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Bruce Springsteen - The promise

Bruce Springsteen - The promise

Columbia / Sony
VÖ: 12.11.2010

Unsere Bewertung: 9/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Deine Stimme zählt

The American cream

Bruce Springsteen war ein kläglicher Schulversager, der sich in Asbury Park aufspielte, der Dylan vergötterte, Gitarre spielte und irgendwann als Gärtner arbeitete. Vom alkoholkranken Vater abgewiesen, von der religiösen Mutter aufgemuntert, lebte Springsteen ein jugendliches Leben in der sozialen Ödnis des Amerika der fünfziger Jahre. Seine Vorstellung eines geglückten Lebens war der anziehende Mythos des amerikanischen Traums. Schon bald sollte er die Faszination des gesellschaftlichen Scheiterns und Gelingens in seiner ganzen irrwitzigen Pracht begreifen. Es ist die Geschichte von Bruce Springsteen, dem Chronisten des amerikanischen Traums.

Den ersehnten Durchbruch feierte Springsteen 1975, als das sehnsüchtige "Born to run" wie eine Bombe in Amerika einschlug. Acht Songs, die von Lebenshunger, Unzufriedenheit und Sehnsüchten erzählen, die frisch und frei klingen. Auf dieser Welle des Erfolgs, des künstlerischen Schaffens, des Tatendrangs, machte Manager Mike Appel Springsteen und seiner Band einen Strich durch die Rechnung. Er verklagte den Musiker aufgrund falscher Abrechnungen und erreichte ein Verbot für Springsteen, im Studio Songs einzuspielen. Die Veröffentlichung von "Darkness on the edge of town" sollte sich drei Jahre verzögern. Und aus Springsteen einen wütenden, fassungslosen Mann machen.

Während dieser Zeit des Wartens und Kämpfens schrieb Springsteen mit seiner Band mehr als 70 Songs. Es sind Songs, die von traurigen Leben in leeren Vorstädten berichten, die von Menschen erzählen, die ihren unerfüllten Träumen hinterherjagen, die ein bisschen Glück haben wollen. Die Songs spielen nachts, wenn der Schein ermattet, wenn das Leben zuschlägt. "Darkness on the egde of town" ist der Abgesang auf einen falschen Traum. Es zeigt die Leere einer Gesellschaft, die hässliche Fratze der Zurückgelassenen. "The promise", das ist die Veröffentlichung von 21 Songs der "Darkness on the edge of town"-Sessions. Songs, die so kraftvoll, mächtig und erschütternd sind, dass sie den 1978 veröffentlichten Songs in nichts nachstehen.

Es sind die Songs, die Springsteen nicht ins Konzept passten, die er nicht verschwenden wollte. Den wohl bekannteste Song der zurückgehaltenen Session, "Because the night", überließ Springsteen Patti Smith, die ihn (und sich selbst) zu Weltruhm führte. Doch ist es nur einer von vielen Songs, die einen Mann zeigen, der Mitte der 70er am Höhepunkt seines musikalischen Schaffens angelangt ist. Das bereits bekannte "Racing in the streets" eröffnet die Sammlung und ist gleich die erste große Überraschung. Ein Song, der wie "Thunder road" beginnt und gleich so viel Druck entwickelt, dass die bereits veröffentlichte Version des Songs plötzlich im Schatten steht.

Der vielleicht wichtigste Song von "The promise" ist sein Titeltrack. Er lässt die akustische, getragene Version von "18 tracks" nichtig erscheinen. Die Stimme klingt rau, die Band gewissenhaft. Die Geschichte von den malochenden jungen Menschen, die in der Leere, in der hoffnungslosen Ödnis gefangen sind, ist wohl ein meisterhaftes Bild von Ausweglosigkeit und Aufgabe. Es sind die Texte dieser Session, die einmal mehr zeigen, wie wenig sich die Welt doch dreht. Besonders schön ist übrigens das Booklet, das nicht nur all die Texte enthält, sondern auch Linernotes und Bilder von Springsteen aus eben jener Zeit.

Im Vergleich zu der bereits 1998 veröffentlichten Sammlung "Tracks", die mehr als 60 Songs der zurückgehaltenen "Born in the U.S.A."- und "The river"-Aufnahmen enthält, ist "The promise" kompakt, fokussiert und funktioniert als eigenständiges Album. Die Rangelei um die Stellung des besten Rockalbums aller Zeiten, die für viele zwischen "Born to run", "Born in the U.S.A." und "Darkness on the edge of town" ausgetragen wird, kann zwar auch mit "The promise" nicht entschieden werden. Aber argumentativ gestärkt. Auf einem anderen großen Album sang Springsteen: "Maybe everything that dies / Some day comes back." Es ist ein Versprechen. Springsteen selbst hat eines eingelöst.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Racing in the street ('78)
  • Wrong side of the street
  • The brokenhearted
  • The promise
  • City of the night

Tracklist

  • CD 1
    1. Racing in the street ('78)
    2. Gotta get that feeling
    3. Outside looking in
    4. Someday (We'll be together)
    5. One way street
    6. Because the night
    7. Wrong side of the street
    8. The brokenhearted
    9. Rendezvous
    10. Candy's boy
  • CD 2
    1. Save my love
    2. Ain't good enough for you
    3. Fire
    4. Spanish eyes
    5. It's a shame
    6. Come on (Let's go tonight)
    7. Talk to me
    8. The little things (My baby does)
    9. Breakaway
    10. The promise
    11. City of the night

Gesamtspielzeit: 89:16 min.

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