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John Frusciante - The empyrean

John Frusciante - The empyrean

Record Collection / Warner
VÖ: 03.02.2009

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Plus Ultra

Es war ein durchaus bewegendes Jahr für John Frusciante und seine Fans. Nicht nur, dass er nach vier Jahren Pause - eine Ewigkeit im Verhältnis zu seinem vorherigen Output - sein zehntes Soloalbum "The empyrean" veröffentlichte. Nein, Frusciante entschied für sich, und somit in gewisser Hinsicht auch für seine Anhänger, dass für ihn Schluss ist mit Blood, Sugar, Sex, ja, sogar mit Magik. Wie nur allmählich bekannt wurde, verließ er die Red Hot Chili Peppers nämlich bereits vor geraumer Zeit. Besonders melancholisch oder gar wehmütig klingt er danach nicht, und die trauernden Fans bedauerten auch eher die Band, als dass ihnen Frusciante leid täte. Denn seien wir mal ehrlich: Er kann es auch alleine ganz gut. Und im Vergleich zum im Nachhinein eher enttäuschenden "Stadium arcadium" sogar deutlich besser.

Frusciante solo ist eben sehr viel mehr als nur der musikalische Erguss irgendeines Gitarristen, der auch einmal in den Vordergrund treten wollte. Sondern vielmehr ein Erlebnis. So auch auf "The empyrean", das beim ersten Hören noch ganz anders klingt als nach dem dritten oder vierten Durchlauf. Was jedoch sofort klar wird: Der Mann hat wieder Feuer gefangen. Und so ist die Geschichte, die er auf diesem Album erzählt, vor allem seine eigene. Sie handelt von Existenzängsten, der Panik des Scheiters und Versagens, aber auch vom Kreativität. Das und die beeindruckende Vielfalt an Instrumenten macht "The empyrean" zum Soundtrack eines jeden Menschen, der sich schon einmal nachts im Stillen gefragt hat, was er hier eigentlich macht. Und perfekt dafür ist alleine bereits der Opener "Before the beginning". Nur langsam steigert sich dieser erste und ungewöhnlicherweise längste Song in weiten Bahnen, während Frusciante seinen Hörern Schritt für Schritt seine neue Welt eröffnet und sich mit ihnen auf eine Reise begibt, die nicht gerade die einfachste ist.

Das Tim-Buckley-Cover "Song to the siren" klingt, als würde es sich hinter einer milchigen Glaswand verstecken. Anfangs noch kühl und verhalten, erstreckt sich Frusciantes Gesang so weit, bis er auf einmal fast zerbrechlich nahe wirkt. Die Zeile "I'm as puzzled as the newborn child / I'm as troubled as the tide" nimmt man ihm sofort ab, Bilder tauchen vor dem inneren Auge auf. Von einem jungen Mann Anfang bis Mitte 20, geplagt von Drogenproblemen und Depressionen, der sich zwar wieder fangen konnte - den aber trotzdem immer eine gewisse Unruhe zu beherrschen scheint. Das psychedelische "Heaven", bei dem niemand Geringeres als Ex-Kollege Flea den Bass bedient, klingt wie aus einer anderen Zeit und doch nicht fremd, während "Enough of me" trotz der im Verhältnis ungleich lockereren Melodie und Stimmung lyrisch genau die Stimmung des kompletten Albums einfängt. "If the seasons which change were all still / It's so easy to see life would fail" singt er da und zieht daraus zugleich den positiven Umkehrschluss: "Whatever slips out of our hands / Will find its way back to us once again." Und so wird schnell klar, dass "The empyrean" mitnichten ein Album über Depressionen oder das Versagen der Menschheit ist. Sondern eins über das Leben, wie es jedem mal mehr, mal weniger übel mitspielt - und in das er trotzdem immer zurückfindet.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Unreachable
  • Heaven
  • Enough of me
  • After the ending

Tracklist

  1. Before the beginning
  2. Song to the siren
  3. Unreachable
  4. God
  5. Dark/light
  6. Heaven
  7. Enough of me
  8. Central
  9. One more of me
  10. After the ending

Gesamtspielzeit: 54:02 min.

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