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Bruce Springsteen - Working on a dream

Bruce Springsteen- Working on a dream

Columbia / Sony BMG
VÖ: 23.01.2009

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

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Die zweite Vereidigung

Springsteen kann wieder Flagge zeigen. War das Cover von "Born in the USA" jahrzehntelang als ironischer Wink mit Hang zur Sentimentalität zu verstehen, kann der Protoamerikaner sich damit nun die Freudentränen aus den Augenwinkeln wedeln. Relikt eines langen Weges von Reagan zu Obama. Das Programm "Working on a dream" kommt pünktlich zur bislang freudigsten Stunde Amerikas im 21. Jahrhundert. Und verballert die Klischeeträumereien, das Hoffen auf eine bessere Welt und die Neuerfindung des amerikanischen Traums.

Selbstverständlich eine Ehrensache für den "Boss", die Bestandsaufnahme in die eigenen Hände zu nehmen. Mit dem Schmiss der "Magic"-Tour und der unverwüstlichen E Street Band kommt das Resultat ungemein frisch, modern und umarmend daher. Das Opus "Outlaw Pete" bringt zur Eröffnung schon das allermeiste auf den Punkt: viel Dramatik, ein wenig Kitsch, große Melodien und Zitate aus mindestens 60 Jahren Popgeschichte. Ausgerechnet das verheißungsvolle Titelstück reicht sich Standardhymne vollkommen aus. Die einzige Schlichtheit der Platte.

Es wird gepoltert und gelärmt, um Springsteens 60. Geburtstag noch eine Weile hinzuhalten. Das gutgelaunte "Surprise, surprise" etwa, dass sich am seidenen Faden zur Trivialität entlang hangelt und dabei soviel Druck entwickelt, dass man es mit all seinem Optimismus durch den Körper jagen will. "May the rising sun caress / And bless your soul for all your life." Das unendlich schöne "The last carnival" hat schon wieder die nötige Schwere und die zaghafte Akustikgitarre, die zu Tränen rühren kann.

Mit dem ergreifenden "The wrestler", dem Golden Globe verzierten Stück, das herzzerreißend den Kreis zum großartigen Anfang schließt, ritzt Springsteen nochmals die gleiche Wunde auf, die er einst mit "Nebraska" vernarbte. Es bleibt dabei: Springsteen hat den Finger an der Zeit, ist als Chronist des amerikanischen Lebensgefühls unersetzlich und kann noch immer mit der Aura seines ganz eigenen Fatalismus rühren. "Working on a dream" ist sein mittlerweile 24. Album und es wirkt so frisch, wie damals, 1975, als er erkannte, weshalb er loslaufen musste. Es ist eine neue Welt, in der sich Springsteen austoben kann. Und das ist unser aller Glück.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Outlaw Pete
  • The last carnival
  • The wrestler

Tracklist

  1. Outlaw Pete
  2. My lucky day
  3. Working on a dream
  4. Queen of the supermarket
  5. What love can do
  6. This life
  7. Good eye
  8. Tomorrow never knows
  9. Life itself
  10. Kingdom of days
  11. Surprise, surprise
  12. The last carnival
  13. The wrestler

Gesamtspielzeit: 51:30 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Sick
12.02.2009 - 10:18 Uhr
Du nennst das variantenreich, ich nenne das schnulzig banal.
Ich glaube so schlecht war er seit Human Touch nicht mehr.
musie
12.02.2009 - 13:48 Uhr
es stimmt, dass ein völlig banales/einfaches lied wie tomorrow never knows auch von jack johnson stammen könnte. und suprise, suprise ist sicher textlich banal, aber da gehts ja auch um die einfache (spiel)freude. this life mit seinem orchestralen einfluss find ich spitze, so einen springsteen-song gabs noch nie, und die drei in der rezension genannten highlights sind sowieso schon klassiker und keineswegs schnulzig.
Torsten
21.02.2009 - 21:47 Uhr
Also irgendwie versteh nich die vielen negativen Meinungen auch nicht. This Life (auch wenn es sehr an Beach Boys orientiert ist), My Lucky Day, Tomorrow Never Knows, The Last Carnival und The Wrestler sind zweifellos sehr gute Songs.
Zwar sind auch einige (wirklich nicht sehr gute) Songs (Life Iself, Kingdom Of Days) dabei, aber auf welchen Springsteen Album waren die nicht zu finden.
Als Fazit würde ich das Album als sehr abwechslungsreich, gerade auch durch seinen spontan-intuitiven (wenig nachproduziert) Touch als sehr abwechslungsreich und gelungen bezeichen.
bartel(d.E.)
14.03.2009 - 11:32 Uhr
Viel besser als urprünglich gedacht. Gewachsen. 7 minimum.
Kaimon
28.02.2012 - 19:54 Uhr
Der Springsteen kann einem mit seiner Volksschulmentalität wirklich auf den Geist gehen. Wobei es
mir überhaupt fraglich erscheint, ob der Springsteen jemals eine Schule besucht hat.
Vielleicht wird er gerade deshalb vom einfachen, ungebildeten Volk als Halbgott verehrt.Psychologisch
ist das einigermaßen erklärbar: Springsteen rebellierte in seiner Jugend einerseits gegen seinen Vater
und versuchte ihm so wenig wie möglich zu gleichen; andererseits übernahm er dessen Werte aus der
Arbeitswelt (u.a. Misstrauen gegenüber Intellektuellen) sowie dessen Begeisterung für Autos. Diese
Ambivalenz kennzeichnet auch sein Verhältnis zur Musik.
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