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Deutsch-Quote im Radio?

User Beitrag
Anne
29.09.2004 - 21:08 Uhr
Meiner Meinung nach sollte jeder Radiosender selber entscheiden, was er den Hörern anbietet. Vielleicht wollen ja manche Leute gar keine deutsche Musik hören, und läuft das auf jedem Sender. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass das für einen Sender, der sich auf amerikanischen Hip hop oder so spezialisiert hat, ein Problem ist. Die Deutsch-Quote soll ja junge deutsche Künstler fordern, aber einige Sender, wie der Berliner Sender "Fritz" machen dassowieso schon. Ich finde, damit wird auch irgendwie die Meinungsfreiheit eingeschränkt, man schreibt doch Zeitungen auch nicht vor, dass sie 40 % über den Irakkrieg schreiben müssen.
Piepi
29.09.2004 - 21:12 Uhr
Um ehrlich zu sein wird dadurch doch nur noch mehr Scheiß ins Radio gepusht... Silbermond, Juni etc. waren doch grade schon schlimme Auswüchse
Not-Accepted
29.09.2004 - 21:15 Uhr
ich muss anne absolut recht geben obwohl ich
1. nicht aus deutschland bin und
2. gerne deutsche musik höre (natürlich nicht alles)

nur eine Frage: müssen die deutschen künstler nur in deutschland leben oder müssen sie auch deutsche musik machen?
Patte
29.09.2004 - 21:24 Uhr
Mit deiner letzten Frage, not-accepted, hast du eigentlich alles beantwortet, weil du den Sinn der Quote damit ad absurdum geführt hast. Folgerichtig sozusagen.

Andererseits wissen wir auch, dass es SO nicht weitergehen kann. Die glauben doch wohl nicht im Ernst, dass eine freiwillige Selbstverpflichtung greift?? Das ist doch naiv, es geht doch - wie immer - nur um scheiß Hörer-Quoten und Kohle...

Ich bin FÜR eine Vielfalts-Quote, aber GEGEN eine Deutsch-QUOTE.
Lukas
29.09.2004 - 21:38 Uhr
Eine Auswertung im Plattenladen ergab heute, dass sechs der Top-Ten-Alben deutschsprachig sind. Wenn diese auch im Radio gespielt werden (was anzunehmen ist, da der Volksmusik-Murks erst irgendwo bei Platz 25 anfing), ist das doch schon mal gar nicht schlecht.

Ich finde es lachhaft, in einer Zeit, wo auf MTViva (okay, kein Radio, aber bitte) Sportfreunde Stiller, Wir sind Helden, Juli, Silbermond, 2raumwohnung, Rosenstolz, Die Fantastischen Vier, Virginia Jetzt! und wiesealleheißen rauf und runter laufen, eine Deutschrockquote zu fordern. In meinem Augen ist das nur ein letzter peinlicher Versuch der Herren Kunze, May, Lindenberg und co, ihr ungenießbares Spätwerk per Gesetz an den Hörer bringen zu wollen.

Und es ist schon eine ziemlich verworrene Situation, wenn Wolfgang Clement plötzlich recht hat, weil er eine gesetzliche Regelung für überflüssig hält.
papaya
29.09.2004 - 22:16 Uhr
ich fordere eine "gute musik quote" fürs radio.
Patte
29.09.2004 - 22:40 Uhr
@papaya:

Naja, aber nehmen wir mal an, ich wäre jetzt DJ und würde Creeds "Say I" spielen, weil's mir gefällt. Da hätte ich doch dann schonmal gegen deine Quoten-Regelung verstoßen, ne? ;-)
macca
29.09.2004 - 23:26 Uhr
radio ? *G wer hört denn hier noch radio ??

die quote würde an dem grundproblem auch nichts ändern - wird eben grönemayer noch etwas mehr totgedudelt, das nachtprogramm mit allerlei ungenießbaren deutschen one-hit-wondern gefüllt und das war´s......

find´s sowieso ziemlich pervers, wie auf der popkomm gleichzeitig von deutsch-quote zur förderung von deutschem nachwuchs und weiterer fokussierung des klingeltongeschäfts geredet werden kann...
Confusius
29.09.2004 - 23:39 Uhr
Ich fordere auch die Quote für gute Musik im Radio und da das genauso schwachsinnig ist wie jede andere Quote, kann man die aktuelle Forderung nach mehr deutscher Musik nur ablehnen.
bobbi
29.09.2004 - 23:52 Uhr
vergiß die ganze Scheiße
Zok
30.09.2004 - 00:29 Uhr
Das eigentliche Problem ist doch, dass die ganzen kleinen, genialen, jungen Bands (die es ja auch hierzulande unbestreitbar gibt) sich erst 10 Jahre lang in irgendwelchen kleinen Kaschemmen und Festzelten abschuften müssen, bis sie mal in die Nähe eines Plattenvertrags kommen. Musik wird in der Richtung einfach viel zu wenig gefördert.
Auf der anderen Seite werden Millionen in Castingbands und ähnlich schwachsinnige Projekte reingepumpt, die dann das nachsingen, was ihnen die 50jährigen Produzenten hinkomponieren und -texten.
Wenn man mehr deutsche Musik im Radio haben möchte, dann sollte man z.B. den Musikunterricht in der Schule entstauben (bzw. dort mal den Schülern verklickern, dass zwar 'Wir sind Helden' und die 'Preluders' beide im Radio und bei MTViva auftauchen, sich aber dennoch in so ziemlich allem unterscheiden) und aufstrebenden, jungen Talenten abseits von Castingshows entsprechende Starthilfe geben.
puri
30.09.2004 - 13:18 Uhr
ich kenne genug radiosender, die deutsche talente (talente, wohlgemerkt... menschen, die auch instrumente spielen können usw) fördern mit irgendwelchen wettbewerben...
Guzica
30.09.2004 - 13:39 Uhr
Es wird zuviel Konsum-Musik gespielt, da sind wir uns wohl alle einig. Ob allerdings eine Qoute daran was ändert, ist äußerst umstritten.

Ich glaube, Konsum muß automatisch zu Jamba, Küblböck und Konsorten führen. Demnach müßte man das Konsumverhalten ändern. Per Gesetz halte ich das für falsch und auch nicht machbar. Jeder muß für sich selbst entscheiden, ob er auf glanzvolle Verpackung oder geballten Inhalt steht. Eine Qoute schafft da erstmal nur Verwirrung und kann auch sehr schnell umgangen werden.

Und dann gibt es ja heutzutage auch wirklich einen Markt für deutschsprachige Musik, die nicht unbedingt Schlagerniveau haben muß, ne? Siehe deutschsprachiger HipHop usw.

Die Diskussion aber erst mal zu führen, finde ich auch richtig.
evilkneevilchen
30.09.2004 - 14:05 Uhr
ist es nich völlig egal ob es ne Quote gibt, dann hören wir eben statt 10 Mal am Tag bald 20 mal am tag " sunshine after the raiiiiin"-...ne quote für deutsche Musik heisst ja leider nich dass wir bald mit Tomte und Notwist beschallt werden =(
Flamethrower
30.09.2004 - 15:24 Uhr
Als HR Kunze und Konsorten diesen Quark vor Jahren (ich denke so ca 3 oder 4) schon einmal vorschlugen, versandete es ziemlich schnell.
Und auch diesmal angesichts des Prozentsatzes in Deutschland produzierter Musik der Charts (ca 50%, was haben die überhaupt?) kann es (zum Glück!) nicht von Erfolg gekrönt sein.

Und analog zum tagesthemen-Kommentar von gestern, 30.9 zum selben Thema fordere ich eine Quote von 70% Punkrockanteil
(davon aber bittebitte mindestens 31,4% Bad Religion und max 0% tote Hoden)

Und musikalische Qualitätsverbesserung soll man von irgendsoeiner DutschlandDeutschland-Quote erwarten ??
Bohlen, Preluders, Küblböck - alles Belgier oder was ?
Stefan
30.09.2004 - 15:47 Uhr
Guzica (30.09.2004 - 13:39 Uhr):
Und dann gibt es ja heutzutage auch wirklich einen Markt für deutschsprachige Musik, die nicht unbedingt Schlagerniveau haben muß, ne? Siehe deutschsprachiger HipHop usw.

Sido z.B.
Guzica
30.09.2004 - 15:53 Uhr
ich höre kein Sido. Aber natürlich kannst du hören, was du willst.
Patte
30.09.2004 - 16:18 Uhr
Wenn jetzt ständig "gute" Musik im Radio laufen würde, würde man doch auch den Pöbel geistig stärken und zu reflektierterem Denken erziehen, oder? Die große Frage dabei ist: wollen wir das überhaupt? ;-)
Oliver Ding
30.09.2004 - 16:48 Uhr
Ich habe das Gefühl, daß die 40 Prozent durchaus schon erreicht sind, nur eben nicht durch deutschsprachige Songs, sondern durch einheimische Produktionen.
bee
30.09.2004 - 17:22 Uhr
Aus ARD Text:
"Die Initiative fordert eine 50:50-Quote in deutschen Radios. 50 Prozent eines Radioprogramms sollten demnach für Künstler aus Deutschland reserviert sein, und davon noch einmal die Hälfte für deutsche Newcomer."
demnach wäre nicht die Sprache das Kriterium.
Aber was dann ? Nationalität ? Wohnort ?

Lukas
30.09.2004 - 19:00 Uhr
@bee: Nationalität als Kriterium scheidet von vorne herein aus. Wer will sich denn ernsthaft hinstellen und eine Quote für Deutsche (Menschen, wohlgemerkt, nicht Texte) fordern, ohne sofort die "Geht das schon wieder los..."-Keule in die Fresse zu kriegen. Überhaupt ist das ja ein sehr schmaler Grat, auf dem sich die mediengeilen Altrocker da bewegen. Was, wenn Reinhard Meys "Gartennazi"-Bumerang zurückkomt?

Es kommt natürlich sehr auf die Sender an. Einslive spielt mindestens 50% deutsche Produktionen (da fiele ja beispielsweise auch Mouse T. drunter), WDR 2 hingegen kaum deutschsprachige Titel (BAP ist nicht deutschsprachig). WDR 4 hingegen... Okay, lassen wir das.
evilkneevilchen
30.09.2004 - 19:02 Uhr
"bap ist nicht deutschsprachig" lol
puri
30.09.2004 - 19:13 Uhr
alles, was in deutschland produziert wird, zählt dazu, also auch deutsche künstler, die englisch singen
Anonym
30.09.2004 - 19:32 Uhr
Ich findes es eigentlich total lächerlich! Von wegen deutsche Musik: Toll, Juli, Silbermond, Virgginia Jezt alles schön und gut aber was ist mit Die Happy,H-Blockx, Beatsteaks he. Sind zwar auch deutsche bands kommen aber bestimmt nicht ins Radio nur weil sie englisch singen. Wenn auf deutsche band gesetzt werden, dann muss man auch kleineren bands wie tomte oder marr ne Chance geben und nicht auf kommerz ausgerichtet sein!
Anonym
30.09.2004 - 19:33 Uhr
Und ich habe grad bemerkt das mein deutsch sehr zu wünschen übrig läßt
evilkneevilchen
30.09.2004 - 19:37 Uhr
@anonym
es is jetz nich so, dass man nich auch auf die happy und H-bLockx verzichten könnte...
bee
30.09.2004 - 20:13 Uhr
da gibt's ja noch jede Menge andere Unklarheiten: Was ist mit Bayern ? zählen die mit ? Schweizer, Ösis ? was ist wenn Englisch mit erkennbar deutschem Akzent gesungen wird ? was ist überhaupt mit Instrumentalmusik ?
*
oder muss am End' nur die Industrie dahinter deutsch sein ?
Weins
01.10.2004 - 12:37 Uhr
Finde ich nicht gut! :(

Stellt euch vor, dann würden diese ganzen Schlagerfuzzis, Volksmusikanten und solche Bands wie die JBO, die Onkelz oder Rammstein auch im Radio gespielt. :( Finde ich nicht gut! Besser, die werden nicht gespielt! :)
Anonym
01.10.2004 - 13:01 Uhr
Ich könnte mir aber vorstellen das man auf die bands verzichtet, weil sie nicht deutsch singen!
Oliver Ding
01.10.2004 - 14:43 Uhr
Die ganzen Schlagerfuzzis und Volksmusikanten werden jetzt schon ausgiebig im Radio gespielt. Sender wie WDR 4 existieren.
JeNy
01.10.2004 - 15:36 Uhr
oh man......fass dat net, dann läuft ja noch mehr scheiß im Radio. :-(
puri
01.10.2004 - 15:49 Uhr
mein gott, dann hört halt sender, auf denen sowieso nie rammstein und so scheiß gespielt wird...
@bee:
oder muss am End' nur die Industrie dahinter deutsch sein?
antwort: alles, was in deutschland produziert wird, zählt dazu, also auch deutsche künstler, die englisch singen
wolle
08.10.2004 - 18:22 Uhr
haha, der hecker hat sich im zuge dieser deutschquoten-diskussion im taz-interview als depp geoutet:
http://www.taz.de/pt/2004/10/01/a0186.nf/text
Patte
15.10.2004 - 15:42 Uhr
Warum das Grand Hotel van Cleef gegen eine Quote für deutsche Musik im Radio ist

In den letzten Wochen wurde ein Thema zunehmend in den Medien diskutiert und auch auf der diesjährigen Popkomm haben verschiedene Musiker und Musikschaffende eine gewisse Maßnahme explizit gefordert: eine Quote für deutsche Musik im Radio.

Hier mal etwas Grundsätzliches zu unserem Musikverständnis: Bei Musik geht es uns um Kunst! Kunst sollte man weder verordnen noch forcieren. Kunst geht ihre eigenen Wege.

Antje Vollmer, kulturpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion fordert eine Deutsche Radio Quote weil sie glaubt, es würde junge, innovative Musiker hierzulande fördern. Antje Vollmer zum Spiegel Online:

„Aber gerade fortschrittliche Menschen müssen doch darauf setzen, dass die Musiker, die in einem bestimmten Land und einer bestimmten Kultur leben, sich spezifisch mit den Eigenheiten dieser Kultur und ihrer eigenen Gesellschaft auseinandersetzen. Ich kann natürlich Madonna oder Sting hören, aber die werden nie einen Song schreiben, der sich kritisch mit dem auseinandersetzt, was in Deutschland geschieht.“

Einer überschaubaren Anzahl von kleinen Bands würde eine Quotierung sicherlich helfen mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Allerdings glauben wir, dass in erster Linie die etablierten Bands von einer Quotierung profitieren würden. Das Beispiel Frankreich (das ja von den Befürwortern der Quote immer wieder als Beispiel wie es gehen kann herangeführt wird, dort werden zu 40% nur französische Titel gespielt) zeigt, dass dort auch in erster Linie die etablierten Künstler von einer Quote profitieren. Frau Vollmers Sichtweise könnte man als ziemlich naiv bezeichnen. Denn es ist zu erwarten, dass Radiosender keineswegs junge, fortschrittliche Künstler fördern werden, die in ihrer Musik wichtige Eigenheiten oder politische und kulturelle Aspekte der Gesellschaft reflektieren oder zum Ausdruck bringen. Unserer Einschätzung nach wird nach einer Quotierung so einem Deutschrock-Einheitsbrei a la BAP oder Kunze wieder vermehrt öffentliches Interesse geschenkt, das ihm (dem Einheitsbrei) in den letzten Jahren wegen mangelnder Qualität zu Recht entzogen wurde. Es ist stark zu bezweifeln, dass Radios auf einmal mehr Interesse an neuen Künstlern haben werden oder davon Abstand nehmen, die übliche Unterhaltungsdudelei zu spielen. Denn wer glaubt, wir würden auf einmal mehr von Künstlern wie the Notwist, the Robocop Kraus, Tocotronic, Slut oder Fanny van Dannen hören wird dann wohl durch die Rotationen von abgehalfterten Unterhaltungsmusikern eines besseren belehrt. Daran würde auch eine „Aktualitäts-Quote“ (z.B. wenn die Hälfte innerhalb der Deutsch - Quote Neuerscheinungen aus den letzten 6 Monaten sein müssten) nichts ändern. Denn es würde selbstverständlich einen Boom von Neuveröffentlichungen der etablierten Musiker geben. Anstatt Lionel Richie, Chris de Burg, Shania Twain, the Corrs, Brian Adams und Robbie Williams bekommen wir dann einfach was von Udo Jürgens, Wolfgang Petry, Peter Maffay, Pur und Udo Lindenberg auf die Ohren.

Wir können den Vorwurf der Befürworter der Quote schon verstehen, wenn sie sagen, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in keiner Weise ihrem kulturellen Auftrag (musikalische Vielfalt präsentieren) nachkommen. Allgemeine Einigkeit herrscht auch – bei allen Menschen mit Ohren – darüber, dass die hiesige Radiolandschaft die Hölle ist. Wenn die Kampagne heißen würde „Verdammt, ich würde endlich mal wieder gerne schmerzfrei Radio hören können in Deutschland“, dann würden wir vielleicht sogar mitmachen. Aber sie heißt „ wir wollen deutsche Musik egal von wem, für ein deutsches Radio“. Das zeigt schon diese seltsame Liste von Unterzeichnern einer Deutsch-Radio Quote Forderung von Jimi Rakete. Für die meisten Unterzeichner dieser Liste heißt die Kampagne aber eher „Geil, endlich könnte ich noch mehr GEMA Kohle bekommen!“

Wir fragen uns wirklich wo die musikalische Vielfalt präsentiert wird, nachdem eine Quote zugunsten deutschsprachiger Musik eingeführt ist. Was ist denn mit der „interessanten“ und „spannenden“ Musik aus Island, Jamaika, England oder Japan ? Und an dieser Stelle wird die Forderung nach einer Quote zu einem stumpfen Lobbyismus. Im Grunde ist es doch so: Eine durch Umsatzschwäche und Abzockerdeals gebeutelte Musikerschaft blickt nach Frankreich, will dass die Verhältnisse dort auch in Deutschland Einzug halten und denkt: dann wird alles gut.

Wir mit dem Grand Hotel van Cleef würden eher eine Independent-Quote vorschlagen. In jedem Land gibt es zu jeder Zeit bestimmte Independent-Produktionen die in ihren Ländern Aufsehen erregen und es sogar in die Charts schaffen. Die Aufgabe der Programmgestalter wäre es, diese Musik zu entdecken , Hintergründe zu liefern und diese Musik geschmackvoll zu präsentieren. Da die Programmgestalter so eine Arbeit nicht von alleine machen (vermutlich weil sie faul und bequem sind) gäbe es hierfür dann eine Quote. Vielleicht nicht 40% aber doch so, dass man solche Musik wahrnimmt.

Aber wir bekommen dann natürlich zu hören: „Dafür gibt es doch schon die jeweiligen öffentlich-rechtlichen Kulturkanäle (bei uns NDR4)“ oder „ Das will doch keiner hören“. Und da wir keine Lobby haben lassen wir das mit unseren Forderungen. Also hören wir weiter Lionel Ritchie, und nach Einführung der Quote , Wolfgang Petry.

Letztendlich enthält die Forderung nach einer Musikquote einen fürchterlichen Beigeschmack, den der Deutschtümelei. Es ist schon klar, dass die Musiker, die nach der Deutschquote schreien keine nationalistischen Motive haben, sie haben eher ausschliesslich finanzielle Absichten und die Hoffnung, dass Ihre Musik durch Zwang noch mehr Gehör findet.

Eine Deutsch Quote würde die Verdeutschung des Rundfunks bedeuten. Wir halten internationale kulturelle Vielfalt für äusserst wichtig, in jedem Land. Aus welchem Land gute Musik kommt ist doch nur Zufall. Und ob sie aus den USA, aus Japan, oder Indien stammt ist uns egal, wir wollen Musik, Musik, Musik.

Zu guter Letzt möchten wir noch erwähnen, dass bei uns fünf von sieben Bands auch aus Deutschland kommen und vier auf deutsch singen (und wir deswegen sogar evtl. auch einen kleinen finanziellen Nutzen aus der Quote ziehen würden). Das ist zum Glück aber alles andere als Absicht, denn diese fünf Bands kommen zufällig auch alle aus Hamburg und es hat sich einfach so ergeben. Mehr nicht.

Musik ist Musik, egal in welcher Sprache gesungen wird oder aus welchem Land die Musiker kommen. Und nur weil wir zufällig Deutsche sind, die in Deutschland wohnen, heisst das noch lange nicht, dass wir deswegen auch ein erhöhtes Interesse daran haben, dass besonders viel deutsche Musik im Radio läuft.

Euer Grand Hotel van Cleef

Quelle: http://www.ghvc.de/quote.htm
Stalker
16.10.2004 - 19:24 Uhr
Ich bin auch gegen Quoten.
Unter den ausländischen Liedern gibts zwar genauso wenig alternatives, aber das versteht man wenigstens nicht.
Oliver Ding
17.10.2004 - 15:32 Uhr
Das Problem ist einfach, daß man Geschmack nicht verordnen kann. Und wenn die breite Masse sich nicht dagegen wehrt, mit anspruchsfreiem Kram abgespeist zu werden, müssen wir wahlweise damit leben oder einfach andere Arten der Musikkonsumption auftun. Es ist ja nicht so, als ob es keine an den eigenen Geschmack anpaßbaren Online-Sender o.ä. gäbe.
logan
17.10.2004 - 20:55 Uhr
Quoten taugen nichts. Deutsch sagt überhaupt nichts über Qualität aus. Die Privaten spielen so oder so meistens Schrott, was man halt in einer freien Gesellschaft in Kauf nehmen muss. Eine vernünftige, kulturell ausgewogene Programmgestaltung obliegt den Öffentlich-Rechtlichen dagegen ohnehin, und manche Sender nehmen das tatsächlich (noch) ernst (der Deutschlandfunk zum Beispiel). Irgendwann wird das wohl auch den Bach hinuntergehen, weil immer mehr Verantwortliche meinen, irgendwelchen großen Trends hinterherlaufen zu müssen (allerdings wegen eines früher oder später dann doch über Bord geworfenen Bildungsdünkels meistens Jahre hinterherhinken) - siehe öffentl.-rechtl. TV. Solange ich hin und wieder britische Sendungen mit JOHN PEEL reinbekomme, schert mich das aber einen feuchten Dreck. Das Problem bei den Online-Sendern ist, dass sich die nicht jeder leisten kann - wohingegen es niemandem schwer fallen sollte, die GEZ zu bescheissen (wer wirklich arm ist und dazu noch zu viel Zeit für Papierkram übrig hat, kann sich übrigens auch befreien lassen). Am wichtigsten ist doch, dass es noch erschwingliche staatliche Rundfunklizenzen auch für kleinere regionale (kommunale) Sender gibt, die dann ihr ganz individuelles Ding machen können. Wenn die irgendwann nur noch in den Händen einiger großen Konzerne wären: Gute Nacht Vielfalt! Zum Glück wird die Deutsch-Quote nie kommen; denn hiergegen werden sich nicht zuletzt die Multis durchsetzen, die auch weiterhin mit einer großangelegten PR-Aktion den ganzen globalen Markt über einen (englischsingenden) ACT werden abdecken wollen.
isis
19.10.2004 - 22:29 Uhr
@ding: online-sender sind transportabel? is mir neu..
kati
14.12.2004 - 17:31 Uhr
also ich hab nen halbes Jahr in Frankreich gewohnt und da war der Anteil an ausländischer Musik im Radio ca. 1/3 .
die_muetze
14.12.2004 - 17:42 Uhr
Japp in Frankreich läuft aber ansich einiges anderes die kennen da z.b. bands wie deftones, blink 182, green day kaum, wenn du glück hast kennen sie nirvana, dass liegt aber auch daran das Frankreich das Rapland in der Welt schlechin ist Amerika und co sind da nix dagegen.
Bär
14.12.2004 - 17:48 Uhr
Krass ich dachte in Frankreich gibts nur Baguettes.
Valerién
16.12.2004 - 02:25 Uhr
ich schieb dir gleich ein Baguette sonst wo hin du ausländerfeindlicher assozialer.

Jean-Claude
16.12.2004 - 02:31 Uhr
ihr deutschen seit doch immer noch angepisst, dass wir euch damals bei sedan die kugel gleich reihenweise auf die 12 geschossen haben.

Justine
16.12.2004 - 02:32 Uhr
BÄR : steckst du in deiner freizeit eigentlich auch asylantenheime an du zillertaler franzosen-jäger ?

sowas wie dich sollte man am sack aufhängen und auf sparflamme rösten.
Mohammed
16.12.2004 - 02:33 Uhr
BRAUCH HIER JEMAND ´NE WUMÄÄÄÄÄ?!?!?!?!?!!
Tobias
16.12.2004 - 04:25 Uhr
Ja auf jeden
puri
18.12.2004 - 19:04 Uhr
franzosen ham wohl keinen humor
Patte
19.12.2004 - 01:36 Uhr
*lol* Ist das gemein, der Bär wird gegrillt!! *abfeier* ;-D
Patte
23.12.2004 - 20:37 Uhr
"Mit großem Interesse habe ich Ihren Vorstoß in Sachen "Deutschquote im Radio" verfolgt. Kürzlich sah ich Sie gar in einer Fernsehgesprächsrunde, wo Sie leider rhetorisch völlig unter die Räder kamen, weil man Ihnen Wiglaf Droste gegenübergesetzt hatte."

Herr Heinser, wann und wo war denn das? (Hätt ich ja mal interessant gefunden, schadé..)
Lukas
24.12.2004 - 11:35 Uhr
Herr Heinser, wann und wo war denn das?

Am 2. Dezember im SWR-Fernsehen. Höhepunkt war Droste mit dem in Marmor zu meißelnden Satz: "Ich würde lieber putzen gehen, als nur eine Mark zu verdienen, die ich Antje Vollmer verdanke – da hab ich meinen Stolz."

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