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Pendulum - In silico

Pendulum - In silico

Warner
VÖ: 30.05.2008

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Dumm'n'Bass

Großbritannien ist auch nicht mehr das, was es mal war. Zuerst erscheint Prinz Harry im Naziaufzug auf einer Kostümparty, dann versagt mit England das Mutterland des Fußballs in der EM-Qualifikation, und schließlich blamiert sich der vermeintlich letzte Hort guter Popmusik auch noch mit Scooter an der Spitze der Singlecharts. Und nun kommt's einigen Drum'n'Bass-Foren zufolge mit Pendulum auch noch knüppeldick für die Albumcharts, in denen es schon eines von Rick Rubin recycelten amerikanischen Schnulzensängers bedurfte, um noch so gerade eben die australische Melange aus Linkin Park und Party-Drum'n'Bass von der Spitze fernzuhalten.

Schon über "Hold your colour", das Debütalbum der mittlerweile in London lebenden Band, durfte man geteilter Meinung sein. Auf der einen Seite eines der meistverkauften Drum'n'Bass-Alben aller Zeiten, auf der anderen Seite mit seinem bollernden Jump-up-Style stellvertretend für die musikalische Stagnation dieses einst so innovativen Genres. Der Nachfolger "In silico" wagt nun mit Gesang und Gitarren den Spagat zwischen Drum'n'Bass und Rock, wofür es seitens der Szene ordentlich Prügel gibt.

Über die herbe Kritik dürfen sich Pendulum nicht beschweren. Slammende Beats, sirenengleiche Bombastkeyboards und eingängige Melodiebögen wie bei "Showdown" oder "Granite" mögen zwar so manche Partycrowd zum Schreien bringen, aber sie folgen wie schon frühere Tracks dem immergleichen Schema. Das können auch Spielereien wie die Mariachi-Trompeten im Intro zum hymnischen "Propane nightmares" oder die sakralen Orgeln im gleichen Stück nicht kaschieren. So haben die Songs auf "In silico" zwar häufig Hitqualitäten, lassen aber, vom elektronisch aufgepeppten Allerweltsgesang des Keyboarders Rob Swire gar nicht erst zu reden, jegliche Seele oder ebenso echte Düsternis völlig vermissen. "Midnight runner" schafft mit rollenden Beats und spacigen Keyboards mal ein wenig Atmosphäre, schaltet aber pünktlich wie die Tagesschau wieder auf die übliche Masche um.

Während die wenigstens halbwegs funktioniert, wird's bei "The other side" und "Mutiny" dann doch richtig gruselig. Das eine mischt Daft-Punk-mäßigen Vocodergesang, eine Allerweltsmelodie und heruntergepitchte Brabbelstimmen mit Düdelgitarren, das andere kleistert Horrorfilm-Reminiszenzen mit mehrstimmigem Harmoniegesang, einem Gary-Moore-Gedächtnissolo und einem mehr schlecht als recht bei den Klaxons geklauten Riff zu einem selten hässlichen Lurch von einem Song zusammen. Auch die mit orientalischen Elementen durchsetzten Liquid-Funk-Beats von "9000 miles" besitzen so viel strahlenden Glanz wie ein rostiger Eisenträger. Das können Größen wie Nu:Tone, High Contrast oder gar erst LTJ Bukem deutlich besser. Bei denen können Pendulum aber vielleicht mal ein Praktikum machen. Und nebenbei Gitarren und Vocoder wieder auf den Speicher stellen.

(Harald Jakobs)

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Highlights

  • Showdown
  • Midnight runner

Tracklist

  1. Showdown
  2. Different
  3. Propane nightmares
  4. Visions
  5. Midnight runner
  6. The other side
  7. Mutiny
  8. 9000 Miles
  9. Granite
  10. The tempest

Gesamtspielzeit: 58:00 min.

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