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Liars - Wixiw

Liars - Wixiw

Mute / GoodToGo
VÖ: 01.06.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

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"Das einzig Kohärente an "Sisterworld" ist der unbedingte Wille zur künstlerischen Freiheit. Und vielleicht die Beobachtung, dass die Liars immer noch Rockmusik im engeren Sinne machen", haben wir über das letzte Liars-Album geschrieben. Einer der beiden Sätze gilt auch für ihre sechste Platte, den anderen müssen wir schon während der ersten Minuten zu Grabe tragen. Mit der Rockmusik ist es auf "Wixiw" nämlich nicht mehr weit her: Die Gitarre wird durch Synthies in allen Klangfarben ersetzt, Angus Andrew wabert ins Mikrofon und auch sonst klingt hier alles sehr elektronisch.

Nun ist ein radikaler Wechsel im Sound ja nichts Überraschendes im Kontext einer Band, die sich auf nahezu jedem Album die künstlerische Freiheit der eigenen Neufindung und Neuerfindung gegönnt hat. Das Problem ist viel eher das Gegenteil. Die Liars sind nicht die erste Rockband, die ihre Liebe zur Elektronik entdeckt hat. Und ähnlich wie im Fall von The Sounds' "Something to die for" fällt das Ergebnis eher mau aus. Wer sich jetzt denkt, dass da aus dem Rezensenten auch die Verbitterung des enttäuschten Gitarrenfanatikers spricht, hat ja nicht ganz Unrecht. Nichtsdestotrotz zieht sich aufgrund der ewig gleichen Synthie-Schichten, die jeden Song bis zur endgültigen Gleichförmigkeit zukleistern, eine Zähigkeit durch "Wixiw", die allen bisherigen Liars-Alben völlig abging.

Vor lauter Begeisterung ob der technischen Möglichkeiten leidet die Kreativität hörbar. Das Sphärische, Klangteppichhafte verschluckt jegliche Dynamik in den meisten der Songs. Dass das überhaupt nicht der Fall sein muss, belegt die Band quasi im gleichen Atemzug. "No. 1 against the rush" hat trotz des schleppenden Tempos einige Tricks auf Lager und verwandelt die anfängliche Plastik-Ästhetik in einen herrlich warmen, hymnischen Sound. "Brats" hegt und pflegt die letzten rockmusikalischen Reste auf "Wixiw". Und "Flood to flood" hat die zum Dissonanten neigende Eigensinnigkeit früherer Liars-Platten geerbt, welche sich auch im neuen Soundgewand ganz hervorragend macht.

Stücke wie "The exact colour of doubt", "Octagon" oder "His and mine sensations" hingegen bleiben Hintergrundbeschallung ohne jeglichen Ruf nach Aufmerksamkeit. Der Titelsong sondert seine nach außen getragene Langeweile auf gleich sechs Minuten ab und hat eigentlich nach eineinhalb Minuten schon alles gesagt. Man möchte einer Band, die so viel Energie in ihre ständige Weiterentwicklung steckt, ungern Faulheit vorwerfen. Die fehlende Inspiration auf "Wixiw" mag auch aus der mangelnden Erfahrung der Band mit ihrem neu gewählten Instrumentarium resultieren. Vielleicht gelingt das Elektro-Projekt im zweiten Versuch besser, wenn die Liars dann nicht schon längst in HipHop, Jazz oder Schlager machen.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Brats
  • Flood to flood

Tracklist

  1. The exact colour of doubt
  2. Octagon
  3. No. 1 against the rush
  4. A ring on every finger
  5. Ill valley prodigies
  6. Wixiw
  7. His and mine sensations
  8. Flood to flood
  9. Who is the hunter
  10. Brats
  11. Annual moon words

Gesamtspielzeit: 43:24 min.

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