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Geoff Barrow / Ben Salisbury - Drokk - music inspired by Mega-City One

Geoff Barrow / Ben Salisbury - Drokk - music inspired by Mega-City One

Invada / Cargo
VÖ: 11.05.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Über die Helmschnur

Es gibt Leute, die gerne von sich behaupten, sie hätten alle Hände voll zu tun. Geoff Barrow kann gleich noch alle Füße dazunehmen. Nicht genug mit seiner HipHop-Bigband Quakers, den Aufnahmen zur zweiten Platte des futuristischen Krautrock-Projektes Beak> und dem vierten Portishead-Album, das wohl schon beschlossene Sache ist - nun auch noch diese Zusammenarbeit mit dem britischen Soundtrackkomponisten Ben Salisbury, auf der sich beide Musiker als Fans der Mega-City One aus der Comic-Anthologie "2000 A. D." entpuppen. Bei so vielen Baustellen wird Barrow vermutlich zuweilen ein genervtes "Drokk!" entfahren sein - ähnlich wie Judge Dredd und anderen Bewohnern des dystopischen Städtemolochs, wenn dort gerade mal wieder einiges aus dem Ruder läuft.

Und das ist in Mega-City One überdurchschnittlich oft der Fall, weswegen Permanenthelmträger Dredd als Richter und Vollstrecker in Personalunion meist äußerst unbarmherzig vorgeht. Barrow und Salisbury tun es ihm gleich: "Drokk - music inspired by Mega-City One" schweißt der 400-Millionen-Metropole ein düster-stählernes Denkmal aus Oberheim-Synthesizern, sirrenden Flächen und Endzeitstimmungen zusammen - und setzt pompösen Hollywood-Soundtracks wie dem des "Judge Dredd"-Kinoflops mit Sylvester Stallone in der Titelrolle einen maschinell-minimalistischen Widerpart entgegen. Abgrundtiefe Bässe und grollende Apokalypsen-Drones statt Bläserschwadronen und heroische Orchester-Einlagen - nicht einmal mit sogenanntem TripHop hat dieses Album etwas am Hut ... pardon ... Helm.

Umso mehr mit den dichten Atmosphären und der synthetischen Kälte, die einst John Carpenter oder Vangelis für Klassiker wie "Assault on precinct 13" oder "Blade runner" entwarfen - und die die Kellerfraktion der Electronic Body Music im trüben Belgien ein paar Jahre später fortführte, ohne dass es gleich unangenehm stumpf werden musste. Manche Soundtracks stellen sich in den eigenen vier Wänden schnell als Muster ohne Wert heraus - die Bilder, die "Drokk - music inspired by Mega-City One" mit rein musikalischen Mitteln erzeugt, haben dagegen schon alleine filmische Qualitäten. Durchlaufsequenzen simulieren rasante Verfolgungsjagden, Rotoren sensen drohend durch die Luft, abrupte Soundschnitte markieren Schwarzblenden, bevor auf der imaginären Leinwand gleich etwas besonders Fieses passiert.

Einziger reizvoller Fremdling: "Inhale", das mit allerlei nicht-elektronischem Instrumentarium einen kosmischen Beat klopft und wiederholt in eine Nebelwand aus rosa Rauschen rast - womit immerhin die Hatz nach dem nicht näher lokalisierten Beak>-Gastauftritt ein krautiges Ende hat. Leider geht es danach in Ecken von Mega-City One, in denen zusehends weniger los ist: Auch hier hat der "Miami lawgiver" offenbar irgendwann einmal eine Ruhepause nötig und der "Clone gunman" sein Pulver verschossen. Wenigstens abschließend bekommt dieses Album mit der Reprise des "Helmet theme" wieder die Kurve zum Anfang und zudem einen gebührend dröhnenden Schlussakkord. Alles andere wäre Judge Dredd wahrscheinlich auch über die Hutschnur ... pardon ... ach, Sie wissen schon.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Lawmaster / pursuit
  • Scope the block
  • Miami lawgiver
  • Inhale

Tracklist

  1. Lawmaster / pursuit
  2. Helmet theme
  3. Titan bound
  4. 301 - 305
  5. Justice one
  6. Scope the block
  7. Exhale
  8. Council of five
  9. Puerto luminae
  10. Miami lawgiver
  11. Eagle
  12. Clone gunman
  13. Inhale
  14. Iso hymn
  15. 2T[fru]T
  16. Dome horizon
  17. The men who never learned
  18. End them
  19. Helmet theme (Reprise)

Gesamtspielzeit: 55:27 min.