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Kris Kristofferson - Closer to the bone

Kris Kristofferson - Closer to the bone

New West / Blue Rose / Soulfood
VÖ: 02.10.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Eiche rustikal

Wenn man einer von Johnny Cashs besten Freunden war, darf man das: Kris Kristoffersons Stimme klingt auf "Closer to the bone" frappierend nach der seines toten Buddys auf dessen letzten Alben. Tief, rauchig, knorrig. Man hört ihr jeden Tag der 73 Jahre an, die Kristofferson gelebt hat. Die Assoziation rührt aber nicht nur von den patinierten Stimmbändern her, sondern auch von den wohltuend reduzierten Arrangements. Der ebenfalls wunderbare Vorgänger "This old road" war vor drei Jahren noch deutlich fülliger. Doch auch wenn nicht Rick Rubin, sondern Don Was die Anweisungen vom Mischpult gab, ist dies klassisches "American recordings"-Territorium: ein Mann und seine Gitarre.

Wenn es gelegentlich Ausstattungen wie Mandoline, Mundharmonika, Maracas oder gar eine dezente Band gibt, steht Kristoffersons bassiger Bariton stets im Mittelpunkt. Es sind schließlich seine Songs, die hier gesungen werden müssen. Songs wie das bewegende Titelstück, in dem Kristofferson gleich programmatisch wird: "Coming from the heartbeat / Nothing but the truth now." Wer um die Endlichkeit des Lebens weiß, muss es mit zusätzlicher Intensität leben. Und gleich danach widmet er "From here to forever" seinen Kindern. Die zerbrechliche Stimme und die sparsamen Arrangements halten den Kitsch fern.

Das gilt ebenso für "Good morning John", mit dem er Cash nach "The pilgrim" ein weiteres Denkmal setzt. Dass der seine Drogensucht überwinden konnte, nötigt Kristofferson Respekt ab: "There ain't nothing you can't handle now / 'Cause there ain't nothing bigger than your heart." Der Song ist eine echte Liebeserklärung. Auch Sinéad O'Connor bekommt mit "Sister Sinead" ein Lied geschenkt. Er musste sie einst im Madison Square Garden vor den Beschimpfungen der katholischen Fans beschützen, die beim Bob-Dylan-Tribute das Zerreißen eines Papst-Fotos nicht akzeptieren wollten. Der alte Herr hatte dabei möglicherweise wenig väterliche Gedanken: "She's too old for breaking and too young to tame."

Kristoffersons Melodien wirken rustikal. Sie folgen klassischen Harmoniewechseln und erinnern dadurch ein ums andere Mal an Kinderlieder. Was das abschließende "I hate your ugly face" auch ist, denn Kristofferson schrieb es mit zarten elf Jahren. Das ist Old-Timey-Music, wie gemacht für Lagerfeuer, Eisenbahnwaggons und die Country Music Hall Of Fame. Und doch ist Kristofferson immer noch der alte Outlaw: "The road never ends / And the soul never dies." Alters Weisheit.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Closer to the bone
  • Love don't live here anymore
  • Good morning John
  • Let the walls come down

Tracklist

  1. Closer to the bone
  2. From here to forever
  3. Holy woman
  4. Starlight and stone
  5. Sister Sinead
  6. Hall of angels
  7. Love don't live here anymore
  8. Good morning John
  9. Tell me one more time
  10. Let the walls come down
  11. The wonder
  12. I hate your ugly face

Gesamtspielzeit: 33:24 min.

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