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Jubiläumsspecial: 10 Jahre Plattentests.de


Die Plattentests.de-Geschichtsstunde -
Meilensteine und Kurioses aus 10 Jahren Plattentests.de

Plattentests.de wird 10 Jahre alt. Streng genommen sind wir sogar schon ein bisschen älter. Aber erstens sieht man uns das nicht an. Und zweitens wollten wir Jahrespoll und die ganzen anderen Jahresabrechnungen abwarten, bevor wir die Jubiläumswochen einläuten.

Herzlich willkommen zum fünfteiligen Jubiläumsspecial von Plattentests.de! Mit jedem Update wird eine weitere Episode hinzukommen. Wir wünschen viel Vergnügen!

Alle fünf Teile im Überblick:

29. Juni 1999: Vom vorangegangenen Besuch auf dem Southside-Festival 1999 fühlt sich der 18-jährige Bursche Armin Linder inspiriert, es auch mal mit Musikjournalismus zu versuchen: Ein ausführlicher Festivalbericht zum Southside 1999 geht auf http://armin-linder.mysite.de online. Dieser ist - vollkommen zurecht - längst aus dem Internet veschwunden. Darin ist etwa zu lesen, dass The Notwist "nettes Elektro-Geklimper" machen oder dass die seinerzeit völlig unbekannten Queens Of The Stone Age verpasst worden seien. Und der damals schwer angesagte Elvis-Imitator The King riss den Autor zu einem unheimlich lustigen Vergleich hin: "The King hat äußerlich so viel Ähnlichkeit mit Elvis wie Marilyn Manson mit den Ö La Palöma Boys."

20. September 1999: Die musikjournalistische Leidenschaft ist entfacht, aber leider stehen keine weiteren Festivals mehr an. Deswegen werden einige Album-Rezensionen begonnen - und die meisten davon nie abgeschlossen.



Die Ur-Version von Plattentests.de. Hinter den Links verbergen sich Blindtexte zu geplanten Rezensionen, die erst später (oder nie) fertiggestellt werden.


13. Oktober 1999: Der Knoten platzt, und Rezensionen zu "13" (Blur), "Maybe you've been brainwashed too" (New Radicals) und "The ideal crash" (dEUS) werden fertiggestellt und über die Subdomain http://plattentests.here.de/ der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Zehn-Punkte-Skala sowie die Referenzen (damals noch "Für Fans von") werden eingeführt.

17. November 1999: Die ersten Mitarbeiter werden rekrutiert: Nico Jurtz und Matthias Allstadt machen Plattentests online zum Team. In den nächsten Wochen kommen einige weitere hinzu, darunter Thorsten Thiel, Sven Cadario, Oliver Ding und Markus Bellmann, die bis heute dabei sind.

02. Dezember 1999: Die Domain http://www.plattentests.de/ geht online - Plattentests.de ist geboren!


04. Dezember 1999: Plattentests.de versucht, professionell zu werden und geht per Mail bei den Plattenfirmen die Klinken putzen, um neue Platten zum Rezensieren zu bekommen: "Vielleicht habt Ihr die Möglichkeit, das Projekt irgendwie zu unterstützen." So stößt die Redaktion auf Hörerlebnisse wie Saariston Lapset. Auch deswegen bleiben Eigeneinkäufe auf Monate hinweg die wichtigsten Rezensionsobjekte.

19. Februar 2000: Ein neues, immer noch sehr spartantisches Design geht online. Das "Album der Woche" wird eingeführt. Erster Titelträger: "Bloodflowers" von The Cure.



"Wir sind ein kleines redaktionelles Team, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Euch aktuelle Platten aus den Bereichen Rock und Independent vorzustellen."


26. März 2000: Der erste Plattentests.de-Newsletter wird verschickt.

03. Mai 2000: Dies ist der Veröffentlichungstermin des Albums mit der wohl meistdiskutierten Rezension in der Geschichte von Plattentests.de: Armin Linder gibt dem Album "Tuesday" von Reamonn die 9/10. Noch acht Jahre später muss er sich dafür rechtfertigen.

3. September 2000: Plattentests.de denkt an die Zukunft. Das Aussehen der Seite könnte verbessert werden. Der Chefredakteur möchte "irgendwas mit runden Ecken" und ist damit ziemlich allein. Die Redaktion macht erste Farbenspiele. Die zwischenzeitlich erwogene Farbkombination Schwarz und Türkis wird jedoch rasch verworfen. Zuvor wird allerdings ein dazu passendes Logo gebastelt.



Dieses Logo in schickem Schwarz und Türkis könnte der Stammleserschaft entfernt bekannt vorkommen.


27. September 2000: Der Quantensprung steht bevor: Im Hintergrund arbeiten fleißige Schreiber daran, die bestehenden circa 280 Rezensionen in eine Datenbank einzugeben, die Gerd Bezold auf seinem Server motorhorst.de eingerichtet hat. Denn: Die komplett neue Seite steht vor der Fertigstellung, inklusive neuem Design. Mittlerweile wird ein dunkelblauer Hintergrund für eine sehr gute Idee gehalten.


01. Oktober 2000: Ein neues Design geht online, das den Newsletter-Empfängern wie folgt angepriesen wird: "Ein zeitgemäßes Layout, das sich vor der kommerziellen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht." Sogar das neue Logo passt - dank Thorsten Thiels phänomenaler Idee, die Farben einfach zu invertieren. Zudem gibt es - nicht zuletzt dank Oberprogrammierer Gerd Bezold - eine neue Startseite, ein ordentliches Forum, die Lesercharts und eine Suchfunktion. Erstes "Album der Woche" im neuen Design ist "Kid A" (10/10) von Radiohead, das gleich in mehrerlei Hinsicht ein neues Zeitalter einläutet.



Das Schwarz-auf-Blau-Design (hier ein Screenshot aus dem Dezember 2000) blieb rund acht Jahre erhalten - und damit acht Jahre länger, als vielen lieb war.


05. Oktober 2000: Die erste Beschwerde über das neue Layout ("schwarze Schrift auf tiefdunkelblau ist sehr anstrengend zu lesen") trifft ein.

23. Dezember 2000: Plattentests.de wird in der TV Spielfilm empfohlen. Nach diesem Triumph wird kurz in Erwägung gezogen, die Karriere zu beenden, dies aber verworfen. Schließlich gibt es noch ein Ziel: eines Tages in der Brigitte zu erscheinen.

24. Januar 2001: Plattentests.de wird in der Sendung "World of Bits" auf VIVA empfohlen. Nach diesem Triumph wird kurz in Erwägung gezogen, die Karriere zu beenden, dies aber verworfen. Schließlich gibt es noch ein Ziel: eines Tages in der Brigitte zu erscheinen.

15. September 2001: Die erste Morddrohung erreicht Plattentests.de. Die wenig humorig aufgelegte Band Pain In The Ass (Nebenprojekt von Such A Surge) droht Rüdiger Hofmann auf dessen Verriss hin in einem Interview mit festivaldreck.de, ihn zu teeren, zu federn und mit einem Betonklotz an den Beinen in den Fluss Oker zu werfen.



"Wir sind kritikfähig", behauptet die Band Pain In The Ass - und will den Plattentests.de-Rezensenten samt Betonklotz in der Oker versenken.


27. Oktober 2001: Der 20.000 Beitrag im immer reger genutzten Forum geht online. Wortlaut: "Ist Wichsen nicht der spannendere Weg zur Befriedigung? Das ist wenigstens Sex mit jemandem, der Dich wirklich liebt." Schon zu dieser Zeit ist das Plattentests.de-Forum auch eine Anlaufstelle für Musik. Aber nicht nur.

31. Januar 2002: "Das Forum ist am Ende." Behauptet jedenfalls Benutzer Achim in einem Thread mit eben diesem Titel. Dass dieser später mit diversen anderen Unmuts- und Untergangsbekundungen später in den Sammelthread "Das Forum von Plattentests.de" überführt wird, findet mancher Besucher "bock gääg !"

31. Juli 2002: Der legendäre Forums-Thread "Fischsaft und Wurstjoghurt" geht online.

16. August 2002: Lukas Heinser, Gerd Bezold und Oliver Ding diskutieren während der Musikmesse popKomm in Köln über die Zukunft von Plattentests.de - leider unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit.

Dezember 2002: Die Süddeutsche Zeitung berichtet über Plattentests.de. Anlass: Dieter Bohlens Machwerk "Nichts als die Wahrheit", über das auf Plattentests.de fleißig diskutiert wird. Leider glaubt der Autor, Diskussionen in einem belebten Webforum wie dem hiesigen dienten vor allem dem Datentausch, und unterstellt Plattentests.de indirekt, ein Umschlagplatz für Raubkopierer zu sein. Wir sind von derart, ähem, tiefgründiger Recherche eher peinlich berührt.

12. November 2003: Erstmals präsentiert Plattentests.de eine Tour: die der Weakerthans

01. April 2004: Das "Album der Woche" heißt "Sing when you're ringing" von The Telephones - doch dieses gibt es gar nicht. Plattentests.de erlaubt sich einen Aprilscherz und rezensiert ein fiktives Album. Dazu geht sogar noch eine fingierte Bandhomepage online. "Warum kann man bei amazon nichts vorbestellen?", fragt sich ein Forumsuser.

09. Februar 2005: Konkrete Planungen zum Relaunch von Plattentests.de beginnen. Wie die Geschichte verrät, soll dieser nur knapp vier Jahre später in einer abgespeckten Version online gehen.

30. Juli 2005: Der erste Thread zu einer bis dahin unbekannten Magdeburger Nachwuchskapelle beginnt mit den Worten "Leute ich habe Angst." Auch 39.933 Postings später warten einige immer noch auf die korrekte Handynummer von Bill Kaulitz.

13. Oktober 2005: Plattentests.de taucht im "Allgäuer Anzeigenblatt" auf. Nach diesem Triumph wird kurz in Erwägung gezogen, die Karriere zu beenden, dies aber verworfen. Schließlich gibt es noch ein Ziel: eines Tages in der Brigitte zu erscheinen.



Das Allgäuer Anzeigenblatt vergibt vier von vier "@"s für Plattentests.de: Wow!


08. Mai 2006: Plattentests.de (damals noch Plattentests Online) erhält einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Die Redaktion schaut hier gerne nach, wenn sie wissen will, was sie eigentlich so tut.

09. November 2006: "Ys" von Joanna Newsom wird als bislang letztes Album mit 10/10 bewertet.

09. Januar 2007: Der frische Artikel zu Plattentests.de in der Indiepedia, einem Projekt des ehemaligen Serverspenders Gerd Bezold, erhält einen Löschantrag. Mittlerweile kann die Redaktion aber auch hier erfahren, was sie eigentlich so tut.

26. Mai 2007: Der einmillionste Beitrag im Plattentests.de-Forum geht online - und wird gelöscht. Der 1000001. lautet: "die yacht gehört dem hardenberg"

04. Dezember 2007: Plattentests.de taucht im Kicker auf. Nach diesem Triumph wird kurz in Erwägung gezogen, die Karriere zu beenden, dies aber verworfen. Schließlich gibt es noch ein Ziel: eines Tages in der Brigitte zu erscheinen.



Irgendwo zwischen Franck Ribéry und Cristiano Ronaldo: Plattentests.de im Kicker.


8. Juli 2008: Das Wort "Pilzrahmsuppe" taucht erstmalig (aber sicher nicht letztmalig) in einem Plattentests.de-Newsletter auf.

04. Januar 2009: Endlich! Der blaue Hintergrund gehört der Vergangenheit an! Das neue, bis heute gültige Design geht online. Endlich hat der Chefredakteur seine runden Ecken.

05. Januar 2009: Die Frage, wer denn der Mann hinter der Platte sei, bekommt einen eigenen Thread. Ein Mysterium. Außerdem bis heute ungelöst: Was macht der Mann hinter der Platte mit der Platte? Und vor allem: Welche Platte hält der Mann hinter der Platte? Das Rätseln geht weiter.

Februar bis März 2009: Nach und nach entdecken andere Medien das runderneuerte Plattentests.de und geben Surftips: Netselektor am 3. Februar, und Netzperlentaucher am 2. März. Am 12. März 2009 taucht Plattentests.de ein zweites Mal in der TV Spielfilm auf. "Aktuelle Alben wie das der schwedischen Rocker von Mando Diao oder von Lily Allen werden von der Plattentests-Redaktion ausführlich besprochen und bewertet. So erfährt man, was gerade angesagt und hörenswert ist." Nach diesem Triumph wird kurz in Erwägung gezogen, die Karriere zu beenden, dies aber verworfen. Schließlich gibt es noch ein Ziel: eines Tages in der Brigitte zu erscheinen.

01. April 2009: Der zweite von bislang zwei Aprilscherzen geht online. Dieser ist leichter zu durchschauen als der vorige, macht aber mindestens genausoviel Spaß wie der vorige: Aus rechtlichen Gründen sei es nötig gewesen, das neue Design wieder offline zu nehmen. Es folgen Minuten mit sehr wilden Farbkombinationen - die aber zumeist immer noch schöner sind als das alte Schwarz-auf-Blau.



Konnte sich leider nicht durchsetzen: der Hybrid aus neuem und altem Design. Genausowenig die froschgrüne Plattentests.de-Variante, die wenige Minuten online war.



19. April 2009: Plattentests.de findet Einzug in die Schmähkritik-Rubrik der taz. Nach diesem Triumph wird kurz in Erwägung gezogen, die Karriere zu beenden, dies aber verworfen. Schließlich gibt es noch ein Ziel: eines Tages in der Brigitte zu erscheinen.

13. Mai 2009: Plattentests.de hält Einzug in die Wissenschaft: Die Rezensionen werden in einer Arbeit unter dem Titel "Sprachliche Mittel als Ausdruck von Bewertung in Musikzeitschriften, Online-Magazinen und Laienkritiken" analysiert. Nach diesem Triumph wird kurz in Erwägung gezogen, die Karriere zu beenden, dies aber verworfen. Schließlich gibt es noch ein Ziel: eines Tages in der Brigitte zu erscheinen.

05. November 2009: Weil das Jubiläum bevorsteht, plant Plattentests.de eine große Verlosungsaktion. Hierfür werden Anfragen an die elf größten deutschen Suppen-Hersteller verschickt mit der Frage, ob man für eine Verlosung möglicherweise Pilzrahmsuppenpakete zur Verfügung stellen würde. Seltsamerweise antwortet nur eine Suppenfirma mit einer freundlichen Absage, "da die Zielgruppe Ihres Portals nicht zu unserer passt."



Ging so wirklich an elf Suppenhersteller: eine Verlosungsanfrage für Suppenpakete für das Jubiläumsspecial.



02. Januar 2010: Die erste Brigitte ohne Models erscheint. Die Chancen des Plattentests.de-Teams, sein Ziel noch zu erreichen, steigen beträchtlich.

12. Januar 2010: Das Jubiläumsspecial von Plattentests.de geht online. Du bist in der Gegenwart angelangt. Vielen Dank fürs Lesen - in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.