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Bibi McBenson - Warten auf den Bumerang

Bibi McBenson - Warten auf den Bumerang

Bibis Schweinelabel
VÖ: 15.09.2006

Unsere Bewertung: Ohne Bewertung

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Deine Stimme zählt

Das schlechte Gewissen

In der Unterwelt hat es heftig gebrodelt. "Große Zeiten stehen bevor", war zu vernehmen. Neuartige Musik, Hypnose im Oktavenschritt. Nervöses Zucken in Berlin, Hamburg ist vom Juckreiz befallen. Während die Ungewißheit Deutschland heimsucht und in Kalifornien das epochale "Chinese democracy" eingespielt wird, lichtet sich der Schleier der Vernunft. Mit vielem wurde gerechnet, einiges vermutet. Und doch konnte es keiner erahnen. Die Älteren unter uns werden sich mit Grauen erinnern, die Jüngeren vor Schreck erstarren. Die Geldbeutel festhalten, den nächsten Stuhl sichern. Vorsicht ist geboten. Denn es ist so weit: Bibi McBenson is back!

Aus dem Exil warnte er mit verschlüsselten Botschaften, wir wußten, es würde geschehen. Irgendwann. Jetzt hat er uns am Schlafittchen. Unerkannt und im Lichte der sorglosen Spaßgesellschaft hat er sich einem unserer liebsten Songwriter aufgezwungen. Einem Dämonen gleich befiel Bibi McBenson ihn, spielte seine derben musikalischen Unverfrorenheiten auf Band und nutzte die technologische Neuentwicklung des Internets, um seine Botschaft zu verkünden. Ahnungslose Nutzer luden sich, in Vorfreude badend, nichts Böses ahnend, die aktuelle Veröffentlichung von Olli Schulz & Der Hund Marie aus den Tauschbörsen auf ihre Rechner und erhielten nicht deren neues Album "Warten auf den Bumerang", sondern: Haß! Angstausbrüche, Schockzustände und eine ansteigende Rate anonymer Alkoholiker ist das Ergebnis. Die ganzen Hintergründe und das Corpus Delicti können mutige Menschen hier bestaunen.

Gemeinsam mit seinen von der Polizei gesuchten Komplizen, dem fiesen Nails Lippers, dem miesen Mabo Sonson und dem unerfreulichen Slanzy Gambler, gibt er Zunder auf die Freßlatte. Ein derbes Abmetzeln des guten Geschmacks, eine Verunglimpfung der treuen User unzähliger Tauschbörsen des Internets. Mit unlauteren Mitteln, einer schlecht gestimmten Gitarre und dem brachialsten Schlagzeug seit "Sign of the hammer" von Manowar, treten lautstarke Unglaublichkeiten wie "In jede Richtung" oder, das Superlativ der Aggression, "Medizin" die zarten Ohrhärchen in den Eimer. Vermeintliche Balladen wie "Wenn das Leben dich beißt" geraten zur Folterkammer der Moral, strahlender Pop wie "Was macht man bloß mit diesem Jungen" zum angeekelten Mundverzerren.

Die Hausmittel der Großmutter helfen nichts, Ignoranz ist unmöglich. Bibi McBenson hält uns in seinen ungepflegten Griffeln gefangen, glotzt durch seine fettige Sonnenbrille auf unser Gewissen. In diesen Zeiten sollten Kinder zur Schule gebracht, die Keller mit Gulaschsuppe belagert und Vertrauen geprüft werden. Der Schrecken sitzt tief im Nacken, das Grauen grinst uns durch seine Zahnlücken ins verängstigte Gesicht. Die zeitgenössische Musik trägt einen Virus in sich, ihr letztes Stündchen scheint zu schlagen. Bibi McBenson - eine Krankheit unserer Zeit. Und ein Objekt des Zorns. Heiser schreit er in die Nacht heraus: "Nehmen / Nehmen / Nehmen / Immer willst Du alles nehmen / Geben willst Du nichts / Und ich hab' nicht soviel!" Ihr wißt, was Euch blüht.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Kleine Meise, großes Herz

Tracklist

  1. In jede Richtung
  2. Wenn die music nicht so laut wär'
  3. Keiner hier bewegt sich (wir fallen)
  4. Unsichtbarer Vogel
  5. Schritt für Schritt
  6. Medizin
  7. Rückspiegel
  8. Wenn das Leben dich beißt
  9. Was macht man bloß mit diesem Jungen?
  10. Armer Vater
  11. Kleine Meise, großes Herz

Gesamtspielzeit: 32:40 min.

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