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The Posies - Blood / candy

The Posies - Blood / candy

Ryko / ADA Global / Warner
VÖ: 01.10.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Rostet nicht

Schwere Zeiten für die Posies. Und erst recht für Big Star. Zumindest teilweise waren beide Bands ja lange Zeit identisch, da Ken Stringfellow und Jon Auer Mitte der Neunziger bei Big Star, den legendären Rockern um den ehemaligen Box-Tops-Frontmann Alex Chilton, eingestiegen und mitverantwortlich für deren Comeback "In space" waren. Doch dann schlug das Schicksal zu: Chilton verstarb vergangenen März, Drummer Andy Hummel kein halbes Jahr später. Womit der große Stern leider endgültig verloschen war, was Stringfellow und Auer insofern pragmatisch nahmen, als dass sie sich so dem ersten Posies-Album seit "Every kind of light" widmen konnten. Von frischem Wind und neuen Impulsen war die Rede. Wir wünschen Ihnen einen spannenden Herbst.

Man muss dabei natürlich berücksichtigen, dass die beiden Posies-Köpfe inzwischen die 40 überschritten haben und ihnen wahrscheinlich nicht mehr daran gelegen ist, den Powerpop komplett neu zu erfinden. Auch wenn die ersten drei Stücke mit mehr oder weniger namhaften Features erst einmal ein paar Ausrufezeichen in die Landschaft pflanzen wollen. Stranglers-Urgestein Hugh Cornwell ist genauso mit von der Partie wie Kay Hanley, frühere Sängerin von Letters To Cleo, sowie die bei Broken Social Scene erprobte Lisa Lobsinger. Und dann wird doch alles nur halb so heiß gegessen wie gekocht: Die Gastvokalisten fungieren nämlich eher als gesangliche Ergänzungsmittel, statt die Songs wirklich an sich zu reißen.

Cornwell schafft es zu Beginn nur knapp über die Wahrnehmungsgrenze, Hanley verpasst dem hinreißenden Bubblegum von "The glitter prize" immerhin eine genauso charmante zweite Stimme wie Lobsinger dem rempelnden Piano-Shuffle "Licenses to hide". Der Rest ist bei Hollies, Beatles oder auch Beach Boys angelehnte Melodieseligkeit: massig "Uh-huuuh", harmonischer Satzgesang und flockiger Gitarrenpop. So stapft "So Caroline" zunächst geschwind in Malcolm Middletons "Red travelling socks" davon und landet bei einem verliebt säuselnden Refrain, während sich beim doppelstöckigen "Cleopatra Street" zusehends knurrender Fuzz in den Hintergrund schleicht. Und letztlich perlt hier das meiste in schönster Eintracht daher und kommt sich kaum etwas in die Quere.

Die Balladen "For the ashes" und "Accidental architecture" stören das runde Gesamtbild zwischendurch ein wenig und wären vermutlich auf Stringfellows Soloalbum "Touched" besser aufgehoben gewesen. Frischer Wind oder Miefquirl? Zum Glück stellt sich die Frage wenig später nicht mehr, wenn "She's coming down again!" wieder die graue Wolkendecke gen Pophimmel aufreißt und "Notion 99" Surfgitarre, "Don't fear the reaper"-Riff und Schlagzeugbreaks vorzüglich miteinander vermählt. Zugegeben: Unerträglich ist die Spannung hier sicher nicht mehr. Doch dann wiederum spielen die Posies diese beschwingt rockende Popmusik bereits seit über 20 Jahren - und beherrschen sie darum ausgesprochen gut. Auch in schweren Zeiten.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • The glitter prize (feat. Kay Hanley)
  • So Caroline
  • Cleopatra Street
  • Notion 99

Tracklist

  1. Plastic paperbacks (feat. Hugh Cornwell)
  2. The glitter prize (feat. Kay Hanley)
  3. Licenses to hide (feat. Lisa Lobsinger)
  4. So Caroline
  5. Take care of yourself
  6. Cleopatra Street
  7. For the ashes
  8. Accidental architecture
  9. She's coming down again!
  10. Notion 99
  11. Holiday hours
  12. Enewetak

Gesamtspielzeit: 42:34 min.

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