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White Rabbits - It's frightening

White Rabbits - It's frightening

TBD / Mute / EMI
VÖ: 22.01.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

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1 + 1 = 3

"We held our tongues throughout it / One day we'll laugh about it", prophezeiten White Rabbits auf dem Opener ihres ersten Albums "Fort nightly". Und auch sonst sorgte die Band aus Brooklyn für ein wohlwollendes Lächeln. Mit launig menschelndem Geschepper, das samt exotisch anmutendem Bauwerk auf dem Cover womöglich listig auf den seinerzeit gerade in vollem Saft stehenden Ethno-Indie von Vampire Weekend oder Yeasayer verweisen sollte. Oder mit ihrem neuesten Promo-Bild, auf dem das Sextett sein komplettes Equipment ins Grüne wuchtet. Britt Daniel von Spoon, der "It's frightening" produzierte, wird nicht schlecht gestaunt haben, als die Rasselbande mit dem ganzen Gerümpel vor der Tür stand. Und anschließend nicht weniger verblüfft gewesen sein, was die Sechs aus diesem herauszuholen in der Lage sind.

Denn White Rabbits bleiben auch auf auch ihrem zweiten Album ein Phänomen: eine Gitarrenband, die ihren Wiedererkennungswert aus Schlag- und Tasteninstrumenten bezieht und dabei stets haarscharf an einem Hit vorbeischrammt, da sie ihre Songs für den Massengeschmack eben eine Spur zu sehr mit hinkenden Pianos und wildgewordenen Percussions vollstopft. Spoon-Daniel kennt das Grooven und Klimpern von eigenen Alben wie "Gimme fiction" zwar selbst zur Genüge - "It's frightening" treibt es aber meist eine Ecke wilder. Am wildesten gleich zu Anfang: "Percussion gun" könnte ein flächendeckender Indie-Heuler werden, würden die Klavierlinien nicht von hintergründigem Chorgeheul und einem querliegenden Gitarrenriff ausgebremst und die beiden Schlagzeuger sich nicht permanent selbst ein Bein stellen. Angesichts des Trommelfeuers sind gar Parallelen zu "C30, C60, C90, go!" nicht von der Hand zu weisen, mit dem Bow Wow Wow vor etwa 30 Jahren EMI einen Song unterjubelten, der zum Überspielen von Platten auf Musikkassette aufrief.

Wozu White Rabbits dort aufrufen, bleibt mit Blick auf den beunruhigenden Songtitel einmal dahingestellt. Vielleicht ja bloß zum Zuhören. Und richtig: "Listen to me", fordert Gregory Roberts gleich mehrmals im planvollen Chaos von "Lionesse", bei dem sich zwei Drumkits über die Kanäle hinweg beharken und zwischendurch Presets die Treppe herunterfallen. "Rudie fails" und "They done wrong / We done wrong" nehmen Umwege über rhythmisches Gitarrengeschrubbe und selbstvergessene Vocal-Harmonien. Doch nichts gegen das, was "Midnight and I" zusammen aushecken: Ein staubtrockener Piano-Shuffle marschiert selbstbewusst daher, macht Bekanntschaft mit einer Extraportion Fuzz und versinkt dann knietief in ambientem Gedengel, bevor zum Schluss noch einmal alle Kräfte mobilisiert werden und sich "It's frightening" dann allmählich auf leisen Sohlen ausschleicht. Und es ist genau diese Mischung aus musikalischer Unberechenbarkeit und kleinen Treppenwitzen, die es auf diesem Album ordentlich im Karton rappeln lässt. Hier geht es Schlag auf Schlag.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Percussion gun
  • Lionesse
  • Midnight and I

Tracklist

  1. Percussion gun
  2. Rudie fails
  3. They done wrong / We done wrong
  4. Lionesse
  5. Company I keep
  6. The salesman (Tramp life)
  7. Midnight and I
  8. Right where they left
  9. The lady vanishes
  10. Leave it at the door

Gesamtspielzeit: 34:44 min.

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