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MickHead
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26.02.2026 - 21:23 Uhr
Der herausragende britische Musiker "James Mudriczki", Frontman von der am meisten unterschätzten Madchester Indie-Rock Band "Puressence", veröffentlicht mit seinem Nebenprojekt "Nihilists" in unregelmäßiger Folge excellente Singles.
Zwei Jahre nach dem überwältigenden Erfolg von Nihilists letzter Single „Back Seat Drops“ melden sich James Mudriczki und John Patterson mit dem düsteren und zugleich mitreißenden Song „Climbing Over Bodies“ zurück. Darin behandelt er ein persönliches Thema, das nur James im Folgenden näher erläutern kann. Nach Jahren der musikalischen Weiterentwicklung mit Puressence und der engen Zusammenarbeit mit seinem Partner John haben sie erneut ein erhebendes Meisterwerk geschaffen, das mit einem cineastischen Soundtrack die Zuhörer tief berührt.
FREIHEIT ODER TOD
Es ist immer schwierig, wenn man direkt gefragt wird: „Worum geht es in deinem Song?“
Bei „Climbing Over Bodies“ ist es relativ einfach (zumindest teilweise).
Die direktesten Bezüge beziehen sich auf Erlebnisse meines verstorbenen Vaters, László Joseph Mudriczki, als junger Ungar und einer der Rebellen während des ungarischen Volksaufstands von 1956.
Die Russen marschierten in sein Land ein. Er und unzählige andere lieferten sich erbitterte Straßenkämpfe mit den feindlichen Truppen. Die Russen waren mit Panzern und Gewehren bewaffnet, mein Vater und seine Landsleute hingegen mit allen Waffen, die sie auftreiben konnten. Am wirksamsten war der Molotowcocktail, mit dem die Panzer zerstört und die Besatzung herausgedrängt wurde.
Der Aufstand wurde von westlichen Mächten, vor allem den USA, der UNO und Großbritannien/Frankreich (NATO), weiter angeheizt. Sie gaukelten den Ungarn ein Eingreifen vor, angeheizt durch Sendungen von Radio Free Europe und die Ablenkung durch die Suez-Krise. Letztendlich leisteten sie jedoch aufgrund der nuklearen Risiken keine militärische Hilfe, sondern nur humanitäre Hilfe und entsandten Flüchtlinge – sehr zum Leidwesen der Aufständischen.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Leider ist dies ein endloser Kreislauf mit denselben Akteuren bis heute. Noch immer bleiben die Hilfsversprechen für die Unterdrückten, die sie dringend benötigen, unerfüllt.
Als keine Hilfe kam, musste mein Vater, wie viele andere auch, unter Todesangst als Flüchtling nach Großbritannien fliehen.
Der Liedtitel beschreibt eine der Szenen, die er auf seiner Reise erlebte.
Und so stehe ich nun hier.
Sohn eines Flüchtlings, wie so viele andere.
Wie bei jedem Song, den ich texte, verstrickt sich das zentrale Thema immer in Situationen, die ich gerade erlebe, oder in Zeilen, über die mein Gehirn um drei Uhr morgens spekuliert.
Gehirn-Fondue.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren gleichzeitig und in einer endlosen Wiederholung.
Ohne The Uprising gäbe es weder den Song noch den Sänger.
Und auch dieses Vorwort nicht.
JIMMY MUDRICZKI
5 Songs bisher released:
"Climbing Over Bodies" (Single 30.01.)
https://nihilistsmusic.bandcamp.com/track/climbing-over-bodies
"Back Seat Drops" (Single 04.24)
https://nihilistsmusic.bandcamp.com/track/back-seat-drops-wav
"I Am The White Stripes" (Single 10.22)
https://nihilistsmusic.bandcamp.com/track/i-am-the-white-stripes-original-mix
"Wallspace" (Single 2016 A-Side)
https://youtu.be/qVHpmfPp9A4?si=k4HPnguoR8qBEVpq
"Over Is So Over" (Single 2016 B-Side)
https://youtu.be/GvMaGdfkCes?si=v__miz73TPM_Mcn- |