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Cinder Well - A blooming body

User Beitrag

MickHead

Postings: 14229

Registriert seit 21.01.2024

19.07.2026 - 11:17 Uhr
Die amerikanische Dark/Chamber-Folk Musikerin Amelia Baker aka "Cinder Well" aus Los Angeles, California, veröffentlichte am 17.07. das 5. Studioalbum "A Blooming Body". Es folgt auf "Cadence" von 2023.

Ein Album, das sich bravourös bewährt hat, ist *A Blooming Body* von Cinder Well – ein Liederzyklus, der sich wie die schattenhaften filmischen Schätze vergangener Zeiten entfaltet. Ganz gleich, was zuvor lief: Ich werde hellhörig und höre genau hin. Ihr sachlicher Vortrag erinnert mich an Suzanne Vega – nicht im Klang, aber in der Zurückhaltung. Sie besitzt den Blick einer Dichterin für Details und malt lebendige Wortbilder. Die musikalische Untermalung der Texte ist zugleich reduziert und ausgefeilt; einige Zwischenspiele beschwören – zumindest für meine Ohren – Velvet Underground in der Ära von John Cale herauf. In der Pressemitteilung erklärt sie: „Ich wollte die ersten Aufnahmen von Gitarre und Gesang live einspielen, um der Musik so viel Leben wie möglich einzuhauchen. Was die Arrangements betrifft, habe ich zudem verschiedene Instrumente und Musiker einbezogen – früher habe ich die meisten Melodien um die Geige herum aufgebaut, doch auf dieser Platte sind es Bläser, Synthesizer, E-Bow und andere reizvolle Klangtexturen, die die melodischen Instrumentalpassagen tragen.“ In gewisser Weise entfalten sich ihre Lieder wie Zeilen aus einem Gedicht von Maggie Smith: „Spät in der Saison sitzen wir knöcheltief / in Unkraut und Blumen. In Unkraut, das wir Blumen nennen.“ Sie alle sind fesselnd.

„While the Womb Screams Silently“, der erste Titel, ist ein hervorragender Einstieg. Inspiriert von dem Film *Porträt einer jungen Frau in Flammen* – der von einer Künstlerin des 18. Jahrhunderts und ihrem widerwilligen Modell handelt –, schildert er den Kampf gegen das Patriarchat, sowohl im Außen als auch im Inneren. „Beyond the Pale“ versetzt sich in die Lage einer Person, die erkennt, dass es bei den Verfehlungen, die ihr Partner ihr vorwirft, womöglich um Kontrolle geht. Manche Lieder lösen sich von der Schwere: „Ashes“ etwa würdigt die Nachbarschaft, während „Of Nettles and Roses“ den Garten zur Metapher für etwas Größeres macht: „Du erinnerst dich daran, wie sich Brennnesseln anfühlten, als du dich zum ersten Mal daran verbrannt hast / und ich muss dir sagen / wie dem auch sei / die gute und die schlechte Nachricht ist / dass sich die Dinge immer in demselben Tempo wandeln / wie zuvor.“

Cinder Well ist übrigens der Künstlername der in L.A. ansässigen Singer-Songwriterin Amelia Baker, die Gitarre, Geige, Klavier, Synthesizer, Rhodes, E-Bow und Orgel spielt. Sie hat *A Blooming Body* gemeinsam mit Harlan Steinberger produziert. Das Album ist es absolut wert, mehrfach angehört zu werden. Quelle: The Old Grey Cat

A Blooming Body" bei Bandcamp:

https://cinderwell.bandcamp.com/album/a-blooming-body

"Cadence" (2023) bei Bandcamp:

https://cinderwell.bandcamp.com/album/cadence

Hierkannmanparken

Postings: 3264

Registriert seit 22.10.2021

29.07.2026 - 21:00 Uhr
Bei den Referenzen gleich mal reingehört, freu mich!

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30941

Registriert seit 08.01.2012

29.07.2026 - 21:24 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Hierkannmanparken

Postings: 3264

Registriert seit 22.10.2021

01.08.2026 - 11:23 Uhr
Es gibt auf "A blooming body" erneut keine Momente der gezielten Eskalation, wie sie beispielsweise der Ire Glen Hansard immer wieder einstreut.

Umso erstaunlicher, wie sich die Musik doch festsetzt. Ich hab den ganzen Morgen überlegt, wo ich einen bestimmten Ohrwurm her hab, und es war dann die Bläser-Melodie ab 3:35 in Ashes. Hier gibt es glaube echt viel zu entdecken. Amelia Baker selbst spielt ja sieben Instrumente auf dem Album und wird von insgesamt elf weiteren Musiker*innen unterstützt (vgl. echoesanddust.com/2026/07/cinder-well-a-blooming-body/).

joseon

Postings: 1777

Registriert seit 04.09.2023

01.08.2026 - 11:26 Uhr
Fantastisches Album. Für mich inzwischen ihr zweitbestes. Nur "No Summer" ist noch besser.

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