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I Heart Hiroshima - The rip

I Heart Hiroshima - The rip

Valve / Cargo
VÖ: 23.07.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Es ist was faul

Ob beim Bäcker in der Warteschlange, auf der Antifa-Demo, beim konspirativen Studi-Treffen oder im Angesicht der Morgentoilette: "There's something wrong", diese Phrase des Ingrimms, dieses Einmaleins des Dagegen passt einfach immer. Erhobener Zeigefinger und erregtes Kopfschütteln inbegriffen, ist es in etwa das "Besser arm dran als Arm ab" des Revoluzzer-Geistes. Selbstverständlich, immer zweckdienlich und multitaskingfähig wie sonst nur der gute alte Vollrausch. Kein Wunder also, dass auch Matthew Somers, Front-Echauffeur der australischen Dreierbande I Heart Hiroshima, es für das Zweitwerk seiner Band in den Refrain von "Shakeytown" verpackt.

Denn wie sonst sollte man sein Organ beschreiben, wenn nicht als bedingungslos echauffiert? Da kann kommen was will: Einen Grund zum zwar klaren, aber mit einer Menge Überdruck und juveniler Entrüstung versehenen Vortrag findet Somers auch auf "The rip" allemal. Und wenn sich mal keiner findet, ist das ja wohl allemal Grund genug. Teils erinnert das wie bei "Got out" an den jungen Isaac Brock, teils an die Missstimmung, die auch bei North Of America durch Michael Catanos Stimmbänder mäandert(e). Seine Duettantin Susie Patton wirkt dagegen vergleichsweise entspannt. Ein Prellbock, bei dem Somers beinahe verbal die Nase zu rümpfen scheint. Trotzdem schaffen es diese beiden Stimmen, sich immer wieder zu verschwistern. Einig wird man sich schließlich immer - und zwar spätestens, wenn man gemeinsam feststellt, dass hier doch irgendwas nicht stimmt.

Dieses Bild hinterlässt I Heart Hiroshimas Lyrik mit einer kitzelnden Mischung aus Privatismus und galligem Kommentar. Was ebenso zu der besonderen inneren Aufregung von "The rip" beiträgt wie der Gesang von Somers und Patton selbst. Denn letztlich sind es gerade ihre Stimmen, die den oft klaren bis kickenden Leitmotiven von "Four sails" oder "Shakeytown" ihre Brisanz verleihen. Ist jeder Song für sich bereits ein kleines, aber keinesfalls überbordendes melodisches Juwel, so schaffen es I Heart Hiroshima immer wieder, Schlichtheit in Dringlichkeit, Pop in Punk und Beats in Statements zu verwandeln. Patton spielt am Schlagzeug keine Note zu viel oder zu wenig, und auch die beiden Gitarren präsentieren ihre Riffs und Motive bestenfalls halbverzerrt, in sich verschränkt und doch mit hardcoriger Aufrichtigkeit. Recht so, denn einen Anlass zum großen Lärmangriff oder gar für irgendwelche brummenden Bassfrequenzen sucht der Hörer ohnehin vergebens. Hier muss alles ebenso licht sein wie kratzig, damit die Stimmen ihre Arbeit verrichten können.

Das alles macht "The rip" mehr noch als "Tuff teef" zum indierockenden Kleinod der alten Schule. Mal im unwiderstehlichen Uptempo-Schunkelrhythmus von "Who I was", der sich an Somers Refrain nahezu die Haxen bricht, mal wie bei "Sisters" zu einem Built-To-Spill-Riff verschlungen und überhaupt immer auf die Traditionen von Pixies über Pavement bis Sleater-Kinney pochend. Daran sieht man: Grund zum Echauffieren gab es schon immer mehr als genug - und derart gute Musik dazu zu spielen ohnehin.

(Tobias Hinrichs)

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Highlights

  • Shakeytown
  • South
  • Four sails
  • Sisters
  • River
  • Who I was

Tracklist

  1. Count me in
  2. Got out
  3. Shakeytown
  4. South
  5. Old tree
  6. The corner
  7. Four sails
  8. Sisters
  9. River
  10. Ocean
  11. Well
  12. Here it comes
  13. Who I was
  14. Listen

Gesamtspielzeit: 37:12 min.

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