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Clutch - Strange cousins from the West

Clutch - Strange cousins from the West

Weathermaker / Soulfood
VÖ: 10.07.2009

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Die Stoniker

Darf man sagen: Die ewigen Clutch? Immerhin macht das Quintett aus dem Ostküstenkaff Germantown seit einer gefühlten Ewigkeit die gleiche Platte. Darauf zu finden ist von grummelndem Blues durchzogener, urwüchsiger Southern Rock mit Alternative-Kante, dem irgendwann einmal der Sammelbegriff "Stoner" übergestülpt wurde, um seine Überlebensprognose zu erhöhen. In diesem Fall ein voller Erfolg: Wir schreiben nunmehr das bereits neunte Album in fast zwanzig Jahren Bandgeschichte und gar das erste auf eigenem Label. Und man muss dazu eigentlich nur wissen, wie schon die Vorgänger von "Strange cousins from the West" geklungen haben. Keine Spur von ungestümer Aggression, zwar vorhandene, aber dosiert eindampfte Power, und von Metal kann zumindest guten Gewissens nicht die Rede sein. Dafür von fett pumpender Rhythmusgruppe, schwer atmenden, heruntergestimmten Gitarren und noch schwerer atmendem Gesang.

Und trotz Körperfülle der Mitglieder sowie genretypischen Rauschebärten ist schnell klar: Diese Musik würde kein merkbefreiter Cowboyhutträger jemals hören, der die Südstaaten-Flagge im abwrackprämierten fahrbaren Untersatz drapiert hat. Denn auch die dünne Staubschicht auf akkurat gemeißelten Riffs und Neil Fallons brüllsäuselnde Robert-Plant-Gedächtnisstimme können nicht verbergen: Clutch denken genauso laut, wie ihre Gitarren dröhnen. Es passiert schließlich viel Mist in Amerika und auf der Welt. Verkorkste Außen- und Innenpolitik. Von den Medien breitgetretene Verschwörungstheorien über terroristische Bedrohung. Finanzwirtschaftliche Bodenlosigkeiten, die unbeteiligte Existenzen vernichten. Diese missliche Weltlage verpacken Clutch in eine bewusst klassische Besetzung aus Gitarren, Drums und Bass und lassen Orgeln, Bluesharp und anderen Firlefanz diesmal außen vor. Dennoch hat es durchaus seinen Reiz, wie die Band ihre sonor bollernden Songs mit unterkühlter Beharrlichkeit inszeniert. Auch wenn diese zuweilen fast an Stoikertum grenzt.

"Struck down" geht in dieser Umgebung schon als richtiger Brecher durch, ist aber vielleicht nur ein Zugeständnis angesichts der eröffnenden Akustikgitarre von "Motherless child", bei der man zunächst "Ain't no easy way" vom Black Rebel Motorcycle Club vor sich zu haben glaubt. Mit "50,000 unstoppable watts" oder "Minotaur" bilden sich auch einige kapitale Rock-Groover heraus, vor allem ab der Hälfte bleibt "Strange cousins from the West" aber merkwürdig verhalten. Bis es am Ende bei "Algo ha cambiado" noch einmal gehörig auf die Mappe gibt. Wenn auch fremdsprachlich verbrämt, als wüsste die Band selbst am besten, dass sich eben doch nicht allzu viel geändert hat. Immerhin haben Clutch seit kurzer Zeit einen neuen Fan: "The Amazing Kreskin", eine nationale Größe im Fach Gedächtniskunst und Gedankenlesen, nach dem der gleichnamige Song benannt ist und der der Band einen "excellent social commentary" bescheinigt. Das Problem hieran: Kreskin ist fast 75. Und auch Clutch werden weder jünger noch schlanker. Doch das haben sie sich bestimmt nur fürs Jubiläumsalbum aufgespart.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Struck down
  • Minotaur

Tracklist

  1. Motherless child
  2. Struck down
  3. 50,000 unstoppable watts
  4. Abraham Lincoln
  5. Minotaur
  6. The Amazing Kreskin
  7. Witchdoctor
  8. Let a poor man be
  9. Freakonomics
  10. Algo ha cambiado

Gesamtspielzeit: 45:05 min.

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