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Solomon Burke - Nashville

Solomon Burke- Nashville

Shout Factory / Snapper / SPV
VÖ: 06.10.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Tennessee

Die Wiege des Pop liegt in Tennessee. Als der Blues aus Memphis und der Country aus Nashville sich zusammenrauften, eroberte der Rock'n'Roll die Welt. Solomon Burke, der Dreizentner-Mann aus Philadelphia mit der noch mindestens doppelt so schweren Stimme, hatte maßgeblichen Anteil daran, auch wenn ihm selbst der ganz große Erfolg immer verwehrt blieb. Doch durch die begeisternde Erdigkeit von "Don't give up on me" und das sehnsüchtige "Make do with what you got" wurde in den letzten Jahren sogar die rootsaffine Indiecrowd auf den mittlerweile 66-jährigen König des Rock'n'Soul aufmerksam.

"Nashville" hat nun selbst eine Mission. Die Stadt, in deren Schoß dieses Album entstand, habe seine Seele berührt. Ehrensache, daß Burke sich nun revanchieren will. Mit den Mitteln dieser Stadt verteilt er Familienpackungen an Gänsehaut und Herzenswärme. Rudimentär schubbernd wie in "That's how I got to Memphis", entspannt groovend wie in "Millionaire" oder leidenschaftlich wie in Don Williams' "Atta way to go", das trotz des Säuselns von Al Perkins' Pedalsteel vor allem dem Blues Rechnung trägt. Und sich dabei reichlich Trinkgeld verdient.

Was da in Buddy Millers Wohnzimmer entstanden ist, versprüht einen ähnlichen Charme wie Bruce Springsteens "We shall overcome - The Seeger sessions". Und das nicht nur, weil bei der aufgescheuchten Bluegrass-Lesung von Springsteens "Ain't got you" ein steifer Wind geradewegs aus den Appalachen herüberweht. Die aufgeräumten Arrangements streicheln sanft, barmen aus voller Brust und holpern immer dann, wenn es eben sein muß. Sie lassen dabei reichlich Platz für Burkes Organ und laden auch noch ein paar der feinsten Stimmen aus der Gegend ein. Patty Loveless, Patty Griffin und Gillian Welch versüßen die souligen Anwandlungen mit sanften Harmonies, die selbst bei den Rednecks in der Grand Ole Opry für feuchte Augen sorgen. Wenn dann Dolly Parton bei "Tomorrow is forever" auf die Zukunft schwört oder die göttliche Emmylou Harris in "We're gonna hold on" mithaucht, braucht es nicht mal mehr einen Sturm, um alle Dämme brechen zu lassen.

Man spürt in jedem Moment, daß Burkes Leidenschaft fürs Rustikale kein modischer Trick ist. "Nashville" ist eine echte Heimkehr. Schon sein erster kleiner Hit "Just out of reach (of my two open arms)" war ja 1961 das Cover eines Country-Heulers. Doch wie Burke hier mit den typischen Zutaten umgeht, sein eigenes Wesen in die Vorlagen einwebt und ihnen so eine ganz neue Existenz überstülpt, ist famos. Burke tastet sich nicht an die Musik heran, er besitzt sie mit Haut und Haar. In "'Til I get it right" wirkt er fast so zerbrechlich wie der späte Johnny Cash. Vielleicht ist "Nashville" nicht die beste Americana-Platte des Jahres. Aber mindestens die beseelteste.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • That's how I got to Memphis
  • Tomorrow is forever (with Dolly Parton)
  • Ain't got you
  • 'Til I get it right

Tracklist

  1. That's how I got to Memphis
  2. Seems like you're gonna take me back
  3. Tomorrow is forever (with Dolly Parton)
  4. Ain't got you
  5. Valley of tears (with Gillian Welch)
  6. Honey where's the money gone
  7. Atta way to go
  8. Millionaire
  9. Up the mountain (with Patty Griffin)
  10. Does my ring burn your finger
  11. Vicious circle
  12. We're gonna hold on (with Emmylou Harris)
  13. You're the kind of trouble (with Patty Loveless)
  14. 'Til I get it right

Gesamtspielzeit: 49:08 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Wolfgang Amadeus Mozart persönlich
06.11.2006 - 01:10 Uhr
Natürlich.
Wolfgang Amadeus Mozart persönlich
06.11.2006 - 01:14 Uhr
Komme beruflich viel rum.
rico
06.11.2006 - 07:55 Uhr
"schade, dass all die pisser, die zwar johnny cash hören aber sonst keinen country, das hier nicht anfassen werden"

Mensch, du Oberpisser, ich hab schon Solomon gehört da hast du noch in die Windeln geschissen.
Oliver Ding
06.11.2006 - 21:14 Uhr
"Nashville" ist tatsächlich meiner Meinung nach die Country-Platte des Jahres. Denn Adams' "29" war ja kein Country.
logan
13.12.2007 - 18:06 Uhr
Immer noch so begeistert von dem Ding?
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