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Armin
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05.11.2025 - 19:06 Uhr - Newsbeitrag
JOSÉ GONZÁLEZ – PAJARITO
Neue Single - out now!
Video hier sehen
04.11.2025
City Slang/[INTEGRAL]
Liebe Musiclovers,
der schwedisch-argentinische Songwriter José González hat heute eine neue Single veröffentlicht: einen unbeschwerten, spanischsprachigen Titel namens „Pajarito“. Der Song, den er mit Blick auf seine Kinder geschrieben hat, verbindet die zarten Klänge seiner Akustikgitarre mit hellen, verspielten Melodien.
Er sagt: “Now and then I want to write songs that are timeless, simple, and carefree. Pajarito is about growing up, learning things, and eventually becoming independent. As usual, there’s also an existential undertone—the meaning of life is something that can emerge gradually as one gets to know the world, more as something you discover for yourself and not necessarily something dictated from above. This one is inspired by songs like “59th Street Bridge Song” (Simon & Garfunkel) and “Río” (Silvio Rodríguez). But also by all the children’s songs that have become part of our everyday life in recent years (Alice Tegnér, Georg Riedel, María Elena Walsh).
This is the follow-up to Lilla Gumman (Lilla G), which I wrote when I was thinking of Laura. Of course I had to write a song dedicated to Mateo as well!”
Hier ist das Stück zu hören: https://josegonzalez.lnk.to/Pajarito
Hier ist das Video zu sehen: https://josegonzalez.lnk.to/Pajarito_Video
Zum Video erläutert er: “I’ve been curious about technology and how it has led humanity to where we are. Understanding the huge potential and unforeseeable implications of artificial intelligence, I felt curious to explore current tools in a playful and simple way for this light-hearted song.
We started prompting Sora and VEO in September with lines like “A little bird and its parent by the Swedish archipelago, late summer. Clumsy, cute, adorable”. After a chat with video maker Jonny Sanders we decided to make it a concept video, so we let the models come up with a plot and video-prompts. We chose the bullfinch because of its nice colors.”
Das Cover-Artwork der Single ist von schwedischer Volkskunst inspiriert – Allmoge und dem Dala-Pferd, der hier zum „Dala-Vogel“ wird – und von Hannele Fernström gemalt, von Robert Samsonovitz gestaltet wurde.
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Armin
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13.01.2026 - 11:27 Uhr - Newsbeitrag
JOSÉ GONZÁLEZ - “AGAINST THE DYING OF THE LIGHT”
JOSÉ GONZÁLEZ KÜNDIGT DIE VERÖFFENTLICHUNG SEINES ERSTEN NEUEN ALBUMS SEIT 2021 AN
VÖ: 27.03.2026 (CITY SLANG)
Titelstück und neue Single - Video von Fredrik Egerstrand hier sehen
José González hat heute die Veröffentlichung seines mit Spannung erwarteten fünften Solo-Studioalbums bekanntgegeben. Sein erstes Album seit mehr als vier Jahren, "Against The Dying Of The Light", wird am 27. März 2026 über City Slang erscheinen. Zusammen mit der Ankündigung hat er ein Video zum Titelsong „Against The Dying Of The Light” veröffentlicht.
Über die Single sagt er: “It's a song reflecting on humanity in 2026; about accepting who we are and what led us here, since the past can’t be changed. Then about refocusing our attention on the challenges ahead, like pervert incentives and algorithms that aren't in line with human flourishing.
And even though we have enormous opportunities with new technology that can eventually design and copy itself, we don’t have to build it right away if it has the potential to make us obsolete. We can rebel against these replicators, rebel against the dying of the light.”
Das Album „Against the Dying of the Light" ist, wenn man so will, eine Fortsetzung und tiefere Auseinandersetzung mit jenen Themen, die er bereits auf seinem letzten, von der Kritik hochgelobten Album "Local Valley" aufgefächert hatte. Wo dieses vor allem nach Innen wies, und sich auf Orte, Sprache und persönliche Anschauungen konzentrierte, zoomt das neue Werk gewissermaßen in die Makroperspektive - und mündet in dem eindringlichen, mal frustrierten, mal wütenden, mal hoffnungsspendenden Appell, in einer Zeit, in der Technologie zunehmend unser Denken, Fühlen und Miteinander prägt, das Licht der Menschheit, so unzulänglich und unvollkommen sie auch sein mag, zu bewahren.
In der Tradition von Folk als Protestmusik fordert José González uns auf, uns gegen Systeme zu wehren, die entmenschlichen und spalten: “Disconnect from every algorithm, every perverse incentive that drags you down. Let’s rebel against the replicators, against the dying of the light. Kill the codes that feed the hate, keep the codes that make you thrive, celebrate the f**king fact that we’re alive”, singt er im programmatischen Titelstück und betont die Dringlichkeit, weiterhin nach Aufklärung zu streben – und gegen jene Kräfte zusammenzustehen, die das persönliche und kollektive Gedeihen des Menschen verhindern wollen. Obwohl José den technologischen Fortschritt stets begrüßt hat, hinterfragt er die Annahme, dass jede neue Möglichkeit bis zu ihrem maximalen Potenzial ausgeschöpft werden muss, insbesondere wenn der Fortschritt auf Kosten des menschlichen Wohlergehens, der Achtsamkeit und der Empathie geht.
José González - Foto von Ellika Henriksson hier in Hi Res. herunterladen
Sein Fokus liegt allerdings nicht nur auf Ängsten, die sich um Technologien drehen, sondern auch auf Themen wie dem Widerstand gegen ausgrenzende Ideologien und der Notwendigkeit, Denkweisen zu erkennen, die er als "unhelpful thinking" bezeichnet. Er erläutert: “For over 20 years I’ve been doing music and for most of that time I’ve been trying to do stuff that doesn’t rub the right way. There needs to be some friction and I feel like this album is where it’s become more obvious. I used to write thinking of music that is timeless, but I allowed myself to be more inspired by current events, on a decade scale. My ambition was to have friction”.
So speist sich sein Album zu gleichen Teilen aus seinen persönlichen Überzeugungen wie aus künstlerischen Entscheidungen. Im konzeptionellen Zentrum des Albums stehen dabei zwei Songs. Neben dem Titelstück ist es das von ihm selbst scherzhaft als „Power-Folk“ beschriebenen „A Perfect Storm“, das seine Warnung vor dem “race to lose control” des Technologieoptimismus mit sich eindringlich steigernden, rhythmischen Finger Pickings verbindet, die mit seinem sanften Gesang kontrastieren.
Sowohl dieses Stück als auch „Losing Game“, das seine Besorgnis über die unkontrollierte Entwicklung von KI erneut aufgreift, erinnern musikalisch an den hypnotischen Drone-Sound des Blues aus der Sahelzone. Das Gleiche gilt für den euphemistisch betitelten Song „Sheet“, eine Anspielung auf unsere allgemein wenig hilfreiche Angewohnheit, so zu tun, als wüssten wir, nun ja, „Sheet", obwohl das nicht der Fall ist. Beides sind Stücke, die auch daran erinnern, dass González' Einflüsse weit über den westlich geprägten Folk-Pop hinausgehen, mit dem er seine ersten Erfahrungen sammelte.
Ohnehin ist das „Against The Dying Of The Light“ von einer großen musikalischen Vielfalt geprägt. Die Verbindungen zu González' frühesten Vorbildern, den Beatles und Paul Simon, bleiben bestehen, insbesondere bei dem bereits vorab veröffentlichten „Pajarito“, einem von einem herrlichen Pfeifen vorangetriebenem, arglosen Folk-Pop-Song, den er für seinen vierjährigen Sohn geschrieben hat. Auch Musiker wie Silvio Rodríguez, João Gilberto und Milton Nascimento bleiben wichtige Bezugspunkte, dennoch hat sich González’ stilistisches Spektrum erweitert. Das exquisit melancholische „Ay Querida“, das sich an all jene richtet, denen das Leben unvorstellbar übel mitgespielt hat, erinnert fern an den großen spanischen Flamenco-Sänger Camarón de la Isla. In dem fesselnden Song „Gymnasten“ („Der Turner“), der den moralischen Relativismus unserer Tage anhand eines ausführlichen Sportkommentars auf Schwedisch unter die Lupe nimmt, lässt er sich vom Sprechgesang in James Yorkstons „Guy Fawkes’ Signature“, von Bill Callahan und The Van Pelt inspirieren und leiht sich gleichzeitig die Harmonien von Crosby, Stills & Nash. Auch das chorale Element ist auf dem neuen Album deutlich stärker ausgeprägt und knüpft an die argentinische Weihnachtsliturgie "Misa Criolla" und das schwedische Mittwinterfest zu Ehren der Heiligen Lucia mit seinen gemeinschaftlichen Gesängen bei Kerzenlichtprozessionen an; ein Spiegelbild seiner doppelten Identität, aber auch eine Erinnerung an sein jüngeres Ich.
Das Cover der Platte spiegelt ihren Inhalt wider. Es ist mitternachtsblau, mit einem weiß umrandeten Quadrat, in dem ein zartes weißes Muster, ähnlich einem Bandana, zu sehen ist – ein Bild, sowohl subtil als auch markant, dessen ästhetische Dunkelheit mit González' neuer klanglicher Intensität harmoniert.
Erneut jedenfalls erweist sich José González als wahrer Meister der Trojaner-Lyrik, indem er dunkle und schwierige Themen mit sanften Rhythmen, unwiderstehlichen Melodien und zurückhaltend emotionalem Gesang in den Blick schmuggelt. An einigen Stellen des Albums lösen sich Dunkelheit und Frustration jedoch auch auf und werden von Licht und Hoffnung abgelöst. Mit seinem sanften Swing und dem sonnendurchfluteten 70ies-Westcoast-Strumming ist „You & We“, wie der Titel schon sagt, ein Aufruf zu Eintracht und Inklusion. “Believe me when I say that I wish you well", singt González. “With all of my heart I wish you well.” Akzeptanz und Hoffnung prägen auch das Neil-Young-artige „Joy“, den letzten Titel des Albums. Hier steigern sich Gitarre, Gesang und Handclaps zu einem Crescendo, um all das zu feiern, was uns zu Menschen macht. Wie González so treffend formuliert, sind wir, auch wenn wir alles kognitiv zu erfassen meinen, immer noch einzigartige “primates who can’t help but sing”. Also singen wir – mit ihm und mit einem Album, das ein machtvoller Ausgangspunkt zur Bildung eines universellen Chors sein könnte, hinter dem es sich zu versammeln lohnte.
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