Samiam - Astray
Burning Heart
VÖ: 28.08.2000
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
Deine Stimme zählt
Der rechte Weg
Jede Musikrichtung hat ihre heimlichen Helden. Während sämtliche Sterne-Alben in der Hamburger Schule-Sammlung zum guten Ton gehören und keine Indie-Rock-Sammlung ohne Motorpsycho-Platte auskommt, hat jeder Noise-Rock-Fan, der wirklich etwas auf sich hält, mindestens ein Fugazi-Album in seine persönliche Bestenliste aufzunehmen. Im Bereich des Emo-Punks haben den Status der ewigen Untergrund-Stars die Veteranen von Samiam inne, die sich bereits seit 1988 auf fünf Alben, einigen EPs und unzähligen Touren die Finger wundspielen, um im Laufe der Neunziger kommerziell von Rotzlöffeln wie Green Day oder Blink 182 überrollt zu werden. Das hat man davon, wenn man statt auf Provokation auf ehrliche Gefühle setzt und statt Plakativität die Musik und nur die Musik in den Vordergrund stellt.
Bescheidenheit ist eine Zier, und Samiam wissen diese auf "Astray" auf entzückende Weise zu kultivieren. Genau wie das unbeholfen gezeichnete Cover ist auch das Album einmal mehr ein Meisterwerk des Understatements. Sein Scherfchen dazu beigetragen hat diesmal auch Produzent Tim O'Heir, der sich bereits für großartig zurückhaltende Schrammel-Kleinode von Sebadoh oder Folk Implosion verantwortlich zeigte. Nie werden auf "Astray" die Gitarren richtig böse, dafür aber auch nur einmal richtig leise. Das romantische "Curbside" ist das genaue Gegenteil der titelgebenden Bordsteinkante, ein liebevoll einschmeicheldes Klagelied, das Steine zum Erweichen bringen kann.
Anders als bei so vielen Punkbands stehen bei Samiam seit jeher die Emotionen über allem, was auf "Astray" in Verbdindung mit den einschmeichelden Gitarrenwänden sein übriges zur Eingängigkeit beiträgt. "Statt voll auf die Zwölf mitten ins Herz" heißt die Devise. Die Anhänger der Band wissen ohnehin genau, was sie an ihren Idolen haben. Auch das neue Album ist wie ein kaltes Pils. Man weiß genau, was einen erwartet, es ist leicht bekömmlich, läuft runter wie Öl und verströmt ein angenehmes Gefühl durch den ganzen Körper. Ideal zum kleinen Genuß nebenbei. Mit dem Unterschied, daß nicht nur Kopfschmerzen ausbleiben, sondern auch der Kater danach. Und so bleibt mir nur noch, eindringlich vor der Suchtgefahr zu warnen und allen, die davor nicht zurückschrecken, ans Herz zu legen, mit diesem Album schnellstmöglich auf Abwege ("Astray") zu geraten.
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Highlights
- Calloused
- Curbside
Tracklist
- Sunshine
- Wisconsin
- Super Brava
- Mud hill
- Paraffin
- Calloused
- Mexico
- Dull
- Curbside
- Bird bath
- How long
- Why do we
Gesamtspielzeit: 44:16 min.
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Referenzen
Hot Water Music; The Get Up Kids; Jimmy Eat World; Elliott; Millencolin; Pollen; The Goo Goo Dolls; Promise Ring; Nerf Herder; Propagandhi; Jets To Brazil; Mineral; Pennywise; No Use For A Name; Sugar; Doughboys
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