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Enter Shikari - Common dreads

Enter Shikari - Common dreads

Warner
VÖ: 12.06.2009

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Der Hitmix

Enter wer? Shikari? Ach ja, da war was, vor zwei Jahren. Wir erinnern uns: ein kleiner, vernebelter Kellerraum, überfüllt mit abgehenden Kids, mittendrin ein Schlagzeug, ein paar Musiker, ein knallgrünes Mikro und ein Sänger mit topmodischem Prinz-Eisenherz-Gedächtnis-Schnitt. Doch was am meisten hängen blieb an dem Low-Budget-Video zu "Sorry you're not a winner" war gar nicht mal der eigentlich nur ganz okaye Song an sich, sondern das kurze Clap-clap-clap der feiernden Meute. Applaus für eine junge englische Band, die bis zu dem Zeitpunkt keiner auf dem Schirm hatte und die fortan selbst zu den Gewinnern gehörte. Etwas Hype hier, unzählige Konzerte da. Und was noch?

Stimmt, da war noch was. Und zwar jede Menge Elektronik- und Synthesizer-Getöse, mit dem sich Enter Shikari nicht nur damals, sondern auch auf ihrer zweiten Werkschau vom restlichen Genre-Mob unterscheiden. Atmosphärisch und düster, mit einem beschwörenden Basston unterlegt starten die Herrschaften in Gedichtform in "Common dreads". "We must unite" tönt es in mehreren Sprachen aus sämtlichen Ecken und gibt "Solidarity" die Klinke in die Hand. "Here tonight, I clock a thousand heads / Here to unite, through common dreads" lautet das Startsignal zu einem Sound, der gerne unter Trancecore firmiert. Sollte es zu "Solidarity" jemals ein Video geben, wären Laserstrahlen ein absolutes Muss. Die erste, ungemein rockende Singleauskopplung "Juggernauts" gibt es bereits in bewegten Bildern. Jedoch ist man danach genauso schlau wie vorher. Was wollen Enter Shikari eigentlich? Alles auf einmal? Scheint so. Mal cleaner Gesang, mal brachiale Schreierei. Mal Tempo, mal Verschnaufpausen. Mal die Saite, mal die Taste. Und gerne auch mal alles zusammen, was manchmal den Eindruck eines völlig zusammengewürfelten Chaos hinterlässt.

Aber es geht auch wunderbar stimmig: "Gap in the fence", zum Beispiel. Gut zweieinhalb Minuten lang entspannt und melancholisch, darin übergehend eine Minute feinster Dance à la Faithless und anschließendes Finale in Emocore-Manier. "Jester" ist ein ähnlicher Genre-Bastard, der sehr jazzig und hiphop-lastig beginnt, urplötzlich in aggressives Shouting umschaltet, um kurz darauf den Discostampfer rauszuholen und wieder sehr jazzig zur Ruhe zu kommen. Passt nicht? Und ob das passt! Von Mal zu Mal besser. Rou Reynolds und seine Mannen dürften im Tourbus die ein oder andere Scheibe von The Prodigy und The Streets herumfliegen haben. Anders lassen sich Songs wie "Zzzonked" oder "Hectic" nicht erklären. Vollgas, Bremse, Vollgas. Und wüsste man es nicht besser, würde man Mike Skinner hier und da als Gastsänger vermuten. Die Ähnlichkeit der Stimmen ist kolossal, und mehr Cockney geht kaum. Trotz aller Querverweise und Spielereien: Der Vierer aus St. Albans schafft es, dem Ganzen stets seine persönliche Note zu verleihen. Auch anno 2009 kann hierzu jeder bestens feiern, der sich zwischen Dancefloor und Hardcore gut aufgehoben fühlt. Mit dem viel gescholtenen Schlumpf-Techno hat das nichts mehr zu tun. Das ist einen Applaus wert.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Juggernauts
  • No sleep tonight
  • Gap in the fence

Tracklist

  1. Common dreads
  2. Solidarity
  3. Step up
  4. Juggernauts
  5. Wall
  6. Zzzonked
  7. Havoc A
  8. No sleep tonight
  9. Gap in the fence
  10. Havoc B
  11. Antwerpen
  12. The jester
  13. Halcyon
  14. Hectic
  15. Fanfare for the conscious man

Gesamtspielzeit: 50:27 min.

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