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Britney Spears - The singles collection

Britney Spears- The singles collection

Jive / Sony
VÖ: 20.11.2009

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Pleiten, Pech und Pannen

Was kann hier eigentlich noch geschrieben werden, was die Welt noch nicht weiß? Das Leben der Britney S. würde genug Stoff für ganze Brecht-Dramen liefern. Angefangen bei den karrieregeilen Eltern, ging es über den ersten Auftritt im Mickey Mouse Club zur Lolita-Schulmädchen-Nummer "...Baby one more time", die mittlerweile tief im kollektiven Gedächtnis verankert ist und bei Konzerten gerne ironisch geschmettert wird. Danach ein paar Popnümmerchen, eine schnell wieder annullierte Ehe in Vegas, eine weitere Ehe, die mindestens ebenso schnell wieder annulliert hätte werden sollen, schließlich die selbsterfüllende Prophezeiung der Medien vom Totalabsturz - inkusive Wiederauferstehung, versteht sich. Und nun also: Die ganze Bandbreite´des Dramas auf einer Silberscheibe.

Insofern passt es auch, dass die Singles abgesehen vom Kaufanreiz "3" chronologisch daherkommen. Denn so wird die sture Stagnation und Einfallslosigkeit von Songs wie "Born to make you happy" und "Stronger" noch einmal deutlich. In dieser Verblendung eines republikanisch-feuchten Traums konnte die Figur Britney eigentlich nur zerbrechen. Weisheiten wie "I'm not a girl, not yet a woman" helfen auch in solchen Sinnkrisen herzlich wenig. Vielmehr siegte bereits bei Erscheinen dieser Singles schnell das Gefühl des bitteren Fremdschämens. Die erste Hälfte kann nur durchstehen, wer einen Hang zum Sadismus oder ein ernsthaftes Interesse daran hat, zu erfahren, wie einfallslos Popmusik Anfang der 00er sein konnte. Auch kommen sofort wieder Bilder hoch, wie etwa rote Wollfäden an Handgelenken, die auf dem Badewannenrand liegen. Wem das nicht direkt vor Augen steht, kann sich dann gerne nochmal im Booklet daran erinnern lassen.

Doch dann kam der Bruch, das Teenie-Image wurde begraben, und urplötzlich rückte an die Stelle der Ignoranz sowas wie Mitleid für den "Megastar", der mehr und mehr aus einem geschnürten Korsett ausbrach. "Gimme more" war die ungewaschene Muschi in die Fratze der Boulevardmedien, "Piece of me" die Maniküre des Stinkefingers. Fast kam der Glaube auf, dass sich ab hier vieles auf links dreht, und "Brit" nun gestärkt aus den Skandalen hervorgeht. Doch kurz darauf folgte das fast noch junge "Womanizer", das wieder in seiner Selbstverliebtheit absoff. Der trommelnde Beat schien wieder vom Fisher-Price-Keyboard inspiriert worden zu sein. Und auch sonst kam da nichts so wirklich aus den Puschen. Aber geschenkt, denn "Circus" war wieder einer von den Guten. Interessanter Rhythmus fand einen passablen Text und ließ dem ganzen seinen Lauf. Aber Frau Spears kann auch da nicht vor die Musik treten, denn dafür ist sie als Charakter zu langweilig. Sie funktioniert nur als Projektsfläche und Marionette. Das wird sich wohl nie ändern.

Denn selbst die drei bis vier Songs, in denen sich sowas wie Innovation erahnen lässt, stechen nur heraus, weil sich um sie herum der übliche Popeinheitsbrei versammelt. Dem Rest geht nämlich sämtliche Freude an Musik und Selbstironie ab. Einen Dank noch, dass es die bodenausschlagenden "Don't let me be the last to know" und "I love rock'n'roll" nicht auf den Rohling geschafft haben, obwohl noch Platz gewesen wäre. Diese Kompilation macht trotzdem schnell wieder deutlich, warum Pop für viele ein Schimpfwort ist. Es bleibt die Frage, wessen Zeit diese Ansammlung wohl mehr verschwendet hat: Spears' oder die ihrer unfreiwilligen Hörer?

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Toxic
  • Gimme more
  • Piece of me

Tracklist

  1. 3
  2. ...Baby one more time
  3. (You drive me) crazy (The stop remix)
  4. Bornt o make you happy
  5. Oops! ...I did it again
  6. Stronger
  7. I'm a slave 4 u
  8. I'm not a girl, not yet a woman
  9. Boys (The co-ed remix) feat. Pharrell Williams
  10. Me against the music feat. Madonna
  11. Toxic
  12. Everytime
  13. Gimme more
  14. Piece of me
  15. Womanizer
  16. Circus
  17. If u seek Amy
  18. Radar

Gesamtspielzeit: 64:49 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
wer is Grün Tag?
09.12.2009 - 12:40 Uhr
Ach
du
Schei...
Leatherface
09.12.2009 - 12:42 Uhr
Meine Güte, damit dürfte man die schlimmste Jahrzehnt-Liste bereits hinter sich haben. Was für ein Rotz, als hätten nur 12-Jährige dran teil genommen.
M. Pört
09.12.2009 - 12:45 Uhr
@ Leather
Kann ja nich jeder mehr so jung sein wie du.
farid
20.03.2010 - 11:45 Uhr
Die Liste finde ich auch nicht gut, finde eigentlich nur Green Day gut, Radiohead ist scheiße, und der Rest ist eh nur für dumme Teenie Mädchen gedacht. Und was hat Britney Spears Toxic zu suchen? Der Sound ist voll von Linkin Park geklaut, wenn nicht noch von anderen Bands.
@ liste vom rolling stone
20.03.2010 - 11:50 Uhr
ACH DU SCHEISSE!1111
gut, dass ich das stück scheisse von magazin nicht lese.
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