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Schrottgrenze - Das Universum ist nicht binär

User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26961

Registriert seit 08.01.2012

04.11.2022 - 18:45 Uhr - Newsbeitrag
Schrottgrenze - Das Universum ist nicht binär
Album-VÖ: 10. Februar 2023
(Tapete Records/Indigo)



Vorab-Single "Dysphorie" hier sehen
Releasepartys in Hamburg und Berlin
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Emo-Deutschpunk in den Neunzigern, Indierock-Experimente in den 2000ern und mittlerweile im queeren Power-Pop zu Hause: SCHROTTGRENZE bringen auf Tapete Records ihr zehntes Album »Das Universum ist nicht binär« heraus.

Synthesizer, orchestrale Arrangements und klassische Chöre – die musikalische Reise, die hinter der einstigen Punkband aus dem niedersächsischen Peine liegt, ist erstaunlich. „Wir haben uns nie von der Musikindustrie, einer bestimmten Szene oder kommerziellen Erfolgsansprüchen abhängig gemacht und sind stets unseren gemeinsamen thematischen und musikalischen Vorlieben gefolgt“, erklärt Sängerin* Saskia Lavaux, die SCHROTTGRENZE 1994 gemeinsam mit Gitarrist Timo Sauer gegründet hat. Bassist Hauke Röh und Schlagzeuger Lars Watermann vervollständigen das Quartett, das seit 20 Jahren in Hamburg ansässig ist. Als die Band 2017 – nach einer mehrjährigen Schaffenspause – mit dem Album »Glitzer auf Beton« ihr Comeback feiert, wird der Anspruch an die eigene musikalische Unabhängigkeit besonders deutlich. „Damals nahm die queere Trilogie ihren Anfang, die wir 2019 mit »Alles Zerpflücken« fortgesetzt haben und nun mit »Das Universum ist nicht binär« abrunden“, fasst Saskia zusammen, die mittlerweile auf ihre ganz persönliche queere Transformation zurückblickt. Produziert wurden die besagten drei Platten, die eindeutig eine neue SCHROTTGRENZE-Ära markieren, allesamt gemeinsam mit Kristian Kühl. Neu hingegen ist die Zusammenarbeit mit Oliver Zülch, der in der Vergangenheit bereits Bands wie Die Ärzte, Sportfreunde Stiller und The Notwist tontechnisch supportet hat. Das Ergebnis: Ein neuer, klarer und empowernder Sound, der dem unabhängigen Bandkollektiv sehr gut steht.

»Dysphorie«, die erste Single aus »Das Universum ist nicht binär« ist hier zu sehen:

Inhaltlich bringt der Titelsong des Albums die Message direkt auf den Punkt: »Stell dir vor wir wachen auf […] Und es wär‘ der allerschönste Morgen, denn das Patriachat wäre gestorben.« Eine Vorstellung, die zum Träumen einlädt. Doch solange wir in einem binären Geschlechtersystem leben, in dem nur Mann und Frau existieren, werden Zeilen wie diese leider eine Utopie bleiben. Deshalb fordern SCHROTTGRENZE ihre Hörer*innen auf, Trans*-, Inter-, Nicht-Binäre und Agender-Personen im Alltag beizustehen und queere Kämpfe, um gesellschaftliche Teilhabe zu unterstützen. „Ich habe es satt, ausschließlich von hetero-normativen, zweigeschlechtlichen Lovesongs beschallt zu werden“, sagt Saskia, die selbst genderfluid lebt und pansexuell liebt. „Ich möchte meine Gefühle für andere durch die Musik erfahrbar machen und ich wünsche mir, dass cis-geschlechtliche Menschen durch unsere Songs Einblicke in die Lebensrealität von trans* Menschen erhalten.“ Ein Schlüsselelement, dass sich in verschiedenen Songs der Platte wiederfindet, ist die Aufforderung zur Selbstreflexion. So handelt das Lied »Emanzipation und Alltag« beispielsweise davon, die eigenen Privilegien, gemachte Fehler, aber auch persönliche Weiterentwicklungen zu würdigen. Ganz gleich, ob es dabei um den Ausstieg aus patriarchalen Bro‘-Kulturen geht, die geschlechtliche Selbstfindung oder eine selbstkritische Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus.



In Songs wie »Boomer-Tränen« und »Happyland« geht es hingegen um zwei Stereotypen, an denen es vor allem in den Sozialen Medien kein Vorbei gibt: Bei der „Früher war alles besser“-Fraktion des ersten Songs handelt es sich um schlecht gelaunte Wutboomer*innen, die vor lauter Gendergaga nicht mehr klar denken können und die Atmosphäre fortwährend mit ihrer Anti-Fortschritt-Haltung vergiften. »Happyland« handelt wiederum von sogenannten „Good Vibes Only“-Accounts, die zu unrealistischen Optimierungsansprüchen und dem Ausblenden von Missständen verleitet. „Den Song haben wir zusammen mit der Rapperin FINNA geschrieben“, berichtet Timo Sauer. „Die teils fatalen Folgen der toxischen Positivität auf solchen Kanälen gehen weit über die Manifestierung unrealistischer Schönheitsideale hinaus, denn Diskriminierungsformen werden dabei ebenso herausgefiltert wie prekäre Lebensumstände und echte Emotionen.“ Am Ende der Platte angekommen, steht fest: Das Universum ist nicht binär und die Welt, in der wir leben, nicht gerecht.
Tracklisting:
1) Das Universum ist nicht binär
2) Boomer-Tränen
3) Girlanden)
4) Männerphantasien
5) Dysphorie
6) Immer für mich da
7) Happyland
8) Emanzipation und Alltag
9) Bürokratie
10) Roman und Ines
11) Lieber Regen

Web:
https://www.schrottgrenze.de/

Pre-Order/Buy:
https://orcd.co/schrottgrenze


Earl Grey

Postings: 520

Registriert seit 14.06.2013

04.11.2022 - 20:15 Uhr
Château Schrottgrenze habe ich geliebt. Auch immer wieder vereinzelt Sachen auf den letzten Alben. Aber irgendwie gibt es nur das eine Thema. Und das finde ich dann schon ein wenig anstrengend…

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26961

Registriert seit 08.01.2012

13.01.2023 - 19:34 Uhr - Newsbeitrag
Schrottgrenze - Das Universum ist nicht binär
Neues Video zum Titeltrack hier sehen
Album-VÖ: 10. Februar 2023
(Tapete Records/Indigo)
Schrottgrenze stehen für Interviews zur Verfügung
Tourdaten
Vorab-Single "Dysphorie" hier sehen

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Emo-Deutschpunk in den Neunzigern, Indierock-Experimente in den 2000ern und mittlerweile im queeren Power-Pop zu Hause: SCHROTTGRENZE bringen auf Tapete Records ihr zehntes Album »Das Universum ist nicht binär« heraus.

Das galaktische Video zur jüngsten Single mit Performance Artist*in Thord1s in der Hauptrolle lädt zum Mitreisen ein! Der Titelsong des neuen Albums thematisiert die dringende Notwendigkeit eines Gesetzes für geschlechtliche Selbstbestimmung. Das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung ist für T*IN-Personen (trans*- inter- und nicht-binäre Personen) ein zentraler Grundstein zur Wahrung ihrer Menschenwürde. T*IN-Rights are human rights!



Konsul

Postings: 812

Registriert seit 06.04.2022

14.01.2023 - 20:14 Uhr
Ich finde es gut, dass er sich künstlerisch mit dem binären Darsein auseinander setzt. Aber ein ganzes Album nur mit dem Thema empfinde ich dann doch als too much und Überforderung. Haben die anderen Bandmitglieder überhaupt nichts zu sagen oder müssen die dann einfach mitmachen?
Château Schrottgrenze Höre ich heute noch sehr gern

Kai

User und News-Scout

Postings: 2914

Registriert seit 25.02.2014

14.01.2023 - 20:23 Uhr
Mir gibt das Thema leider auch nichts. Ich fühl mich damit nicht wirklich angesprochen oder berührt.

Gibt aber bestimmt Menschen, denen Schrottgrenze mit so einem Album helfen also ist da ja gut.

Earl Grey

Postings: 520

Registriert seit 14.06.2013

14.01.2023 - 20:45 Uhr
Ein ganzes Album? Es ist das Dritte!
Ich mag die Band, habe sie auch als Vorband von Kettcar noch mal vor drei Jahren Live gesehen. Finde die gehen mit der deutschen Sprache ganz besonders um und ermöglichen sehr schöne Melodien… aber drei Alben zu gefühlt einem Thema…
Frage mich da auch, wie das die anderen Bandmitglieder so empfinden…

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26961

Registriert seit 08.01.2012

15.01.2023 - 00:19 Uhr
Grundsätzlich kann Musik auch dazu einladen, fremde Gedanken nachzuempfinden und zu erleben. "Das bildet exakt meine Lebenswirklichkeit ab und kleidet diese in Worte" denkt man wohl nur bei einem kleinen Bruchteil der gehörten Musik. Und ist das wirklich das bessere Erlebnis?

Insofern wäre ich da grundsätzlich offen. Ob ich generell ein Album brauche, bei dem sich alle Songs ums selbe Thema drehen, egal um welches, stelle ich gleichzeitig aber auch in Frage. Das muss aber anhand der Tracklist nicht der Fall sein. Lieber erst das Album hören, statt vorschnell zu urteilen.

Earl Grey

Postings: 520

Registriert seit 14.06.2013

15.01.2023 - 00:41 Uhr
Danke für deine Gedanken… vielleicht urteilt man manchmal zu voreilig…

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26961

Registriert seit 08.01.2012

31.01.2023 - 20:36 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

XTRMNTR

Postings: 1270

Registriert seit 08.02.2015

06.02.2023 - 23:40 Uhr
Punk war mal die Musik gegen das Establishment. Das hier klingt wie die Musik für den Parteitag.
Da ist ja wirklich alles drin, was der "moderne Zeitgeist" so vorgibt. Angepasster als diese Musik geht nicht.

FinanzGuru

Postings: 139

Registriert seit 20.10.2022

04.08.2023 - 19:16 Uhr
Habe viele junge Freunde in der queeren Community, aber quasi biemand kennt diese band.

An den texten und der Botschaft kanns nicht liegen, ich vermute eher, dass bei menschen 15-25 Gitarrenmusik mal so gar nicht angesagt ist und eine Indieband, die nicht im trendy Hipster-Insta-Look daherkommt, und schon Musik gemacht hat, als viele Queeries geboren wurden, es einfach schwer hat.

Schade, ich kenne keinen Musiker bzw. Musikerinnen, welche sich auf Albumlänge so konsequent für queere Themen einsetzen.

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