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Ted Leo And The Pharmacists - The brutalist bricks

Ted Leo And The Pharmacists - The brutalist bricks

Matador / Cargo
VÖ: 28.05.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Deine Stimme zählt

Hart, aber fair

Wenn in der Politik etwas total schiefgelaufen ist oder einmal wieder ein großer Skandal aufgedeckt wird, sprechen im Anschluss daran Politiker von brutalstmöglicher Aufklärung, um zu suggerieren, dass so etwas nie wieder vorkommt. Diese Absichten bleiben meist Absichten und sind schnell vergessen. Ernsthafter geht es da schon beim sechsten Album von Ted Leo And The Pharmacists "The brutalist bricks" zu, freilich ohne den Spaß an der Sache zu vernachlässigen. Mit "Where was my brain?" kommt hier auch der richtige Faustschlag als Quasiantwort auf "Where is my mind?" der Pixies. Man blickt zurück, denn früher und ganz früher war ja bekanntlich alles besser. Oder etwa nicht?

Hier und heute grasen Ted Leo und Co. wieder alles ab, was gesellschaftlich relevant ist, und zwar mit musikalisch recht einfachen Mitteln: Alte Helden, die politischen Verhältnisse und die geistig-moralische Verfasstheit Amerikas sowie ganz einfach der nächste Kick werden auf dem Album verbraten. In "The mighty sparrow" und "Mourning in America" gibt es dann gleich zu Anfang ordentlich auf die Nuss. Es ist aber nicht alles so linear und cheasy, wie sich das liest. Die Songs weisen schon ein enormes Maß an Vertracktheit auf, Brüche folgen ab und an ganz unerwartet. Aber klar - eine Revolution läuft schließlich auch nicht aalglatt ab, selbst wenn dies manch schlechte Geschichts- und Politikbücher behaupten.

Ted Leo, der LoFi-Held vieler ein wenig älter gewordener, sich selbst als 100% Indie bezeichnender Menschen, hat neben an Eindeutigkeit kaum übertreffbaren Hits wie "Bottled in cork" und "Even heroes have to die" auch balladeske Momente zu bieten. Bei "One polaroid a day" kann man sich schon einmal erschöpft in den Armen liegen und sich knipsen lassen, so als Erholung. Und mit dem beatlesken "Tuberculoids arrive in hop" kann man sehr gut eine lange, entspannende Meditation vorbereiten. Dieses Album könnte sogar noch ein paar mehr dieser Ruhepole vertragen. Das würde jedoch wahrscheinlich den Titel ad absurdum führen, und das will niemand.

Ted Leo ist gewiss nicht allein verantwortlich für die nahezu schnörkellose Leistung. Seine Pharmacists erfüllen ungemein wichtige Gehilfenrollen auf diesem Album. Chris Wilson etwa sitzt fest im Sattel am Schlagzeug und sorgt für die notwendige Verspieltheit, und James Canty sorgt für alles, was Ted Leo nicht auch noch leisten kann, und steuert zur Abwechslung die ein oder andere Keyboardnote bei. Perfekte Arbeitsteilung nennt man das heutzutage wohl. Das gefällt dann wesentlich besser als brutalstmögliche Aufklärung und sorgt gleichzeitig dafür, dass "The brutalist bricks" eine gelungenere Wendung nimmt als der Vorgänger "Living with the living". Früher war zwar vieles gut, aber nicht alles besser.

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • The mighty sparrow
  • Even heroes have to die
  • One polaroid a day

Tracklist

  1. The mighty sparrow
  2. Mourning in America
  3. Ativian eyes
  4. Even heroes have to die
  5. The stick
  6. Bottled in cork
  7. Woke up near Chelsea
  8. One polaroid a day
  9. Where was my brain?
  10. Bartolomeo and the buzzing of bees
  11. Tuberculoids arrive in hop
  12. Gimme the wire
  13. Last days

Gesamtspielzeit: 41:46 min.