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Iron & Wine | Calexico - In the reins

Iron & Wine | Calexico - In the reins

Touch & Go / Overcoat / Soulfood
VÖ: 12.09.2005

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Die Konföderierten

Was ist Schönheit? Eleganz. Ästhetik. Anmut. Charme. All das und doch nichts davon? Möglicherweise. Es geht aber auch anders. Denn Schönheit kann auch einfach nur das sein, was auf "In the reins" zu hören ist. Sam Beam alias Iron & Wine hat sieben wunderbare Songs geschrieben und sie mit den ebenso wunderbaren Calexico aufgenommen. Manchmal ist alles so einfach.

"In the reins" ist tatsächlich derart federleicht, daß es förmlich über dem Boden schwebt. Kein Wunder bei soviel gegenseitiger Sympathie. Denn ebenso wie Beam den Wüstenfolk aus Arizona schätzte und schon sein erstes Album "The creek drank the cradle" mit Calexico aufnehmen wollte, verliebten sich Joey Burns und John Covertino in jenes Iron-&-Wine-Debüt. Das Schwierigste nun an diesem gemeinsamen Minialbum war denn auch die Koordination. Doch dann ging alles wie im Flug.

Auch wenn - oder vielleicht gerade weil - Beam mit Calexico genau wie auf der ebenso berückenden EP "Woman king" eine ausgewachsene Band hinter sich weiß, vermeiden die Arrangements jedwede Überfrachtung. Sie sind behutsam, wo Zärtlichkeit gefragt ist, butterweich, wo es Rücksichtnahme braucht, und genau dort verspielt, wo zuviel Sanftheit die Wirkung verpuffen ließe. Calexico sind immer für Beams Songs da und bestechen vor allem da, wo sie den ihnen gebührenden Platz einfach freilassen. Luft zum Atmen, Atem zum Luftanhalten.

Es ist kaum ein wirklich herausragender Moment dieser Platte der bittersüßen Tagträume und sehnsüchtigen Höhenflüge auszumachen. Zu herrlich sind alle sieben Songs. "In the reins" hat eigentlich nur einen Fehler: Es ist viel zu kurz. Gerade erst ist man vom Tänzeln der Gitarren in "He lays in the rains" begrüßt worden, als schon Pedalsteel und Mundharmonika aus "Prison on Route 41" miteinander Slo-Waltz tanzen und augenzwinkernde Hörner aus "History of lovers" einen saftigen Southern Rock machen. Hinter dem trockenen Blues von "Red dust" wartet schon das über beide Ohren verliebte "16, maybe less". "Call it predictable, yesterday my dream was of you", heißt es dort, bevor "Burn that broken bed" den Sonnenuntergang herbeibläsert. Beim abschließenden "Dead man's will" brechen schließlich alle Dämme. So einfühlsam, so sanftmütig, so ermutigend klangen wohl noch keine letzten Worte an die Lieben. "Please say it's not too late / Now that I'm dead and gone." Eine sanft lächelnde Marimba feiert leise den Abschied. Denn das Leben ist so schön wie der Tod.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • He lays in the reins
  • Prison on Route 41
  • History of lovers
  • 16, maybe less

Tracklist

  1. He lays in the reins
  2. Prison on Route 41
  3. History of lovers
  4. Red dust
  5. 16, maybe less
  6. Burn that broken bed
  7. Dead man's will

Gesamtspielzeit: 27:41 min.

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