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The Mercury Program - Chez Viking

The Mercury Program - Chez Viking

Lovitt / Flight 13
VÖ: 24.11.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Drei Jahre wach

Eigentlich erinnert die Geschichte von "Chez Viking" eher an Rockstars wie Jimi Hendrix, die Beatles oder - da schwappt eine beängstigende Riesenwelle auf uns zu - Popguru Michael Jackson: In schöner Regelmäßigkeit wird posthum Live- und Demomaterial veröffentlicht, das man angeblich in irgendwelchen verstaubten Kellern gefunden hat. Gut, die ursprünglich aus Gainesville in Florida stammenden und inzwischen nach New York umgesiedelten The Mercury Program leben weder den Hedonismus eines Jimi Hendrix, noch haben sie so schöne Frisuren wie die Beatles, und Jackos Moonwalk beherrschen sie vermutlich auch nicht. Im Gegensatz zu den Genannten existieren sie aber noch. Trotzdem datieren die Aufnahmen zu "Chez Viking", die das Quartett erst jetzt veröffentlicht, bereits von Oktober 2006.

Währenddessen hat man die Fans nach dem Vorgängeralbum "A data learn the language" sieben Jahre auf neues Material warten lassen, dabei von einer Pause von unbestimmter Länge gesprochen - und klammheimlich die Aufnahmen abgemischt. Aber Schwamm drüber. Wer ein derart komplex arrangiertes, gewachsenes Album wie "Chez Viking" aufnimmt, hat eine überzeugende Ausrede. Mit sieben instrumentalen Kompositionen zwischen Post-Rock und Jazz, stets gitarrenbasiert, aber mit warmen Vibraphon- und Rhodes-Sounds angereichert, stehen The Mercury Program neben den Großen des Genres. Slint und Tortoise geraten in den Sinn, Maserati ohnehin - immerhin haben sie mit denen 2003 die Split-EP "Confines of heat" veröffentlicht.

Die oft mit Delay gespielten, perlenden Gitarren erzeugen eine ausufernde Weite, die jazzig-dynamische Trommelarbeit von Dave LeBleu beeindruckt gerade in Kombination mit Sander Travisanos elegantem Bass, und das von Wendungen und Rhythmuswechseln durchzogene Songwriting macht Lust auf mehr. Wie bei Bands wie Kyuss, Oceansize oder Tool macht es hier einfach Spaß zuzuhören, wie sich die Songs entwickeln. Wie ein Instrument ein Motiv des anderen aufnimmt und es weiterinterpretiert. Wie hier jede Note mit Bedacht an ihren exakt richtigen Platz gesetzt wurde. "Chez Viking" ist klangästhetische Erfüllung, atmosphärischer Trip und gelungene Fortsetzung des bisherigen Schaffens von The Mercury Program zugleich. Besser spät als nie.

(Christoph Behrends)

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Highlights

  • Arrived/departed
  • Katos
  • Stand & sing

Tracklist

  1. Chez Viking
  2. Arrived/departed
  3. Backseat blackout
  4. Katos
  5. Stand & sing
  6. The church of cause and effect
  7. Fluorescent laces

Gesamtspielzeit: 31:51 min.

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