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Phosphorescent - Here's to taking it easy

Phosphorescent - Here's to taking it easy

Dead Oceans / Cargo
VÖ: 14.05.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

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Leichtigkeit ist etwas, das nicht vielen Menschen beschert ist. Zu sehr drücken die Last der eigenen Emotionen und die des Alltags auf das Gemüt. Manche machen aus dieser Schwere heraus eben Musik. Matthew Houck, der sich als Mastermind hinter Phosphorescent verbirgt, bewegte sich auf "Pride" noch irgendwo zwischen versponnener Esoterik, verstörender Erlösung und Tonnen an Gefühlsbergen, die es galt in Töne und Melodien zu klopfen. Ein Klotz an Emotionalität. So eingeigelt in die eigene Wonne konnte kommen, was wolle. Das hat sich auf dem fünften Album nicht geändert, aber die Klammern sind nach außen gekehrt, die Kammern von einst aufgebrochen. Schon "It's hard to be humble" bläst sich mit ausreichender Unterstützung das Helium in die Hülle. Süßliches Country-Gebalze lässt sich von zertretenen Fanfaren tragen und schunkelt so dem Morgenrot entgegen. Das Tempo ist vorgegeben, und Houck ist Schelm genug, dieses für die restlichen Minuten nicht mehr anzurühren.

Sicherlich könnte sich "Here's to taking it easy" noch verschließen, wenn es das wollte, aber für die meisten Momente bleiben Songs wie "We'll be here soon" einfach auf ihrem eigenen Feld. Schleppend verglüht der schwere Takt unter den Gitarrensaiten, die mal in der Ferne geistern, mal direkt am Seitenrand huschen. Es ist diesmal mehr und mehr ein Schwelgen, das sich in den tiefsten Kern geschlichen hat. Allerdings nun ohne Wehmut und ohne Schmerz. "The mermaid parade" trödelt ein wenig vor sich hin, aber schafft es doch, allem zumindest eine Schwerelosigkeit unterzujubeln, die versucht, jede Verfänglichkeit zu meiden. Seinen Zenit erreicht dies in "I don't care if there's cursing". Erscheinungen, die mit ihrem Schmerz ganze Bright-Eyes-Diskographien gefüllt hätten, werden einfach über die Schulter geworfen. Dazu braucht es allerdings hier nichts Flüssiges, keine neue Liebe. Das passiert einfach aus dem Gefühl dieses Albums heraus.

Wenn das Klavier zwischen die Gitarren fährt, wenn sich Houcks Stimme zu dem müden Schlagzeug gesellt, dann schieben sich Harmonien an den dunklen Wolken vergangener Tage vorbei. Das ganze kann Lässigkeit genannt werden oder einfach nur Ignoranz, aber in dieser letzten Posse läuft "Here's to taking it easy" am lockersten. Vielleicht liegt es daran, dass die Live-Besetzung im Rücken von Houck zur Band angeschwollen ist, die nun auch für den homogenen Sound im Studio sorgte. Denn trotz der Weite, die Töne wie in "Los Angeles" suchen, ist sich diese Scheibe selbst genug. Wie an einem Schnürchen kann zum Schluss aufgereiht werden, wann das Klavier auf den Plan tritt. Veränderungen funktionieren einfach bei diesem Konzept nur im kleinen - und sei es, dass nur ein grollender Basston versteckt wird. Aber warum auch mehr verlangen, nachdem die Wände umgestoßen sind? Lösungen sind rar verstreut und in den Weiten verteilt. Antworten weiß ganz allein der Wind.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • It's hard to be humble (when you're from Alabama)
  • We'll be here soon

Tracklist

  1. It's hard to be humble (when you're from Alabama)
  2. Nothing was stolen (love me foolishly)
  3. We'll be here soon
  4. The mermaid parade
  5. I don't care if there's cursing
  6. Tell me baby (have you had enough)
  7. Hej, me I'm light
  8. Heaven, sittin' down
  9. Los Angeles

Gesamtspielzeit: 44:25 min.

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