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Male Bonding - Endless now

Male Bonding - Endless now

Sub Pop / Cargo
VÖ: 02.09.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Moment mal

Wer kennt ihn nicht, den perfekten Moment? Die Zeit scheint stillzustehen, alles ist so, wie es sein sollte - vor allem aber schnell vorbei. Von wegen "Endless now". Spitzfindige könnten nun argwöhnen, dass Male Bonding diesem Moment auf ihren Platten zumindest recht nahe kommen. Wie sich das für ein Gitarrenpower-Trio gehört, erfüllten die Stücke des Debüts "Nothing hurts" mit wenig mehr als durchschnittlich zwei Minuten nämlich den Tatbestand länglicher, dafür aber umso lauterer Augenblicke. Knapp eineinhalb Jahre später sind die Londoner einen Schritt weiter: Die Spieldauer der Songs steigt, und am Mischpult sitzt mit John Agnello mittlerweile ein vielbeschäftigter und renommierter Produzent.

Ziemlichen Krach macht "Endless now" stellenweise natürlich immer noch, wenn auch einen gemäßigteren als früher. Denn Male Bonding wollen hier weder mutwillig die Blumenwiese auf dem Backcover niedertrampeln noch aus Gründen überhöhter Geschwindigkeit und mangelnder Selbstdisziplin vom imaginären Surfbrett kippen. Vom LoFi-Anstrich des Erstlings entfernt sich dieses Album jedenfalls zusehends - als hätte Wavves' Nathan Williams folgsam sein Skateboard in die Ecke gekickt und Kusshände statt Beleidigungen ans Publikum verteilt oder Tim Wheeler von Ash sich mit dem "Girl from Mars" einen Sack Speed einverleibt. Dazu jubilieren Bubblegum-Harmonien, mehrstimmiger Gesang und kleine Licks, die den ungemütlicheren Riffbratereien bei Bedarf die Eckzähle abfeilen, wenn es einmal zu bunt wird.

Und so kann man für Gitarrist John Arthur Webb nur hoffen, dass er geschmackssicher genug ist, um sich keinen Schnurrbart stehenzulassen - es sähe vermutlich arg bescheuert aus, wenn dieser bei Wonneproppen wie "Tame the sun" oder "Carrying" auf der Bühne plötzlich zu vibrieren anfangen würde. Gute Vibes verströmt "Endless now" auch mit subtileren Mitteln schließlich zur Genüge. In den zwischen fröhlichem Ungestüm und seligem Stoikertum pendelnden Sechsminüter "Bones" etwa hätten auf "Nothing hurts" noch gut drei Songs hineingepasst - so viel Konsequenz und Stehvermögen hätte man den dreien bis vor Kurzem noch gar nicht zugetraut.

Es dauert jedoch nicht lange, bis Male Bonding diesen offenbar bewussten Ausreißer mit dem nicht nur vom Titel her an Dinosaur Jr. gemahnenden Singalong-Stampfer "What's that scene?" oder der gefühligen Akustikskizze "The saddle" wieder geraderücken. Und obwohl "Channelling your fears" und "Dig you out" zum Schluss den Lärmpegel noch einmal merklich in die Höhe jagen, sind die Briten unüberhörbar bei einer leicht verwilderten, aber umso herzlicheren Variante des Pop-Punk mit Betonung auf der ersten Silbe angekommen. Selbst dass sie mit "Before it's gone" ihren 2010er Seven-Inch-Beitrag zum Record Store Day noch einmal durch die Hintertür auf dieses Album schmuggeln, sei ihnen verziehen. Ein perfekter Moment mehr hat eben noch niemandem geschadet.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Tame the sun
  • Carrying
  • What's that scene?
  • Channelling your fears

Tracklist

  1. Tame the sun
  2. Carrying
  3. Seems to notice now
  4. Bones
  5. Before it's gone
  6. What's that scene?
  7. Mysteries complete
  8. Can't dream
  9. The saddle
  10. Channelling your fears
  11. Dig you out

Gesamtspielzeit: 36:13 min.

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  • Male Bonding (20 Beiträge / Letzter am 28.06.2013 - 19:34 Uhr)