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Katie Melua - The house

Katie Melua - The house

Dramatico / Rough Trade
VÖ: 21.05.2010

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Aus Sand gebaut

Sie hat es also wieder getan. Das war abzusehen. Und es liest sich ja auch durchaus interessant. Von William Orbit produziert, der sich dafür extra aus dem vorzeitigen Ruhestand bequemte. Aha. Und Guy Chambers, der ehemalige Co-Songschreiber von Robbie Williams, war auch beteiligt. Nicht schlecht. Abenteuerlustig soll es sein. Hört, hört. Auf neues Terrain hat sie sich damit begeben. Alles schön und gut. So kann man die Liste ewig weiterführen. Letzten Endes lässt sich zu "The house" aber vor allem eins sagen: Es ist das neueste Album von Katie Melua. Punkt. Mütter mögen Katie Melua. Genau wie Deutschlehrerinnen. Und Rechtsanwaltssekretärinnen. Wenn's sein muss.

Andere reagieren auf die georgischstämmige Britin aber oft wie auf eine durchschnittlich schlimme Allergie. Sie ist da, man kann kaum etwas gegen sie machen, die Symptome nerven, aber irgendwann ist doch wieder Ruhe. Tatsächlich wirft Melua seit 2003 in penetranter Regelmäßigkeit Alben auf den Markt, dieses ist ihr viertes, und auch hier zeigen sich sofort erste allergische Anzeichen. Die Ohren jucken, die Schultern zucken, die Augen tränen, ein müdes Gähnen. In Anbetracht dessen scheint der Titel des Openers "I'd love to kill you" ein ausgeklügelter Scherz zu sein, wenngleich man nicht glauben kann, dass im Hause Melua viel gelacht wird. Macht auch nichts. Dieser erste Song gerät jedenfalls bereits in Vergessenheit, bevor er zu Ende ist und steht damit nicht alleine da. Einzig "Twisted" weiß zu überzeugen - dank schnellem, aber ruhigem Schlagzeug-Rhythmus und einer netten Refrainmelodie, die einmal nicht wie die x-te Neuauflage des vorherigen Stücks klingt.

Dass man Melua ihr musikalisches Talent, die doch recht liebe Stimme und das manchmal zwar alberne, aber durchaus gekonnte Songwriting nicht absprechen kann, nervt gar nicht einmal so sehr. Wohl aber, dass sie es nicht schafft, irgendeine Art von Emotion hervorzurufen. Ihre Musik ist ein Kunstprodukt, bei dem der Assauersche Leitspruch "Nur gucken - nicht anfassen" gilt. Und dass ihr viertes Album so klingt wie das erste, das zweite, und Gott ja, auch wie das dritte, ist auf Dauer furchtbar anstrengend. Bei "Red balloons" etwa schlafen nicht nur die Füße ein, weil sich im Song schlicht gar nichts tut. "The one I love is gone" ist das gleiche alte Lied, das sie uns seit 2003 schmackhaft zu machen versucht, und "God on the drums, devil on the bass" hat weder etwas mit Gottes Werk und Teufels Beitrag zu tun, sondern mit dem fast schon niedlichen Versuch Meluas, zwanghaft kratzbürstig zu wirken. Insgesamt hat "The house" einfach zu wenig Substanz, um wirklich im Ohr hängen zu bleiben, ist dafür aber dermaßen nah am Wasser gebaut, dass alle Songs vor sich hin plätschern und schließlich weggeschwemmt werden. Wenn das nur bei jeder Allergie so einfach wäre.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Twisted

Tracklist

  1. I'd love to kill you
  2. The flood
  3. A happy place
  4. A moment of madness
  5. Red balloons
  6. Tiny alien
  7. No fear of heights
  8. The one I love is gone
  9. Plague of love
  10. God on the drums, devil on the bass
  11. Twisted
  12. The house

Gesamtspielzeit: 45:44 min.

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