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Arne L.
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17.12.2025 - 09:37 Uhr
Die Shortlist für die ersten zwölf Kategorien ist draußen und gerade im Bereich der Dokumentarfilme mit Spielfilmlänge hab ich mir direkt einiges auf die Watchlist gepackt.
Bergers Film ist schon wieder nominiert, wobei die Cinematography natürlich weniger seine Leistung ist, aber die Academy mag wohl Filme von ihm.
Ansonsten freu ich mich echt über jede Nominierung für "No Other Choice". Da hat Lee Byung-hun auch schon auf dem roten Teppich rumgescherzt, er müsse vielleicht seine Kontrahenten ausschalten. :D
https://press.oscars.org/news/98th-oscarsr-shortlists-12-award-categories-announced |
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Arne L.
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22.01.2026 - 16:01 Uhr
"F1" für bester Film nominiert, wow. Sinners mit 16 Nominierungen (neuer Rekord). "In die Sonne schauen" nicht dabei, genauso wenig wie "No other choice". |
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nörtz
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22.01.2026 - 17:09 Uhr
Taugt dieser Sinners? |
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Arne L.
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22.01.2026 - 17:11 Uhr
Ist ein guter Film, wenn man das Genre mag und vielleicht auch noch ein bisschen was mit Black Culture anfangen kann, würde ich sagen. |
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MopedTobias (Marvin)
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22.01.2026 - 17:48 Uhr
Wäre jetzt nicht mein Favorit des Jahres, aber schon ein sehr guter, unterhaltsamer und für Mainstream-Kino recht eigenständiger Film. |
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Old Nobody
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22.01.2026 - 19:27 Uhr
16 Nominierungen für sinners find ich maßlos übertrieben. Bin bei dem maximal bei 7/10. zog sich für mein empfinden in der ersten Hälfte wie Kaugummi. Wollte unbedingt einen auf episch machen, was für mich allenfalls bedingt funktioniert hat.
13 Nominierungen für Battle kommt mir auch Zuviel vor
F1 war nett aber niemals unter den 10 besten Filmen des Jahres |
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ijb
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22.01.2026 - 23:46 Uhr
Ich fand "Sinners" sehr gut. Sehr unterhaltsam, intelligent und vielschichtig. Allerdings muss ich gestehen, dass ich da jetzt arg ins Strugglen komme bei "wenn man das Genre mag". Ich hab den gar nicht als Genrefilm wahrgenommen, und müsste jetzt auch überlegen, welches das wäre. Klar, es stimmt, dass manche damals schrieben, dass es ein "Vampirfilm" wäre, aber da muss ich ganz klar sagen, dass das wirklich nur als eines von diversen Genre-Fragmenten ist und sich auch erst recht spät im Film herausstellt (wäre jetzt ein Spoiler, wenn das nicht schon so viele so bezeichnet hätten), vor allem auch auf ziemlich kluge Weise. Ich hab ein paar Interviews mit dem Regisseur angehört, und der ist echt ein sehr guter, total unprätentiöser Typ, und der Film ist sein persönlichster Film, bei dem er auch ziemlich mutig ziemlich viel auf eine Karte gesetzt hat - was natürlich angesichts eines solchen (Oscar-)Erfolgs nochmal extra schön ist.
Insofern eine erfreuliche Wahl, wenn ich auch keineswegs denke, dass das jetzt der beste (aka meistnominierte) Film des Jahres ist. Macht aber nichts, denn für sich genommen sind die Kategorien natürlich schon gerechtfertigt, und die werden ja auch nicht alle von der gleichen Person ausgesucht, sondern von den den jeweils in dem Bereich aktiven Leuten. Und natürlich wird der Film auch nicht "der große Gewinner" in diesem Jahr werden, da bekanntlich einige andere Kategorien mit größter Sicherheit an andere Filme gehen werden.
Natürlich sind "unter den 10 besten Filmen des Jahres" bei den Oscars immer auch mehr Publikumsfilme als Kritikerlieblinge oder Festivalerfolgsfilme. Deshalb fehlen natürlich wie immer einige vorher als vielversprechend bezeichnete Filme, die nicht so einen Konsens gewonnen haben.
Das ist ja immer so; daher ist F1 keine Überraschung. "Train Dreams" dagegen schon sehr. Was der "Frankenstein" da sucht, weiß ich auch nicht, und "Bugonia" natürlich auch vor allem wegen des sehr deutlichen zeitaktuellen Themas. Super aber, dass mit "The Secret Agent" und "Sentimental Value" zwei der besten Filme dabei sind, aber eigentlich totaler Unfug, dass sie als "bester internationaler Film" und als ... naja, was ist das denn eigentlich mittlerweile? "Bester englischsprachiger Film" ist es nicht, "bester amerikanischer" auch nicht. Irgendwann sind wir so weit, dass alle fünf nominierten "Beste Filme der Welt" gleichzeitig auch in der "Bester in den USA gezeigter Film"-Kategorie nominiert werden. Für die Produzenten und Regisseure mag das nett sein, aber für die Nominierungen sind so Dopplungen durch totaler Käse.
"The Secret Agent" hat so zwar mal die Chance "bester Film" bei den Oscars zu werden, aber sicherlich wird er einmal von "Sentimental Value" und einmal von "One Battle after Another" oder "Hamnet" ausgestochen werden. |
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ijb
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22.01.2026 - 23:48 Uhr
*mit "The Secret Agent" und "Sentimental Value" zwei der besten Filme des Jahres
meinte ich selbstredend |
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ijb
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22.01.2026 - 23:55 Uhr
Die "internationale" Kategorie deckt allerdings diesmal fast komplett die Gewinner in Cannes ab: Goldene Palme (Panahi), Großer Preis der Jury (Trier) und Preis der Jury (Laxe), und "The Secret Agent" bekam dort den Regie- und den Darstellerpreis (es gibt da nur einen gemeinsamen für Männlein und Weiblein).
Insofern abgesehen vom irgendwie nicht ganz überzeugenden tunesischen Nominierten (wohl der mit Abstand "amerikanischste" der fünf) eine künstlerisch sehr runde Auswahl. |
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ijb
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23.01.2026 - 00:32 Uhr
Richard Brody: One of the biggest surprises from last year was that Hollywood’s big-budget movie business also yielded great artistic achievements, and it’s an equally big surprise that the Academy has chosen to honor some of them—“Sinners,” “Marty Supreme,” “One Battle After Another.” These are films of narrative chutzpah that defy conventions of dramatic and thematic unity and take great risks with form and content; they all feel young, brashly confident in the power of the cinema itself. I’ve got complaints about other nominations, but seeing this trio, plus “The Secret Agent,” across categories is good news.
Justin Chang: I’d say the Academy pulled a pretty good slate of nominees from an extraordinary year of movies, which is both a relief and a disappointment. In an especially superb year for films from outside the U.S., not nearly enough of them broke out into other categories besides Best International Feature. (...) Chalk it up to my unrealistic expectations; I’ll be happy when we have five or six non-American films in Best Picture every year.
Schulman: Just remember that when Laurence Olivier’s “Hamlet” won Best Picture, in 1949, Hollywood freaked out because a British movie won. The horror!
Neil: I feel like we have to talk about “Sinners,” which broke the record for most nominations in a single year. What is it about this film?
Schulman: It not only broke the Academy record for most nominations for one film but it beat the record by two! Slumming at just fourteen are “All About Eve,” “Titanic,” and “La La Land.” Part of how it got there were those supporting-actor races, both great surprises. (Sorry, Paul Mescal.) But let us note that Diane Warren has now outdone even that, with her seventeenth nomination for Best Original Song. She’s never won, but at some point she should get a free cappuccino on her punch card.
Brody: Well, “Sinners” was my pick for the best film of 2025, so I’d say that the Academy is on track to get it right. It’s a genre film that’s a multiple-genre film: a keenly realistic historical drama of daily life under Jim Crow that’s detailed and high-pressurized, a romantic drama, a family story, a musical, and, yes, a vampire movie. But, above all, it’s a comprehensive vision of the cultural and political reach of history into the present tense—and it’s done with style, in images, performances, dialogue, and design.
(...)
Chang: I hesitate to classify omissions as “snubs,” which implies a deliberate or even malicious slight, when the result is invariably the outcome of voters simply having preferred other options more. That said, Oliver Laxe’s desert-rave survival thriller “Sirāt” was the movie of the year for me, and although its nominations for Best International Feature and Best Sound were wholly deserved, it should also be up for Best Picture, Best Director, Best Original Score, and Best Casting—a newly instated category that, “The Secret Agent” aside, defaulted to fairly predictable choices.(...)
https://link.newyorker.com/view/5e0611e6639ec80fe0541681q0g13.16vjt/2f98c6f1 |
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peter73
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23.01.2026 - 11:31 Uhr
erfreulich:
Der von der Rave-Kultur inspirierte Film „Sirāt“ von Óliver Laxe ist für die Oscars 2026 in den Kategorien Bester internationaler Film und Bester Ton nominiert:
https://www.youtube.com/watch?v=xbVU0Or8MLE |
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peter73
Postings: 3832
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23.01.2026 - 11:32 Uhr
Filmtitel:
SIRAT https://de.wikipedia.org/wiki/Sir%C4%81t_(Film) |
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Vennart
Postings: 1390
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23.01.2026 - 14:09 Uhr
Schon krass, wie der Jannik so unglaubliches Tennis spielen kann und daneben noch Zeit für 16 Oscarnominierungen hat. |
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Nummer Neun
Postings: 1154
Registriert seit 14.06.2013
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23.01.2026 - 14:20 Uhr
Er hatte sich doch extra dafür mit der Dopingsperre eine Auszeit genommen |
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Vennart
Postings: 1390
Registriert seit 24.03.2014
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23.01.2026 - 14:22 Uhr
Haha stimmt, genug Zeit war also da :D |
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Rote Arme Fraktion
Postings: 4544
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02.03.2026 - 21:16 Uhr
Blood & Sinners - super
One Battle After Another- mega gut
Und dann gehe ich heute in Marty Supreme und sehe den besten Film seit Jahren
Was für hochklassige Filme dieses Mal |
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fuzzmyass
Postings: 20885
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02.03.2026 - 21:34 Uhr
Die vielen Nominierungen für Blood & Sinners sind ein großer Witz (IMO) - sehr gute Idee tölpelhaft umgesetzt und das Drehbuch ist einfach schwach... die Veranstaltung schafft sich so immer mehr ab |
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kingsuede
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03.03.2026 - 03:37 Uhr
+1 |
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Nummer Neun
Postings: 1154
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03.03.2026 - 08:40 Uhr
Naja besser als One Battle After Another ist er halt schon
(man muss sich diesen Beitrag mit einer nervigen Jazz-Melodie in viel zu hoher Lautstärke vorstellen) |
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cargo
Postings: 832
Registriert seit 07.06.2016
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03.03.2026 - 09:57 Uhr
Unabhängig davon, dass die 16 Nominierungen natürlich übertrieben sind bin ich ja der Meinung, dass sich die Preisverleihung in den letzten Jahren zum Positiven entwickelt hat.
Seit dem Gewinn von "Parasite" als bester Film habe ich den Eindruck, dass ausländische Produktionen deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als in der Vergangenheit. |
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Deaf
Postings: 3716
Registriert seit 14.06.2013
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03.03.2026 - 10:01 Uhr
Was wohl auch wieder darauf zurückzuführen ist, dass die Amis nur noch selten etwas Herausragendes zustande bringen. |
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fuzzmyass
Postings: 20885
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03.03.2026 - 10:27 Uhr
"Naja besser als One Battle After Another ist er halt schon"
IMO auf gar keinen Fall, auch wenn One Battle ein wenig überbewertet wird...
Blood & Sinners für mich auf gar keinen Fall mehr als 6/10, einfach sehr unrund und plump in Pacing, Storybogen und Figurenzeichnung, auch visuell sehr eigenartig (teilweise VIEL zu glossy, besonders in den Szenen der Scheunenparty), teilweise verhalten sich Figuren auch komplett random, Vampire sowieso nicht wirklich gut dargestellt... auch sehr viele Themen, Metaphern und kleine Details hier und da angedeutet, aber nirgendwo richtig voll zufriedenstellend ausgeführt (da wäre etwas weniger mit dafür mehr Fokus deutlich mehr gewesen), so dass es auch irgendwie sehr chaotisch und ungeordnet war...
das alles IMO natürlich, kein Anspruch auf die totale Wahrheit :) Fand ich sehr schade, denn wie gesagt fand ich das Grundthema und die Idee sehr spannend - das hätte durchaus der Film werden können, den man jetzt auf der Veranstaltung letztendlich etwas künstlich und gezwungen versucht hochzustilisieren...
"Seit dem Gewinn von "Parasite" als bester Film habe ich den Eindruck, dass ausländische Produktionen deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als in der Vergangenheit."
Ja, das hat mich auch gefreut (toller Film auch) und stimme auch zu... andererseits habe ich das Gefühl das oft keine richtig runden starken Filme die Preise abräumen, z.B. letztens Anora - ein sehr netter unterhaltsamer Film, aber "Bester Film" Material war das für mich auf gar keinen Fall (würde 7/10 geben)... und auch wenn das sicher keine Konsensmeinung ist: auch Everything Everywhere All At Once fand ich doch sehr überbewertet in der Anzahl der Preise - schon ganz guter Film, aber die krassen Lobeshymnen und den Preisregen konnte ich so nicht nachvollziehen
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ijb
Postings: 8069
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04.03.2026 - 04:22 Uhr
dass die 16 Nominierungen natürlich übertrieben sind
Dazu nochmal mein Einwurf von oben: Die werden ja auch nicht alle von der gleichen Person ausgesucht, sondern von den den jeweils in dem Bereich aktiven Leuten. Und sicherlich wird der Film auch nicht "der große Gewinner" in diesem Jahr werden, da bekanntlich einige andere Kategorien mit größter Sicherheit an andere Filme gehen werden.
Zu "Parasite" etc:
Eigentlich schon schön, dass mehr internationale Filme nominiert und sogar ausgezeichnet werden, nur ist halt die Kategorie mittlerweile total doof dann. Früher war die eine Kategorie für die englischsprachigen, meist US-amerikanischen Filme von großen Studios und die andere für die nicht-englischsprachigen, wofür alle Länder, die Bock haben, ihren jeweils "besten" Film einreichen konnten, so dass es irgendwie mal die Idee war, dass das das eine der beste englischsprachige und das andere der beste nicht-englischsprachige Film des Jahres wäre...
Heute sind da oft Nicht-US-Produktionen mit nicht-englischsprachigen Dialogen in der US-Kategorie nominiert - und dann zugleich oft auch noch in der anderen Kategorie. Diese Doppelnominierung ergibt dann einfach keinen rechten Sinn, ist auch total halbherzig auf beiden Seiten. So könnte "Secret Agent" der beste US-Film des Jahres und der beste Film der ganzen restlichen Welt des Jahres werden (wird er vermutlich beides nicht, auch wenn ich das eine sehr gute Wahl fände). Oder weiß jemand, ob die Kategorien mittlerweile anders zu verstehen sind?
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dreckskerl
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04.03.2026 - 12:23 Uhr
Ich hab mal was rumgegooglet. Vor "Parasite" und "Everything..." war:
1974 Bergmans "Schreie und Flüstern" (Viskningar och rop) als Bester Film nominiert allerdings nicht als best foreign language Film.
Best foreign language Gewinner UND als Best Film nominiert waren:
Benignis "La Vita e Bella" 1999, Ang Lees "Tiger and dragon" 2001, 2013 Hanekes "Amour" und 2019 Cuarons "Roma" |
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ijb
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04.03.2026 - 14:03 Uhr
"Schreie und Flüstern" ist in der Tat ein meisterhafter Film, und interessante Anmerkung; ja, stimmt, das war der erste nicht-englischsprachige Film, der als "bester (englischsprachiger) Film" nominiert war. Interessant, dass es dann 25 Jahre dauerte, bis die wieder einen Ausländer mit ihren eigenen Produktionen konkurrieren ließen. "Das Boot" war ja immerhin für sechs Oscars nominiert, aber nicht in einer der Bester-Film-Kategorien.
Bergman hatte damals schon zwei Oscars in der fremdsprachigen Kategorie bekommen (einen dritten dann später); vielleicht haben die damals deshalb gedacht, jetzt isses genug, soll er doch mal beweisen, ob er es mit Coppola, Friedkin und dem finanziell erfolgreichsten Film des Jahres, "The Sting" aufnehmen kann ;-)
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