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Scott Reynolds & The Steaming Beast - Adventure boy

Scott Reynolds & The Steaming Beast- Adventure boy

Rookie / Boss Tuneage / Cargo
VÖ: 08.02.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Storytellerwäscher

"Who do I think I am? Beethoven or Chopin or Bon Jovi or something?" Um Scott Reynolds mal ein bisschen auf die Sprünge zu helfen: Er ist ein Typ im besten Alter aus Austin, Texas und war von 1989 bis 1993 Vorstand dieser nicht ganz unbekannten Punkformation mit dem bescheiden in Großbuchstaben gemeißelten Namen ALL, die ursprünglich aus den verbleibenden Musikern der Descendents hervorging, nachdem deren Leadsänger es vorgezogen hatte, sich seinem Biochemie-Studium zu widmen (tatsächlich kein Euphemismus). Reynolds hingegen studierte weiterhin fleißig das Frontmann-Dasein bei Goodbye Harry, den Pavers und noch circa einem Dutzend anderer Bands. Zur Abwechslung lud er dann irgendwann ein paar gute Freunde ein - u.a. Steve Drozd von den Flaming Lips, sowie deren Stammproduzenten und Mercury-Rev-Gründungsmitglied Dave Fridmann, und puzzelte mit ihnen sein Solodebüt zusammen.

An Reynolds' Punk-Vergangenheit erinnert auf "Adventure boy" höchstens "Rumplestiltskin" mit seinem dezent ungestümen Schlagzeug, vielleicht auch noch die haarscharf angeschrägte Bass-Muskelspielerei "Line check". Der Rest allerdings ist ein bisweilen schrulliges, dabei aber stets melodiöses und liebenswertes Indie-Konglomerat, zusammengehalten von einer fantastischen Feinstschmirgelpapier-Stimme und von Geschichten, die so oder so ähnlich wirklich jedem passieren könnten. Bloß: Nur wenige können sie so erzählenswert erzählen wie Scott Reynolds. Gleich zu Beginn stellt er Gene Beeman vor, dessen waldgrüner Ford Granada das Zeitliche segnet, was zu allem Übel auch noch den Teufel in der Rolle eines unmoralischen Abschleppdienstes auf den Plan ruft. Die Gitarre schwankt zappelnd zwischen Blues-Rock, Power-Pop und Jazz-Akkorden, aber Gene bleibt standhaft. Und bereut es natürlich hinterher.

Trotzdem heißt das nächste Lied, eine gut abgehangene Country-Nummer, "Angel" - Insidern bereits aus dem Repertoire von Goodbye Harry bekannt. Klavierspielen ist nicht unbedingt Reynolds' große Stärke, wohl aber sein wunderbar furchtloser Dilettantismus, der das Piano-Instrumental "Scaffold Lick" dann doch noch genießbar macht. "The boy who stole your heart" und "Tracy Hardman's cheek" lassen mit hübschen 60s-Pop-Anleihen suboptimal verlaufene Teenie-Romanzen Revue passieren. Während sich "Adventure boy" mit der, nun ja, bislang auch eher suboptimal verlaufenen Musikerkarriere des Protagonisten auseinandersetzt, der in den durchweg unterhaltsamen und ausführlichen Liner-Notes augenzwinkernd erläutert: "I really thought I'd be a tremendous success by now. Or, at the very least, that this journey would have come to a satisfactory end. However, I'm sorry to say, the adventure continues..." Leid tun muss ihm das nun wirklich nicht.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Jesus, Satan, Gene Beeman, his car & Pizza Hut
  • The boy who stole your heart
  • Tracy Hardman's cheek

Tracklist

  1. Jesus, Satan, Gene Beeman, his car & Pizza Hut
  2. Angel
  3. The boy who stole your heart
  4. Scaffold Lick
  5. Line check
  6. Tracy Hardman's cheek
  7. Rumplestiltskin
  8. Adventure boy
  9. None of this is funny
  10. The truth teller's soul

Gesamtspielzeit: 33:38 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Susu
26.03.2008 - 12:48 Uhr
Was ist denn mit euch los? Da haut der Herr Reynolds so ein feines Power-Folk-Pop-Rock-Album raus, und keinen interessierts? Woran liegts?
Susu
11.04.2008 - 22:39 Uhr
Also nun bin ich aber echt verdutzt! Keiner hier, dem das Album gefällt?
Scott Reynolds
11.04.2008 - 22:40 Uhr
Nein, ich habe versagt.
Susu
11.04.2008 - 23:16 Uhr
Ja, auf voller Linie ;-)
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