54 Uhr
Heißen die nicht Hells Angels?
Pirk
28.12.2004 - 01:29 Uhr
@ marcuse:
"Eine Band die fett ist und in Stadien auftritt und einen Haufen Kohle verdient ist grundsätzlich schlecht und kriegt deshalb 5 Punkte."

--- Was ist dann mit R.E.M.??

Ich finde es ja auch, dass die Stones wichtig für die Rockgeschichte waren usw.- es ist halt ( wie immer) reine Geschmacksache - und/oder vielleicht eine Frage des ALters -, ob man nun die innovative Indi-Schrammel-Band aus der Garage mag oder den ewig gleichen Sound der altbackenen Stones ( ohne hierbei eine negative Wertung der Stones vornehmen zu wollen).
marcuse
28.12.2004 - 16:53 Uhr
Heißen die nicht Hells Angels?

@orange

Ja, aber in gewissen Angelegenheiten heißen sie Health Angels.

@ pirk
Ja, alles ist Geschmackssache. Aber man kann auch ein bischen respektvoll einen Verriss schreiben.

Mich nervt diese unfassbare Überheblichkeit (ganz abgesehen von den unzähligen Beleidigungen)

Z.B. wie in der Kritik steht: Die Background-Sängerin hat begriffen, worum es hier geht.
Oder: Sie haben diesen und jenen Song auseinandergenommen.

Also bitte: Wenn ich einen Song geschrieben habe, der ohne mich gar nicht existieren würde, dann kann ich damit ja wohl machen was ich will.
Ich glaube kaum, dass irgend ein Hinz und Kunz, der zu der Schöpfung dieses Songs absolut nichts beigetragen hat, darüber Gericht sitzen kann, ob ich begriffen habe, worum es geht, oder nicht.

Das ist so ähnlich, als hätte jemand keinen Führerschein und sagt dann: Also wie Michael Schumacher diese Kurve gefahren ist, da hat er begriffen, worum es geht.

Wenn jemand Honky Tonk Woman schreibt, dann kann er selbst daraus meinetwegen eine Polka-Version machen - es ist sein Song.

Kritik überschätzt sich ja ohnehin gleich in doppeltem Sinne.
Erstens weil sie ein Werk bemängelt, das ohne den Adressaten der Kritik gar nicht da wäre und zweitens, weil ohne den Künstler und das Werk auch der Kritiker nicht da wäre.

Von daher ist jeder Versuch einer Kritik im Prinzip von vorne herein absurd.

Man könnte auch sagen, der Künstler ist alles und der Kritiker ist nichts. Denn der Künstler schafft das Werk und damit gleichzeitig auch den Kritiker.

Deshalb kann jede Kritik an den Stones eigentlich nur so aussehen:

Lieber Mick Jagger, lieber Keith Richards: Danke dass ich wegen Euch einen Job habe, danke dass ich Kritiker sein darf, danke dass ich wegen Euch nicht an der Supermarktkasse sitzen, oder unter Brücken schlafen muss.
Zwar gefällt mir Euer neues Weihnachts-Live-Album nicht, aber es sind ja Eure Songs, die ihr erschaffen habt, die ohne Euch gar nicht das Licht der Welt erblickt hätten und deshalb bleibt mir nicht anderes übrig, als zu sagen: In Schallah! Gottes Wille!
In Demut,
Euer Indie-Kasperl
Sassenmann
28.12.2004 - 17:15 Uhr
@Marcuse

Meinst Du Dein Geschreibsel hier eigentlich ernst? Sowas albernes habe ich zuletzt 1983 bei Diskussionen über "Nena oder Ideal" gehört. Albernstes Fanposaune.

Ansonsten nur der Tipp: Beschaff Dir mal ein Lexikon und lies nach, was eine Rezension beeinhalten sollte. (Hint: Bewertung, subjektive Maßstäbe).
marcuse
28.12.2004 - 18:13 Uhr
@Sassenmann

Das Wesen der Kritik ist nun mal Parasitentum. Sie kritisiert etwas, von dem sie selbst lebt.
Während der Künstler Schöpfer ist, ist der Kritiker Geschöpf.
Das ist das philosophische Dilemma der Kritik.
Und deshalb steht dem Kritiker etwas Respekt gut zu Gesicht.
electrolite
28.12.2004 - 18:41 Uhr
@marcuse + nervöse Rolling-Stones-Fans

Daß sich Dän in der Rezension unsachlich über Stones lustig macht ist klar.
Dieser Stil Platten von (vermeintlichen?) Rock-Dinosauriern wie Status Quo, Stones usw. zu beschreiben gehört zu www.plattentests.de.

Wems nicht gefällt kanns getrost ignorieren. (besonders nachdem du ja selbst begründet hast wie wertlos Kritiken sind ;-))
Wems gefällt kann sich dabei trefflich amüsieren.

Sich drüber aufzuregen bringt doch nichts.




electrolite
28.12.2004 - 18:45 Uhr
@marcuse
Übrigens wäre im Zuge Deines Plädoyers für Respekt, auch ein wenig davon für die anerkannten Größen der 90er (Pearl Jam, Radiohead..) angebracht.
@electrolite
28.12.2004 - 19:20 Uhr
Da magst du Recht haben. Im Prinzip will ich damit auch nur gegen die Indieologen protestieren. Und Pearl Jam, Radiohead und ihre Fans stehen vor den gleichen Problemen, wie die Stones. Nämlich dass sie alt werden, und mehr und mehr zur Karrikatur ihrerselbst. Das ist das Schicksal aller Rocker, die nicht mit 30 die Band auflösen, oder sich mit 27 erschießen.
Es gibt deshalb keinerlei Grund sich über die Stones lustig zu machen. Sie haben halt weiter gemacht, genau wie Pearl Jam weiter macht und auch in 20 Jahren noch Black spielen wird.
@@electrolite
28.12.2004 - 19:42 Uhr
gerade Pearl Jam und Radiohead sind bekannt dafür, dass sie eben nicht auf der Stelle treten sondern versuchen, immer wieder neue Elemente in ihre Musik einfließen zu lassen. Dadurch sind sie noch immer interessant und sind eben KEINE "Karikatur ihrer Selbst". Aber auch diesen beiden Bands wird irgendwann die kreative Energie ausgehen.

Sonic Youth haben in diesem Jahr eines ihrer besten Alben gemacht - im Alter von knapp 50 (?) und nach 20 Jahren Bandgeschichte.
Ähnliches gilt für Neil Young, von dem man immer ein Meisterwerk erwarten kann (aber auch viel Mist zwischen den Meisterwerken ;-)
....
28.12.2004 - 19:44 Uhr
...von den Stones hingegen kam seit 30 Jahren (!!!) kein überzeugendes Album. Und wenn man eine aktuelle Live-Cd rezensiert, dann muss man eben die Stones von 2004 beurteilen und nicht die Stones in den 60ern und 70ern. Und heute sind sie eben keine herausragende Liveband mehr.
ad .....
28.12.2004 - 19:46 Uhr
korrigiere: seit 20 Jahren :-)
butthole surfer
28.12.2004 - 19:49 Uhr
aber merkwürdig mutet das schon an: "die stones sind nicht meine lieblingsband"... aber sie werden verteidigt bis aufs blut??

weird, indeed
@....
28.12.2004 - 19:52 Uhr

Voodoo Lounge war ihr letztes wirklich gutes Album, und das ist keine 20 Jahre her.
....
28.12.2004 - 19:58 Uhr
voodoo lounge finde ich nicht sehr aufregend
Guzica
28.12.2004 - 21:38 Uhr
fand die Stones schon immer mittelmäßig. Ein paar gute Songs in den 70ern, das wars.
Diesel
28.12.2004 - 22:37 Uhr
@Marcuse
"Wenn ich einen Song geschrieben habe, der ohne mich gar nicht existieren würde, dann kann ich damit ja wohl machen was ich will."

z.B. ihn eben "verhunzen"

Fakt ist, dass die STones ein Stadion-Act mit 100 % durchgestylter-Show sind ( habe auf der Deutschland-Tour gearbeitet) und musikalisch eben seit Jahrzehnten auf der Stelle treten. Das ist nun mal so.
Den einen stört dies ( wie anscheinend den Autoren der Rezesion) und den anderen eben nicht.

Ich werde auch noch in 10 Jahren zu Oasis Konzerten gehen, mir für 20 e ein Tshirt kaufen und mich aufregen, wenn jemand meine Lieblingsband beschimpft.
savagex
28.12.2004 - 23:08 Uhr
Das ganze Rockbiz tritt schon seit Ewigkeiten auf der Stelle... Punk war doch auch nur ein kurzes Zwischenspiel und hat nur nur noch Reste verwertet. Bei Grunge genauso. Vom grade hippen Retro-Trend mal ganz zu schweigen.
Mal abgesehen davon, dass die Stones eine sehr vielfältige Songauswahl besitzen und auch noch der ein oder andere gute Song dazukommt... was ist denn bitte dran so schlimm, sich einfach treu zu bleiben? Sollte etwa ein John Lee Hooker zum Beispiel plötzlich Hip-Hop machen oder wie stellt ihr euch das vor.
Auf jeden Fall kann ich den Kritikpunkt nicht verstehen, dass sie jeden Song "auseinandergenommen" hätten. Das müsste mir mal ein "Indie-Kasperl" (vielleicht mal der Daniel Gerhardt selber) erklären!
marcuse
29.12.2004 - 03:35 Uhr
@Indie-Kasperls

Es ist schon geil, den Stones vorzuwerfen, sie würden auf der Stelle treten und im gleichen Atemzug Pearl Jam, oder REM dafür zu loben, dass sie immer neue Elemente in ihre Musik einbauen würden. Pearl Jam fällt ja nun wirklich gar nichts neues mehr ein, abgesehen davon, dass sie keine Proll-Gitarrensoli mehr in ihren Songs haben, wie früher.
Eddie Vedder trägt doch heute noch die Hemden von vor 10 Jahren auf.
Gerade Pearl Jam ist ein Paradebeispiel für geistigen Stillstand auf dem Niveau der 90er.

Bei REM gleicht ein Song dem anderen in etwa so, wie bei Elton John. Und Radiohead macht Musik, die ohnehin nur noch der innerste Zirkel ihrer Gemeinde von Leidfeteschisten ansatzweise nachvollziehen kann. Das wird auch nicht dadurch eindrucksvoller, oder interessanter dass ich auf der Bühne einen drieckigen roten Schuh und einen achteckigen gelben trage.
Überhaupt sind Bands der 90er komplett ungeeignet, um irgendwie für Fortschritt stehen zu können. Im Rock-Bereich hat es doch in den 90 ern überhaupt kaum Fortschritte gegeben. Die 80er waren wesentlich innovativer. Und auch die Stones haben in den 60ern und 70ern neue Sachen gemacht und mit kreiert. Was hat Peral Jam schon jemals neues gemacht? Gar nichts. Die einzige Innovation in den 90 ern fand doch im elektronischen Bereich statt, mit Sicherheit nicht in Seattle. Deshalb ist es ja besonders lächerlich, wenn die Indie-Kasperl sich darüber beschweren, dass die Stones seit 30 Jahren nichts neues machen (wo ich absolut zustimme), aber gleichzeitig Bands verherrlichen, die noch nie in der Musikgeschichte irgendwas neues gemacht haben.
Sidestepper
29.12.2004 - 07:48 Uhr
"Die 80er waren wesentlich innovativer..."

Wirklich? Wenn man bedenkt, dass der grösste Output im kommerziellen Sektor nur von Modern Talking und den Retortenfließband-Singalongs von Stock, Aitken & Waterman kamen.

Die 80er (in denen ich aufgewachsen bin) sind für mich rückblickend, auf reiner kommerzieller Ebene, Stillstand auf niedrigstem Niveau.
Oi
29.12.2004 - 12:57 Uhr
"Bei REM gleicht ein Song dem anderen in etwa so, wie bei Elton John"

Also 1. finde ich es nicht schlimm, dass eine Band nunmal ihren Stil hat und den auch beibehält und 2. darf man REM nun ausgerechnet nicht den Vorwurf machen, dass sie sich nicht verändern würden.
marcuse
29.12.2004 - 13:01 Uhr
@ sidestepper

Die 80 er haben Wave , Metal Hip Hop und den Beginn von Elektronik hervorgebracht. Wenn du in den 80ern Modern Talking gehört hast, dann hast du von den 80ern leider nichts mitgekriegt.
In den 90ern gab es ausser elektronischen Sachen gar nicht neues. Und Grunge und Brit-Pop waren ja nun wirklich gar keine Innovation. Deshalb ist es super lächerlich sich auf 90er Bands im Sinne des Fortschritts zu berufen und den 60er Bands, die mit am inovativsten in den letzten 50 Jahren waren einen 30 jährigen Stillstand vorzuwerden.

Die 90er werden im Rock-Bereich an Inovationsarmut nur noch von der Gegenwart übertroffen. Hätte es nicht ein paar interessante Crossover-Sachen gegeben, Dinge wie Rage against the Machine, Tricky, Prodigy, Portishead, Asian Dub Foundation u.a. dann müsste man sich für die eigene Generation schon fast schämen (bin selbst 29). Und es wundert mich auch die Begeisterung der Indie-Generation für Neil Young nicht, der immer herhalten muss für angeblich Innovation im Alter, dabei ist gerade Neil Young die Verkörperung des totalen Stillstands.

Und was erwartet man bitte von den Stones mit 60? Die Stones haben ihren Teil zur Entwicklung der Musikgeschichte beigetragen und das ist mit Sicherheit mehr, als die meisten Bands aus den 90ern es je getan haben werden, die wie Pearl Jam nicht anderes getan haben, als altes neu aufzukochen und mit ein bischen Gutmenschentum daher zu kommen.

@ marcuse
29.12.2004 - 13:10 Uhr
dass du Neil Young als Verkörperung des Stillstands bezeichnest zeigt, dass du nicht die geringste Ahnung hast.
Bob Dylan wäre da ein besseres Beispiel gewesen.

Es geht nicht um Innivation, es geht ausschließlich um Qualität. Und qualitativ kam in den letzten 20, 25 Jahren von den Stones nun mal nichts herausragendes. Kritik ist also angebracht.
Und zu Pearl Jam: erwartest du von jeder Band, dass sie das Rad neu erfindet? Ich nicht. PJ machen seit 15 Jahren Musik auf verdammt hohem Niveau und verdienen den Respekt der ihnen entgegengebracht wird. Das selbe gilt für Radiohead.
marcuse
29.12.2004 - 13:23 Uhr
@@
Absurd Bob Dilan als Vertreter des Stillastand zu bezeichnen. Klar macht auch er seit 30 Jahren nichts neues. Aber in den 60ern war er ein Inovationsgott. Er hat z.B. das politische Gutmenschentum erfunden, dass Eddie Vedder sich 30 Jahre später auf die Fahnen geschrieben hat und mit dem er völlig erfolglos für John Kerry auf Wahlkampftour geht.
Was hat denn Neil Young eigentlich erfunden?

Und natürlich geht es auch um Inovation: Ohne Inovation geht in der Welt gar nichts weiter und ohne Inovation kann es auch keine Qualität geben. Und wenn von den genannten Bands der 90er überhaupt eine innovativ ist, dann höchsten Radiohead, bestimmt nicht Pearl Jam, oder REM.
Oliver Ding
29.12.2004 - 13:30 Uhr
Was hat denn Neil Young eigentlich erfunden?


Alt. Country und Grunge. Und solche Abfallprodukte wie Synthpop-Country etc.

Das einzige, mit dem die ehemaligen Blues-Adepten Rolling Stones sich ansatzweise innovativ zeigten (und mal nicht anderen britischen Bands wie den Beatles, den Small Faces oder The Who hinterherhinkten), verdankten sie einem gewissen Gram Parsons.

Stilistisch hatten sie nicht viel hinzuzufügen. Allerdings verstanden sie es mitunter vortrefflich, aus dem bekannten Material großartige Songs herauszudestillieren. Damals in der Steinzeit.
@@@
29.12.2004 - 13:31 Uhr
"ohne Inovation kann es auch keine Qualität geben"

Deiner Meinun nach können also per Definition ausschließlich bands gut sein, die einen Stil begründen oder innovativ sind?
@@@@
29.12.2004 - 14:08 Uhr
"Deiner Meinun nach können also per Definition ausschließlich bands gut sein, die einen Stil begründen oder innovativ sind?"

Das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, dass es ohne Innovation keine Qualität gibt, denn dann würde die Menschheit immer noch in der von von Oliver Ding beschrieben Steizeit leben.
Wenn nämlich Eddie Vedder zwei Steine gegeneinander schlagen will, und dabei schreit, rettet den Regenwald, dann muss vorher erst mal vorher Bob Dylan dagewesen sein und ihm gezeigt haben wie das geht.
Und Neil Young kann schon Grunge, Alternative Country und wie du es nennst Synth Country deshalb nicht erfunden haben, weil es leider keine neuen Erfindungen sind, sondern nur neue Begriffe für alte Erfindungen. Genau so könnte ich sagen Chet Atkins habe den Tennessee-Electric-Bar-Chair-Country erfunden. Das ist kompletter Quatsch.
Das ist überhaupt das Dilemma, dass es keine neue Musik gibt und wir uns deshalb einfach neue Begriffe für alte Musik aus den Fingern saugen, um uns ein bischen avantgardistischer fühlen zu können.
@ Olli mit den dicken Dingern
29.12.2004 - 14:12 Uhr
Sag mir bitte wo die Stones bitteschön den Beatles, Small Faces oder The Who hinterhergehinkt sind? Vielleicht am Anfang als sie nur Coversongs zu bieten hatten. Aber es zeigte sich doch eine stetige Entwicklung nach vorn, die dann zum Meisterwerk Exile on Mainst führte; dadurch haben sie ihren eigenen Stil bekommen und behalten. Spätestens dort trennten sich die Wege mit den anderen Beat-Bands der 60er.

Neil Young war wohl im Gegensatz zu den Stones nicht grad ein Innovationsgeber... Er macht nichts, was nicht schon dagewesen war/ist.
@@@@@
29.12.2004 - 14:21 Uhr
ende der 70er war das, was später als "Grunge" bezeichnet wurde, durchaus neu und innovativ. Und Neil Young war einer der Wegbereiter.

Oliver Ding
29.12.2004 - 14:25 Uhr
Sag mir bitte wo die Stones bitteschön den Beatles, Small Faces oder The Who hinterhergehinkt sind? Vielleicht am Anfang als sie nur Coversongs zu bieten hatten.

Oder in ihrer psychedelischen Phase, wo sie den Experimenten der Beatles hinterherirrten ("Aftermath" als Antwort auf "Rubber soul", "Their satanic majesties request" als Antwort auf "Revolver", "Beggar's banquet" als Antwort auf "Sgt. Pepper" etc.).

Neil Young war wohl im Gegensatz zu den Stones nicht grad ein Innovationsgeber

Ach, haben die Stones Grunge erfunden? Waren "Exile on main street" oder meinetwegen "Let it bleed" vor "Buffalo Springfield"? Du darfst natürlich gerne die Wirklichkeit an Dein Weltbild anpassen. Sinnvoll wäre allerdings der andere Weg.
Mekonian
29.12.2004 - 14:36 Uhr
ich komme nicht umhin Oliver recht zu geben
dass in Sachen Kreativität ganz andre Bands
damals schon die Nase vorn hatten die heute
nicht mehr auf die Bühne klettern und von
Zeit zu Zeit wieder mal dicke abkassieren.

erwähnt seien hier die Beatles / Kinks /
Who / oder in den USA Grateful Dead / Byrds
GRAM PARSONS !! / und last but not least
Dylan und Mr. Young himself, wobei natürlich
Dylan mit seinem MeltingPot aus Musik & Poesie
allemal die feinere Klinge führt als Neil
und wohl auch heute noch der kreativere Kopf
der beiden ist...

und die Stones ? waren zur richtigen Zeit am
richtigen Ort und haben (inklusive den Band-
Namen) fast alles richtig gemacht, aber waren
sie stilbildend ? Genausowenig wie Elvis...
(Ein Katalysator fährt nicht von alleine..)



Oliver...Dir ein gutes neues Jahr :-)
@ Oliver
29.12.2004 - 14:41 Uhr
Beggars Banquet war auf gar nichts eine Antwort! Das ist einfach erst einmal nicht richtig, da hast du keine Ahnung von der Materie. Oder hast du schon mal etwas ähnliches wie "Stray Cat Blues", wie "Sympathy For The Devil oder "Streetfighting Man" von den Beatles gehört.

Their Satanic Majesties war die Antwort der Stones auf Sgt. Pepper, aber das steht doch auch gar nicht zur Debatte, lieber Oliver. Denn ich rede von der produktivsten Phase der Stones (Ende der 60er/Anfang der 70er). Ich erinnere an Alben wie Sticky Fingers, Exile on Mainst usw... Ich erinner an Songs wie "Time Waits For No One". Das ist etwas, was nie zuvor dagewesen war und selbst, wenn es schon Ähnliches gegeben hätte, wäre es keine schlechte Musik. Denn Mando Diao zB macht ja auch keine schlechte Musik, oder was meinst du?
Oliver Ding
29.12.2004 - 14:55 Uhr
Denn ich rede von der produktivsten Phase der Stones (Ende der 60er/Anfang der 70er).

Die Zeit, in der sich Keith Richards dank der Freundschaft zu Gram Parsons bei den Byrds und den Flying Burrito Brothers bedienen durfte? "Country honk" und "Wild horses" waren tolle Songs, aber nichts wirklich neues.

Denn Mando Diao zB macht ja auch keine schlechte Musik, oder was meinst du?

Oder. Brand new, you're retro.
Sidestepper
29.12.2004 - 15:03 Uhr
@marcuse
Ich habe von "kommerzieller" Musik geredet, nicht von Nischenmusik, die Metal und HipHop anfangs waren.
marcuse
29.12.2004 - 15:23 Uhr
Auch wenn die Stones nicht die kreativste Band der 60er und 70 er waren, so waren sie doch epochenprägend. So hat Mick Jagger doch im Prinzip die Metrosexualität schon 30 Jahre vor David Beckham gesellschaftsfähig gemacht und geholfen den Satanismus in seiner Form der Ablehnung von hergebrachten Normen und dem Gedanken der Freiheit in den Mittelpunkt des Roch n Rolls zu stellen. Noch heute wird das auf jedem Rock Konzert zelebriert, wenn die Kids Zeigefinger und kleinen Finger in die Luft recken und die Strokes, oder sonst wer auf der Bühne stehen.
Die Beatles (ich verehre sie)konnten viele Dinge ja auch nur machen, weil sie seit 65 oder 66 nicht mehr live aufgetreten sind und deshalb nicht darauf angewiesen waren in irgend einer Hinsicht Musik zu schreiben, die sich auf der Bühne hätte reproduzieren lassen.
Zudem waren die Stones nicht so abgehoben und verlogen wie John Lennon der ernsthaft glaubte als einer der reichsten Männder Englands singen zu müssen "Imagine no posessions" und damit im Rock n Roll auf allezeit die bis heute grassierende politische Verlogenheit eingepflanzt hat.

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