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Alex Clare - The lateness of the hour

Alex Clare - The lateness of the hour

Island / Universal
VÖ: 20.04.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Das Herzkammerspiel

Jaja, der Dubstep. Ob in der Muckibudenvariante von Skrillex oder mit James-Blake-Schlafzimmerblick, selbst der "Spiegel" ist nur ein knappes Jahr zu spät gewesen mit seiner Faszination für die pulsierenden Bässe und Soundhackseleien. Ein Freund meinte jüngst, Blake schreibe die Musik, die irgendwann für dieses Jahrzehnt stehen würde wie Hot Chip für das letzte. Ah ja. Er meinte es positiv, vermutlich.

Nun, das Selbstmitleidige bei Blake kann furchtbar nerven, Gleiches gilt für die Fans von Skrillex. Aber im Falle Alex Clare lohnt sich der Blick in die Nachbarschaft, denn Clare war ehemals ein Date von Amy Winehouse. Und tatsächlich, man kann sich diese beiden Stimmen wunderbar zusammen vorstellen. Alex Clare bringt den Soul, seine Produzenten die abwechslungsreichen Gimmicks im Sound unter. Zudem besticht "The lateness of the hour" durch Abgeklärtheit zwischen Songwritertum und Clubtauglichkeit. Der Spagat, er gelingt gut - Clare schafft es, gleichermaßen balladige Töne anzuschlagen und doch mit fettem, basslastigem Sound auf die Tanzfläche zu schieben.

Gerade in den reduzierten Momenten zeigt sich das Potenzial in der Gänze: so im aggressiven "Up all night", das mit verzerrt-rotzigem Bass und Clarkes beherztem Organ mit dem Dubsteplabel Verstecken spielt; auch im minimalistischen "Tightrope", das große Musik auf engem Raum zelebriert. Und die sehnsüchtige Stimme von Clare, sie kann sich ohnehin aus jedem Kammerspiel wegträumen. "I was never good with words / My tongue always got it wrong." Ganz schön kokett.

Aber, irgendwoher kennt man Clarke doch auch sonst. Richtig, aus der Werbung. Mit dem wuchtigen "Too close" und einem Killerrefrain macht er Stimmung für Bill Gates. Und tatsächlich funktioniert der Kapitalismusverstärker hier bestens, wenn auch nur für die Musik. Einen Schoppen auf Sven Regner, der kostenloser Werbung nicht zu trauen scheint, vielleicht, so sagen manche, weil nichts etwas wert ist, was nichts kostet, womit andere ihr Geld verdienen. Nicht verstanden? Wer tut das schon in der digitalen Welt? Und überhaupt: Wie macht man Werbung für sich selbst? Nur mit derart guter Musik.

(Nicklas Baschek)

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Highlights

  • Up all night
  • Too close
  • Tightrope
  • Sanctuary

Tracklist

  1. Up all night
  2. Treading water
  3. Relax my beloved
  4. Too close
  5. When doves cry
  6. Hummingbird
  7. Hands are clever
  8. Tightrope
  9. Whispering
  10. Love you
  11. Sanctuary
  12. I won't let you down

Gesamtspielzeit: 46:17 min.

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