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These New Puritans - Beat pyramid

These New Puritans - Beat pyramid

Domino / Indigo
VÖ: 25.01.2008

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Der Tanz des Pythagoras

Wohin des Weges, Popmusik? Die Rock-Dinosaurier krepieren in ihren Schlössern und zehren von der Kreativität einer längst vergessenen Zeit. Die mystische Legendenbildung der Helden des Plattenschranks wird von rasanten digitalen Binärcodes Wurzel erstickt. Die medialen Popstars von heute sind die Sozialversager von morgen. Und die deutschen Indie-Recken von Slut können vom Erlös ihrer schicken neuen Platten allem Anschein nach nicht einmal ihre Mieten bezahlen. Die Musikjournale pfeifen es von den Dächern: Früher war alles besser. Und die Musik von These New Puritans noch vor drei Jahren gänzlich undenkbar.

In der Realität angelangt, schreit die brennend heiße und just etablierte Sparte namens "New Rave" heiser nach Aufmerksamkeit. Das sich neu ordnende und selbsternannte Proletariat schickt die elektrisierenden Klaxons durchs Neonlicht, lauert The Sunshine Underground zwischen Speed und Verstörung kurz vor dem Tagesanbruch auf und tanzt sich zu den Rakes die Röhrenjeans unter die Haut. Was mit These New Puritans nun aus dem Bier- und Schweißdunst der Nacht hervorquillt, treibt die Wucht der erwähnten Mitstreiter auf die Spitze. All diese Bands scheißen gemeinsam auf dem Starrummel, bilden eine Allianz des Zwielichtigen und zerschlagen das Establishment der Musikmillionäre. Also, zumindest wenn es nach ihnen geht.

"Beat pyramid" kracht so laut und unvermittelt wie ein zersplittertes Nasenbein. Ein waghalsiger Beat durchkreuzt das Singgeschrei von Jack Barnett, der kräftezehrende Bass von Thomas Hein mauert sich in der Magengegend seiner Zuhörer ein, und Schlagzeuger George Barnett explodiert in einem Gewitter aus Beat-Angriffen. Die Sampler- und Synthesizer-Attacken von Sophie Sleigh-Johnson, die sich wie ein eingeklemmter Nerv bemerkbar machen, machen rasend. Der Druck ist statisch wie ein gleichschenkliges Dreieck, und die Melodien sengen wie Brandlöcher. Dieses Quartett ist im Schnitt 19 Jahre alt und so aufgebracht wie ein ganzer Aufstand zur Zeit der Industrialisierung.

Titel wie "Swords of truth", "C. 16th +-" oder "Mkk3" irritieren zunächst mit ihrer Seltsamkeit, schlagen aber schon bald mit Arrangement-Vielfalt zurück, zerlegen mit unglaublicher Energie die erhofften Ruhepausen und veredeln den ganzen Strukturwahn mit halsbrecherischen Melodien. Man ergötze sich nur am sinuskurvigen "Navigate colours", am epileptisch kreischenden "4 pound" oder dem irrwitzigen "Numerology (AKA Numbers)". Brutale Kinnhaken, kurz und schmerzhaft. Dieses Album mag nach 35 Minuten vorbei sein. Das Fieber danach aber wird bleiben.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Numerology (AKA Numbers)
  • 4 pound
  • Navigate colours

Tracklist

  1. ...ce I will say this twice
  2. Numerology (AKA Numbers)
  3. Colours
  4. Swords of truth
  5. Doppelgänger
  6. C. 16th +-
  7. En papier
  8. Infinity ytinifni
  9. Elvis
  10. 4 pound
  11. Mkk3
  12. 4
  13. Navigate colours
  14. H
  15. Costume
  16. I will say this twi...

Gesamtspielzeit: 35:11 min.

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