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The Shadow Project - A beauty to fight for

The Shadow Project- A beauty to fight for

Nr One / Indigo
VÖ: 13.07.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Belichteten

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Oder in dessen Ohr. Abseits allzu hektischer Betriebsamkeiten basteln The Shadow Project aus dem beschaulichen Suffolk seit einigen Jahren mit kleinen und klitzekleinen Einzelteilen herum, um daraus eine möglichst knuddelige Klangwand zu bauen. Die Gitarren perlen zu federnden Steckdosengrooves, Synthesizer und Loopmaschinen zwitschern fröhlich, und ab und an steigt jemand auf ein Verzerrpedal. Trotz der Namensgleichheit mit Rozz Williams' Christian-Death-Nebenprojekt denkt bei "A beauty to fight for" schnell niemand mehr an gotische Dramatik.

Oberflächlich betrachtet sind die zutraulichen Tonleitern und handzahmen Beats der fünf Briten kaum zu mehr in der Lage als zum kurzfristigen Erfreuen der Zielgruppe. Der Titel des Openers "All the pretty things" scheint Programm zu sein, wenn The Shadow Project tänzelnde Singlenotes und schwebende Synthflächen ineinander verweben. Ein Kreiseln um Dur und Moll, das seinen hypnotischen Nebeneffekt aus dem meist pulsnah getakteten Tempo zieht.

Shoegazing, Postrock und Indietronics schleichen umeinander. Selten nur säuseln ein paar menschliche Stimmen. Doch was man anfangs für niedlichen Laptopkitsch halten darf, bekommt mit zunehmender Länge des Albums genau jene Schatten ab, für die der Bandname schon steht. Melancholische Breitseiten säen Skrupel in die gegenwärtige Romantik. Risse verlaufen erst parallel zum Schönklang und perforieren ihn dann. Das gemächliche "Voices" zerfällt unter gesprochenen Unflätigkeiten. Und in "Accept what you destroy" bringt gar der Todestrieb das Blut in Wallung.

"A beauty to fight for" gleicht einem Strom, der die Musik mit sich fließen lässt. Er lässt die Klänge brodeln und abebben. Er spült sie durch Strudel und bricht sie in sanfter Brandung. Da sind feuchte Augen sicherlich kein Zufall. Doch trotz der ständig spürbaren inneren Zerrissenheit dominiert eine friedliche Ausstrahlung. Das kann nur das Werk jener Schönheit sein, die diesen Konflikt überhaupt erst angestoßen hat: "A beauty to fight for."

(Oliver Ding)

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Highlights

  • ...And all is fine
  • Accept what you destroy
  • A beauty to fight for
  • Voices

Tracklist

  1. All the pretty things
  2. Never come down
  3. We found ourselves…
  4. …And all is fine
  5. Being here (So confusing)
  6. Accept what you destroy
  7. A beauty to fight for
  8. Voices
  9. Your sky's on fire
  10. Don't be a stranger

Gesamtspielzeit: 57:25 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Beefy
07.08.2007 - 11:29 Uhr
Hehe, sehr schön sogar! Kann dir ja beim nächsten MSN-Treff was schicken.
mkf
28.08.2007 - 12:29 Uhr
So nun habe ich es auch seit gestern. Und was soll ich sagen, noch besser als gedacht, kratzt eventuell sogar an einer 9/10. Ziemlich abwechslungsreich für eine "Post-Rock"-Platte
Lars Vegas
28.08.2007 - 16:09 Uhr
(6/10)
und das auch nur bei guter laune
toolshed
16.08.2010 - 04:06 Uhr
So schön. Ein Bild von einem Album. Schade nur dass ihr Debüt ihr einziges bleiben sollte.
Beefy
27.05.2011 - 13:07 Uhr
Sollte es anscheinend doch nicht. Sie sind wieder zurück.
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