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Dizzee Rascal - Tongue n' cheek

Dizzee Rascal - Tongue n' cheek

Dirtee Stank / Urban / Universal
VÖ: 25.09.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Dreigroschenpoker

Geld regiert die Welt, Geld ist nicht alles, Geld verdirbt den Charakter. Pekuniäre Unmengen und kreativer Output standen schon immer im Verdacht, irgendwie Hand in Hand zu gehen, nicht zuletzt, da es sich dabei um eine Frage der Authentizität handelt. Diesen Vorwurf durften sich sowohl U2 als auch Brecht schon gefallen lassen. Und was macht Dizzee Rascal nun, da sein Konto gefüllt ist? Songs mit Zeilen wie "Dirty cash I want you". Das wäre für manchen Musiker kreatives Harakiri, aber in HipHop-Kreisen irgendwie normal, scheinen dort doch die meisten gleich mit einem BWL-Abschluss auf die Welt gekommen zu sein. Doch dem nicht genug, spielt Rascal auf seinem vierten Album gleich die nächste Karte aus: "Money, money, money, girls, girls, cash, cash." Verwirrung macht sich breit und die Gewissheit, dass in der nächsten Runde ein lautes "Mau, mau" kommen wird.

Dabei machte "Bonkers" als Vorabsingle schon alles klar, fuhr mit dem Panzer in die Großraumdiskothek ein und ließ keinen Körper unbewegt. Beats und Flow, wie sie auf "Boy in da corner" kaum vorstellbar waren, knallen hier nach vorne: "A heavy bass line is my kind of silence." Trotz klarer Richtung überschlägt sich alles mehrfach, wird übergemäht, was nur irgendwie mitgeht. Indes: Kaum ein Song geht wieder so in die Vollen. Vielleicht noch "Holiday", das genau bei der Drei-Minuten-Marke alles stehen und liegen lässt. Und dabei tingelt vorher "Leisure" zwischen Froschteich und kaputter Klospülung hin und her, so dass in aller Ruhe nochmal sämtliche Eurodance- und House-Spielereien verarbeitet werden können. Und genau dann geht Dizzee Rascal All-In, legt einen verdrehten Rave hin, der erneut das Innere nach Außen holt. "Holiday" scheint dabei dann derart die Sonne aus dem Arsch, dass es blendet. Bei jedem anderen würde so etwas aufgesetzt wirken. Bei Rascal jedoch bleibt die Vermutung, dass dort doch irgendwo ein doppelter Boden sein muss, wenn solche Momente eingestreut werden. Aber davor warnte ja schon der Opener: "I act real shallow, but I am into deep."

So etwas hätte Adorno die Ohren bluten lassen. So mutwillig das Spiel mit der Oberflächlichkeit, so schamlos werden hier die banalsten Lustprinzipien abgefeiert. Partyplatte wäre ein Wort dafür, aber hier passiert so viel mehr als auf jeder Fetenhits und billigen Houseproduktion. An den passenden Stellen wird ein Gang zurückgeschaltet, damit später nochmal nachgeschenkt werden darf. Die Raps fließen diesmal wunderbar in die Beats ein. Und zwar auch songübergreifend: "Can't tek no more" etwa zerpufft an einer Leichtigkeit, in die "Freaky freaky" gerade erst reinchillte. Schon beim ersten Durchlauf ist sämtliches Schamgefühl vergessen. Alle gehen mit, bis ein breites Grinsen über das Gesicht des einstigen Aushängeschilds des Grime huscht. Niveau als Sonnencreme eben. Selbst wenn vier Asse auf dem Tisch liegen - Dizee Rascal hat sicher fünf auf der Hand.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Bonkers
  • Leisure
  • Holiday

Tracklist

  1. Bonkers
  2. Road rage
  3. Dance wiv me
  4. Freaky freaky
  5. Can't tek no more
  6. Chillin' wiv da man dem
  7. Dirtee cash
  8. Money, money
  9. Leisure
  10. Holiday
  11. Bad behaviour

Gesamtspielzeit: 41:39 min.

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