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Ten Kens - Ten Kens

Ten Kens- Ten Kens

Fat Cat / One Little Indian / Rough Trade
VÖ: 05.12.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nichts wird gut

Weil Bands wie The Vines und The Subways ihre Karren gerade noch rechtzeitig vor die Wand gefahren haben, ist uns ein weitreichendes Grunge-Revival auch 2008 wieder erspart geblieben. Selbst der 20. Sub-Pop-Geburtstag mit all seinen Reunions und Rückblicken konnte daran nichts ändern. Man trägt zwar längst wieder Flanellhemd, hält sich sonst aber raus aus allem, was einem im schlimmsten Fall als Alternative Rock ausgelegt werden könnte. Zu viel ist schief gelaufen von 1994 bis 2001, zu viele haben zu wenig verstanden, und deshalb ist jetzt selbst eine Band wie Ten Kens erst mal vorsichtig. Ihr Debütalbum, das in beinahe drei Jahren Entstehungszeit mehrere Neuorientierungen und Wiedergeburten durchlaufen musste, ist nun endgültig fertig oder wenigstens dafür erklärt worden. Und es ist keine Grunge-Platte.

Trotzdem lässt sich nicht bestreiten, dass Ten Kens zumindest mit der Idee flirten. Sie walzen metallische Riffs aus, sind Punks in Herz und Herangehensweise und könnten sogar in einem Stadion funktionieren, wenn man vorher das ganze Bier rauspumpen und nur frustrierte SV-Meppen-Fans reinlassen würde. Schon im Opener "Bearfight" verbindet sich gesunde Härte mit melodischer Unseligkeit und einer gewaltbereiten Teenage-Angst-Geschichte. Solche Themen reißen Ten Kens aber lieber an, statt da ins Detail zu gehen - konkret ist hier vor allem die Musik, die Präzision der garstigen Gitarren und die Hetzjagd-Atmosphäre im Spoken-Word-Geisterrock von "The alternative biker". Bemerkenswert überhaupt: Für eine Band aus Toronto lassen Ten Kens nicht viel übrig von Ideen wie Gutmenschlichkeit, Verbrüderung und Alleswirdgut.

Ihre "Bababa"s und "Lalala"s treibt der blanke Hass - aber selbst wenn man dahinter alte Grunge-Ideale vermuten wollte, bliebe die Frage, was dann das "Eruption"-für-Anfänger-Intro zum besonders zerstörungswütigen "Spanish fly" soll, die Reggae-Gitarre in "Refined" oder das Klavier von "I really hope you get to retire", das einen in trügerischer Harmonie aus der Platte schaukeln will. Natürlich endet auch diese Idee an einer Wand aus sechs Saiten und Distortion. Der Spieltrieb von Ten Kens aber findet immer wieder einen Weg hindurch oder dran vorbei. Er stellt sich nicht nur gegen die allgemeine Schwere und Schwierigkeit ihrer Platte, sondern macht sie letztlich auch zu einer sehr modernen, gegenwärtigen Band. Wieder kein Grunge-Revival also - wir kreuzen die Finger für 2009.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Bearfight
  • Spanish fly
  • Prodigal sum
  • Worthless & oversimplified ideas

Tracklist

  1. Bearfight
  2. Downcome home
  3. Refined
  4. Y'all come back now
  5. Spanish fly
  6. The alternative biker
  7. Prodigal sum
  8. Worthless & oversimplified ideas
  9. The whore of revelation
  10. Your kids will know
  11. I really hope you get to retire

Gesamtspielzeit: 40:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Pascal
28.12.2008 - 15:56 Uhr
@m.caliban: Ja, der Rest kann mithalten. Bearfight ist zwar sowas wie die offensichtliche Single, aber im Endeffekt muss davor auch keines der anderen Songs zurückschrecken.
keiler
19.06.2009 - 15:55 Uhr
So, endlich, endlich, habe ich die Platte! 7/10 ist wirklich zu wenig, aber darüber zu diskutieren macht ja bekannterweise eh keinen Sinn. Verwundernd, dass hier noch niemand meinen klaren Hit der Scheibe genannt hat: "Ya'll Come Back Now"! Tolle Hookline und das Video ist sooo bezaubernd.
Bonzo
02.11.2010 - 21:49 Uhr
Auch "For Postery" ist mal wieder so überragend.

Kann die nicht mal jemand booken?
Vashyron
09.10.2012 - 14:00 Uhr
Unglaublich, wie diese Band mit ihrem zweiten Album hier untergegangen ist. "For Posterity" ist geschlossener als das Debüt und wird mir als eines der besten Alben des Jahres 2010 im Gedächtnis bleiben.
Unglaublich
09.10.2012 - 14:01 Uhr
spannend
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