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The Cranberries - Roses

The Cranberries - Roses

Cooking Vinyl / Vertigo / Universal
VÖ: 24.02.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

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Fragen fragen

Als ob jemand danach gefragt hätte. Haben wir sie denn wirklich vermisst, Bands wie etwa Guano Apes, The Stone Roses, Skunk Anansie oder Alice in Chains ? Nicht, dass sie qualitativ in einen Topf gehören würden. Was sie aber alle eint, ist ihr mehr oder weniger große Erfolg in den Neunzigern, der Split aus den unterschiedlichsten Gründen, und nun, nachdem sie rund eine Dekade lang nicht wirklich vermisst wurden, also die Reunion. Diese könnten die Bands natürlich auch einfach im privaten Rahmen halten, wenn sie Lust aufs Musizieren haben. Was sie also alle auch noch verbindet, ist wohl das Gefühl, dieser Erde noch etwas Wichtiges auf ihrem weiteren Dreh mitgeben zu können. Bis auf wenige Ausnahmen eher ein Irrglaube. Auch The Cranberries veröffentlichen nun also ihr erstes Studioalbum seit knapp elf Jahren. Ist es nötig? Nein, aber es hätte durchaus schlimmer kommen können.

Es bleibt halt wie es war: Wer die Cranberries schon früher am liebsten im River Shannon vor dem heimischen Limerick versenkt hätte, wird auch bei "Roses" seines Lebens nicht mehr froh. Alle anderen finden ebenso das, was sie erwarten, ohne diesmal mit dem moralischen Polit-Zeigefinger belästigt zu werden. "Roses" blüht eher im menschlichen Miteinander, handelt zum Beispiel im sexuell aufgeladenen "Schizophrenic playboy" von den Risiken eines One Night Stands - man weiß ja schließlich nie, in wessen Wohnung man sich begibt. "Tomorrow" schlängelt sich am altbekannten Carpe-Diem-Thema entlang, erzählt von Veränderungen und Reisen, vom Aufbruch, während "Roses" mit sanfter Akustikgitarre hingehaucht feststellt: "Life is no garden of roses / More like a thistle in time." Jaja, das Leben kann ganz schön kratzig sein. Aber auch Rosen verwelken irgendwann. So also der düstere Schluss dieses ansonsten recht zahmen Albums. Es sind demnach die albekannten Beziehungsthemen, die Dolores O'Riordan und Kollegen hier neu ausleuchten wollen. Klappt aber nicht so ganz.

"Roses" beschreibt letztendlich also keine neuen Geschichten, hat keine großen Hits, zeigt - bis auf einige wenige Elektronikeinflüsse in "Fire & soul" - keine dezidiert neuen Seiten dieser Band. Das ist vielleicht auch gut so. Statt dessen ist das sechste Studioalbum der Cranberries charmant unaufgeregt und hält sich weitestgehend aus irgendeinem aufgeblasenen Reunion-Drama heraus. O'Riordan hat ihr Gejodel mittlerweile viel besser im Griff als früher und drückt dem Hörer ihre politischen Ambitionen nicht mehr so arg aufs Gesicht. Nur in "Losing my mind" treibt sie es etwas zu weit, aber das passt dann ja auch schon wieder irgendwie zum Titel. Damit ist "Roses" eine nette, aber auch überflüssige Platte geworden. Nur: Wer fragt schon danach?

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Conduct
  • Fire & soul

Tracklist

  1. Conduct
  2. Tomorrow
  3. Fire & soul
  4. Raining in my heart
  5. Losing my mind
  6. Schizophrenic playboy
  7. Waiting in Walthamstow
  8. Show me
  9. Astral projections
  10. So good
  11. Roses

Gesamtspielzeit: 44:20 min.

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