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Mister Heavenly - Out of love

Mister Heavenly - Out of love

Sub Pop / Cargo
VÖ: 12.08.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

Ein kurzes Vergnügen

Supergroups - ein stets beliebtes Thema. Chris Cornell und drei Viertel Rage Against The Machine sind eine, klar. Über Miles Kennedy und Dreiviertel Creed, also über Alter Bridge, kann man sich hingegen streiten. Nicht so über Mad Season mit Lane Staley und Mike McCready. Und Pearl Jam mit Matt Cameron und schon wieder Chris Cornell als Temple Of The Dog gehören ohne Zweifel auch dazu. Seit Neuestem bildet ja sogar Mick Jagger gemeinsam mit Dave Stewart, Joss Stone und Damian Marley so eine Supergroup. Doch Nick Thorburn, Ryan Kattner und Joe Plummer? Sie kennt namentlich kein Mensch, dennoch gelten sie als die Indie-Supergroup Mister Heavenly. Die Herren spielen, singen und trommeln normalerweise nämlich bei Modest Mouse, The Shins, The Unicorns, Islands und Man Man. Auf Tour darf dann zusätzlich Hollywood-Jungstar Michael Cera am Bass mitmachen. Ob nun alles ernst gemeint ist, was auf dem Debüt "Out of love" passiert, darf ruhig bezweifelt werden. Aber Mister Heavenly als reines Spaßprojekt abzutun, würde der Sache ebensowenig gerecht werden. Also was anfangen mit den drei Herren? Etwas ratlos lassen sie einen nämlich schon zurück.

Mister Heavenly reiten einmal quer durch die letzten 50 Jahre Musikgeschichte und nehmen sich mit, was ihnen gefällt. Aus den Sechzigern die Shalalas und die Einflüsse von den Beatles bis hin zu den Beach Boys, aus den Siebzigern die leichten Krautrockanleihen, die hier und dort durchschimmern. Und die Achtziger hatten gegen Ende immerhin den Beginn des Grunge zu bieten, der sich bis in die frühen Neunziger zieht und auf diesem Album ebenso seine Spuren hinterlassen hat. Zu guter Letzt retten Mister Heavenly einen Teil des Wahnsinns von Modest Mouse hinüber in ihre seltsame Melange aus einem halben Jahrhundert vertonter Kulturgeschichte. Das Ergebnis ist eine merkwürdig untanzbare, sehr mit sich selbst beschäftigte Version luftig-fröhlicher Rockmusik, die trotzdem recht schwerfällig wirkt. Klingt seltsam, ist aber so - weil man im Grunde nichts Richtiges mit dieser Platte anfangen kann, was aber nicht einmal ein Nachteil ist. Denn "Out of love" macht es sich irgendwo zwischen den Stühlen bequem und lacht gleichermaßen über die tanzwütige Jugend und den in sich gekehrten Eigenbrötler.

Was bei dieser ganzen sympathischen Verweigerung leider ein wenig auf der Strecke bleibt, ist so etwas wie ein Standpunkt, eine Aussage, die dieses Album zu etwas Besserem machen könnte. Auf Dauer leiert diese Masche nämlich aus und büßt über die gesamte Distanz etwas an Liebreiz ein. Das Album wird von Minute zu Minute undurchdringlicher und macht es nicht gerade leicht, einen direkten Zugang zur krausen Welt von Mister Heavenly zu finden. Schade, denn in ihren besten Momenten vermögen sich die drei mit ihrer kruden Retro-Mixtur zweifelsohne einen Platz im Hier und Jetzt zu sichern. Dann wird nicht einfach nur Altes neu aufgewärmt, sondern mit Hilfe ein paar kleiner Tricks etwas Neues geschaffen. Zwar nichts, das noch nicht dagewesen wäre, aber immerhin eine frische Brise in der angestaubten Rockmusik. Doch die Freude über "Out of love" hält wahrscheinlich nur einen Sommer. Zu kurz, um dieser durchaus unterhaltsamen Platte zur Unsterblichkeit zu verhelfen.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • I am a hologram
  • Mister Heavenly

Tracklist

  1. Bronx sniper
  2. I am a hologram
  3. Charlyne
  4. Mister Heavenly
  5. Harm you
  6. Reggae pie
  7. Pineapple girl
  8. Diddy eyes
  9. Hold my hand
  10. Doom wop
  11. Your girl
  12. Wise men

Gesamtspielzeit: 32:30 min.