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Perfume Genius - Put your back n 2 it

Perfume Genius- Put your back n 2 it

Matador / Beggars / Indigo
VÖ: 17.02.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Licht erlischt

Es gibt unterschiedliche Strategien mit Traurigkeit, Melancholie und Depressionen umzugehen. Die Flucht in unkontrollierten Rotwein- und Pillenkonsum ist dabei sicherlich eine der schlechteren. Sowohl für Familie und Freundeskreis, als auch für Herz, Hirn und Leber. Besser also gleich gar nicht traurig sein. Und wenn, dann wenigstens mit Perfume Genius. Ist weniger gesundheitsschädlich und tröstet vermutlich auch nachhaltiger. Sein zweites Album "Put your back n 2 it" ist ein leises, zurückhaltendes Manifest der Ausweglosigkeit. Läuterung durch Piano-Pop. Die Kerzen im Wind sind indes schon längst alle aus.

Hinter Perfume Genius steckt mit Mike Hadreas ein junger, schüchterner Mann. Er hat zweifelsfrei ein großes Herz und wenn man sich seine Musik so anhört, wurde ebenjenes auch schon häufiger gebrochen. Seine fragilen, meist kurzen Lieder sind feingliedrig, charmant und tänzeln oft am Rande zum Kitsch, ohne jedoch die bedenkliche Demarkationslinie zu überschreiten. Dennoch polarisiert Hadreas - vor allem abseits seiner Musik: Perfume Genius lebt homosexuell und spielt mit dem daraus resultierenden Image, zuletzt im viel diskutierten Video zum Song "Hood". Dort steht Hadreas, spärlich mit einem Netzhemdchen bekleidet, schmiegt sich an einen Lack-und-Leder-Muskelprotz und lässt sich Lippenstift auftragen.

Man kann so etwas freilich als Referenz werten, schließlich steht er als Künstler in einem indirekten Erbverhältnis zu Antony & The Johnsons, Rufus Wainwright oder John Grant. All diese Künstler spielten mit Androgynität und den Geschlechterrollen, schrieben darüber hinaus elegische Piano-Hymnen über Unsicherheit und offene Wunden, über Schweiß, Blut und Tränen, über Orientierungslosigkeit und den Tod. In dieser Hinsicht sind die Stücke von Perfume Genius alles andere als modern. Diese Musik ist klassischer Pop, nur in manchen Momenten verirren sich minimale Spuren von Elektronik.

Größtenteils verzichtet Perfume Genius jedoch auf Brimborium. Seine Lieder sind meist auf das Nötigste reduziert, so beispielsweise das wunderbar-traurige "No tear": Zu Klavier und Vocals gesellen sich verhaltene Bläser, ein verfremdete Stimme erklingt im Hintergrund. Viel mehr benötigt Hadreas nicht, um seine herzvernarbten Antihymnen in den Äther zu schicken. Aus dieser allumfassenden Melancholie leitet sich dann das ganze Drama ab: "Underneath this hood you kiss / I tick like a bomb", heißt es im überragenden "Hood". Dann poltern die Drums mit Nachdruck los und unterstreichen die Botschaft. An anderer Stelle heißt es: "Take me home, tend to me / Babe, you lay me down easy." Das dürfte sich ob dieser berührenden Platte auch der ein oder andere Hörer denken. Und sowohl den Wein wie auch die Pillendose zurück in den Schrank stellen.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • No tear
  • Take me home
  • Hood

Tracklist

  1. Awol marine
  2. Normal song
  3. No tear
  4. 17
  5. Take me home
  6. Dirge
  7. Dark parts
  8. All waters
  9. Hood
  10. Put your back n 2 it
  11. Floating spit
  12. Sister song

Gesamtspielzeit: 32:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
HV
14.03.2012 - 12:30 Uhr
I liek.
Demon Cleaner
24.03.2012 - 00:53 Uhr
Gehe mit der 7/10 konform bisher.
Mir geht es so, dass die Song einzeln für sich genommen wirklich toll sind, aber es auf Albumlänge (naja, 32 Minuten) doch irgendwie schlaucht.
Bonzo
08.05.2012 - 16:05 Uhr
Schon sehr schön.
Buenos Dias
02.08.2012 - 19:17 Uhr
Take Me Home

http://www.youtube.com/watch?v=PnX0EPasWNo&feature=g-u-u
Jimmy
30.10.2013 - 12:40 Uhr
10/10
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