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Earth - Angels of darkness, demons of light 2

Earth - Angels of darkness, demons of light 2

Southern Lord / Soulfood
VÖ: 24.02.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Maximal minimal

Bedingungslose Reduktion. Konzentration auf die Essenz, das Wesentliche. Was auch immer unternommen wird, um den Sound von Earth zu beschreiben, es schlägt meist fehl. Denn das Markanteste daran ist, dass es nichts Markantes gibt. Nichts, woran man sich klammern kann, ja selbst ein ansonsten so hilfreicher gerader Takt ist bei Earth zumeist optional. Wohl nur wenige Genres sind so enervierend minimalistisch wie Drone. Und Earth sind wohl dessen wesentliche Mitbegründer.

Bei "Sigil of brass" allerdings sind auch die bekannten Muster noch zu extrem, zu aufwändig. Denn statt massiver Distortion-Orgien wird hier genau ein Arpeggio-Akkord geradezu zelebriert. Langsam. Behutsam. Und genau damit den unvorbereiteten Hörer bis ins Mark treffend. Was dem einen den Nerv raubt, ist für den anderen höchste Kunst. Dennoch ist es fast schon erleichternd, wenn die wabernden Americana-Klänge von "His teeth did brightly shine" so etwas wie Struktur hervorspülen.

Natürlich nur, um diese sofort wieder zu zerreißen. Denn "A multiplicity of doors" ist ein 13 Minuten langer Kampf zwischen ungewohnter Behaglichkeit und der Zerstörungswut von Lori Goldstons schrillen Cello-Eruptionen, mühevoll zusammengehalten vom dann - endlich, möchte man sagen! - einsetzenden Schlagzeug. Das ist schlichtweg brillant, sodass Earth gut daran tun, zum Ende behutsam auszulaufen und mit "The rake hell" den Kreis zu "Old black", dem Opener des ersten Teils "Angels of darkness, demons of light 1", schließen zu lassen.

Selbstverständlich darf darüber diskutiert werden, warum Earth die gemeinsam entstandenen beiden Teile von "Angels of darkness, demons of light" nicht als Doppelalbum auf den Markt brachten. Zumindest gibt der Abstand von einem Jahr die Chance, sich dieses filigrane Monument (sic!) schrittweise zu erarbeiten. Doch irgendwann erliegt der Hörer der Versuchung und probiert, beide Teile als ein Ganzes zu erfassen. Und wird wundersamerweise mit 105 Minuten wie aus einem Guss belohnt. Telefon abschalten, Kerzenlicht an, ein gutes Glas Wein. Und entschleunigen.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Sigil of brass
  • A multiplicity of doors

Tracklist

  1. Sigil of brass
  2. His teeth did brightly shine
  3. A multiplicity of doors
  4. The corascene dog
  5. The rake hell

Gesamtspielzeit: 45:52 min.

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