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New York Dolls - Dancing backward in high heels

New York Dolls - Dancing backward in high heels

Blast / Global / H'Art
VÖ: 18.03.2011

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 2/10

Deine Stimme zählt

Grease'n'Sleaze

Nach zwei Alben, 28 Jahren Pause, diversen Personalwechseln, noch mal zwei Alben und insgesamt 40 Jahren ist es endlich soweit: Die New York Dolls haben die beste Platte ihrer Karriere aufgenommen. Eine mit einer Menge Konsistenz und Kreativität. So jedenfalls bewirbt Gitarrist Sylvain Sylvain das Fünftwerk "Dancing backward in high heels". Die Zeitreise des Albumtitels wird dabei von der Nostalgica-Vinyl-Anmutung des Datenträgers unterstützt. Auch wenn die New York Dolls also nach wie vor nicht wissen, welches Jahr wir schreiben: Gut Ding will halt Jahrzehnte haben.

In der Tat klingt "Dancing backward in high heels" zunächst weitaus mehr aus einem Stück als seine beiden Vorgänger - dabei allerdings, als sei es in einem einzigen großen Brocken wahlweise direkt aus den 1950ern oder 1960ern geplumpst und nicht etwa irgendjemandem vom Herz gefallen. David Johansens pulvertrockene Reibeisenstimme steht stets derart im Vordergrund, dass sie jeglichen - selbstverständlich vorhandenen - kompositorischen Mehrwert gnadenlos unter sich begräbt. Louis-XIV-Mastermind, Killers-Produzent und Neu-Bassist Jason Hill hatte hier definitiv eine blöde Idee und hält sie tapfer bis zum Albumende durch: "Fool for you baby", schon klar.

Auch sonst gibt sich "Dancing backward in high heels" alle Mühe mit Funkyness und beatbetontem Blues-Rock - exekutiert beides jedoch viel zu plakativ und aufgeregt. Zu "Round and round she goes" schnippen die Burger Palace Boys im Takt, ein Saxophon orgelt ihnen die Pomade aus der Frisur, Background-Sängerinnen machen ihre Hüften zu zurückschnalzenden Gummibändern - und Johansen röhrt sich und den Song derart zu Boden, dass auch der feiste Musical-Vibe von "I sold my heart to the junkman" erst wieder vom gesamten protohysterisch mitklatschenden Hausfrauenrudel auf die Beine gehievt werden kann. Zur Belohnung wird deren Menopause vom Barry-White-Crooning des folgenden "Baby tell me what you're on" kurzfristig ausgesetzt. Spätestens beim Schwulst-Reggae von "End of the summer" verlassen aber auch sie mit dick aufgeblasenen Backen erleichtert das Auditorium.

Ambitioniert ist das dennoch allemal. Nur eben mit der Plattschippe umgesetzt. "I'm so fabulous" und "Streetcake" verklappen Stones-Riffs mit schmutzig offenstehenden Vokalen nach Maßgabe der frühen The Clash. "Funky but chic" bemüht Shouts, Whoohoos und Gelächter im Hintergrund, um die Stimmung anzuheizen. Hilft aber irgendwie alles nichts - zwar sind die Songs stets ebenso varianten- wie fintenreich, doch sämtliche Gesten werden einfach zu steif ausgestellt. Und auch Johansen beweist eindringlich, dass er seiner wirklich großen Stimme nur selten einmal Leben einzuhauchen weiß - lässt man die Bonus-DVD außen vor, in der sich stimmungsvolles Livematerial und hintergründiges Making of gut gelaunt die Klinke in die Hand geben. Doch was soll's: In 40 Jahren, nach noch mal vier Alben, diversen Personalwechseln und 28 Jahren Pause steht schließlich bereits das nächste Highlight der Bandgeschichte an. Wir bibbern jetzt schon.

(Tobias Hinrichs)

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Highlights

  • I'm so fabulous
  • Funky but chic

Tracklist

  • CD 1
    1. Streetcake
    2. Talk to me baby
    3. Fabulous rant
    4. I'm so fabulous
    5. Fool for you baby
    6. Kids like you
    7. Round and round she goes
    8. You don't have to cry
    9. I sold my heart to the junkman
    10. Baby tell me what you're on
    11. Funky but chic
    12. End of the summer
  • DVD 1
    1. The making of ... "Dancing backward in high heels"

Gesamtspielzeit: 90:09 min.

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