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The Go-Betweens - Oceans apart

The Go-Betweens- Oceans apart

Tuition / Al!ve
VÖ: 25.04.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Losgelöst

Tatsächlich sind die Go-Betweens ein "Unfinished business", wie an dieser Stelle schon einmal ein Song vom 2003er-Album "Bright yellow bright orange" zitiert wurde. Die Herren Forster und McLennan lassen sich mit dem Ende hoffentlich noch viele, viele Jahre Zeit. Einzige Bedingung dafür: Sie müssen weiterhin alle zwei Jahre ein derart überzeugendes Album vorlegen, wie "Oceans apart" es ist. Denn in gewohnter Zuverlässigkeit präsentieren uns die beiden Australier - zum wiederholten Male unterstützt von Adele Pickvance am Baß und Glenn Thompson an den Trommeln - zehn eigenwillige Popsongs, die die Qualität dieser Band manifestieren. Kleine, unaufgeregte und bisweilen unspektakuläre Melodien, perfekt umgesetzt, lässig präsentiert.

Das übliche "Fünf Songs Du, fünf ich"-Spiel beginnt Robert Forster mit dem treibenden "Here comes a city". Er erzählt von seiner letzten Zugfahrt von Regensburg nach Frankfurt, davon, daß Leute, die Dostojewski lesen, auch meist genauso aussehen und von den Zeichen der Macht in der Metropole am Main. Es sind seine letzten Eindrücke von Deutschland, wo er einige Jahre gelebt hat. Denn es zog ihn zurück nach Australien, in die Heimat. Daraus ergibt sich, daß auch die Band fortan wieder als eine solche funktioniert - mit gemeinsamen Proben und beständigem Gedankenaustausch. Es ist diesem Album durchaus positiv anzuhören.

Die ruhigeren, emotionaleren Stücke waren schon immer Grant McLennan vorbehalten. "No reason to cry" ist so ein hymnischer Singalong, der inhaltlich Rückschau hält auf eine weit in der Vergangenheit liegende Beziehung zu einer Frau. Wehmut, Leere und Lust am Leiden werden plastisch. Kernstück des Albums jedoch bildet das herrlich-weitschweifige "Darlinghurst nights". Auch dies ist ein tiefer Blick in die persönliche Geschichte,auf Gegebenheiten und Menschen, die wichtig waren und die Eindrücke, die sie hinterlassen haben. Mit jeder Strophe steigert sich das Stück, gewinnt an Dynamik und Tiefgang. Die Gitarren treten zwar beständig auf die Bremse, doch die Rhythmusgruppe wird immer fordernder, bis zum großen Finale furiose Bläser letzte Zweifel hinwegfegen. Es bleibt die Gewissheit, daß gute Popmusik funktioniert. Jenseits von Jugendwahn und Szeneschranken. Denn Qualität ist zeitlos.

(Joerg Utecht)

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Highlights

  • Here comes a city
  • Darlinghurst nights

Tracklist

  1. Here comes a city
  2. Finding you
  3. Born to a family
  4. No reason to cry
  5. Boundary rider
  6. Darlinghurst nights
  7. Lavender
  8. The statue
  9. This night's for you
  10. The mountains near Dellray

Gesamtspielzeit: 39:03 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Herr
04.07.2012 - 22:31 Uhr
Ok, ich danke für den Tipp.
Werde mir ohnehin "Adele & Glenn" zulegen, schon allein wegen des musikalischen Kosmos rund on die Go-Betweens.
Hogi
04.07.2012 - 22:38 Uhr
Das Far out corporation-Projekt von Grant ist auch recht interessant...Die Jack Frost-Sachen mit Kilbey hast Du ja sicherlich;-)
Herr
04.07.2012 - 22:50 Uhr
Far Out Corporation ist mir völlig neu!

Ja, Jack Frost habe ich - über Kilbey und The Church öffnet sich eine weitere Galaxie ...

Auch nett (wenn auch nicht mehr als das):
Cleopatra's Wong (Band der damaligen go-Betweens Frauen Lindy und Amanda) mit ihren zwei EP's 1991 (Egg) und 1993 (Cleopatra's Lament).
Hogi
05.07.2012 - 10:07 Uhr
Der letzte von Grant eingesungene Song ist übrigens nicht von den Go-Betweens, sondern Actress on a Mattress auf dem GB3-Album Emptiness is our businnes …nur so mal nebenbei zur Abrundung deines Kosmos;-)
brovataw
27.10.2012 - 03:59 Uhr
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