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Nina Persson - Animal heart

Nina Persson - Animal heart

Lojinx / Al!ve
VÖ: 14.02.2014

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Deine Stimme zählt

Lang lebe die Königin

Man muss es eigentlich ganz langsam sagen, um es wirklich fassen zu können, um es zu begreifen: 20 Jahre. 20 Jahre, ihr halbes Leben, ist Nina Persson schon im Geschäft. 20 Jahre, seit sie mit den Cardigans deren Debütalbum "Emmerdale" veröffentlicht hat, mit dem lustigen Hund auf dem Cover, mit der wunderbaren Single "Rise & shine" und unter anderem mit der Neuinterpretation eines Black-Sabbath-Songs. 20 Jahre, in denen sie durch das auf dem Soundtrack zu Baz Luhrmanns Film "Romeo + Juliet" vertretene "Lovefool" zu internationaler Berühmtheit gelangte. In denen sie mit dem Song "Erase / rewind" bewies, dass sie nicht nur süß, sondern auch cool kann. In denen sie uns zum Heulen brachte mit der Pianoversion von "After all". In denen sie Mut zur Veränderung bewies, wie auch auf dem etwas sperrigeren letzten Cardigans-Album "Super extra gravity", welches selbst schon fast ein Jahrzehnt alt ist. In denen sie mit verschiedensten Künstlern zusammenarbeitete: Sparklehorse, The Soundtrack Of Our Lives, Manic Street Preachers oder auch James Iha. 20 Jahre, in denen sie ihre Position als Königin des Schweden-Pops nicht nur einnahm, sondern manifestierte, verteidigte – nachgerade in Stein meißelte.

Umso verwunderlicher ist es, dass mit "Animal heart" nun, 20 Jahre nach dem Beginn ihrer Karriere, Perssons erstes wirkliches Soloalbum unter eigenem Namen erscheint. Sicher, da gab es das Nebenprojekt A Camp, mit dem sie bereits zwei Platten veröffentlichte: Den selbstbetitelten Erstling von 2001 und das etwas experimentellere "Colonia". Doch nun ist Persson auf sich alleine gestellt, ist nicht nur das Gesicht und die Stimme eines neuen Albums, sondern auch für den kompletten Inhalt verantwortlich, für den sie selbst die Entscheidungen treffen musste. Die gute Nachricht: Natürlich weiß die 39-Jährige um die Besonderheit ihrer Stimme und wie sie sie einzusetzen hat. Und klar hat sie ein Händchen für gute Popmusik. Ein kleines Problem mit "Animal heart" gibt es dann aber doch, auch wenn es wirklich nur ein winziges ist : So schön das alles auch klingt, so angenehm die Songs auch sind – irgendwo hat man sie schon einmal gehört. Ob bei den Cardigans oder bei A Camp. Aber auch das müssen andere erst noch schaffen: Persson scheitert an niemand anderem. Nur an sich selbst.

Wobei sie natürlich nicht im eigentlichen Sinne scheitert. Stücke wie etwa das schunkelige "Silver like the moon" mit seinem Sixties-Einschlag und einer geradezu vor Sehnsucht zerfließenden Sängerin gehen tief unter der Haut. "Food for the beast" erinnert anfangs stark an jenes "Lovefool", welches in den kommenden Jahren nach "Romeo + Juliet" Fluch und Segen zugleich für die Cardigans bedeuten sollte, mausert sich dann aber zu einer eigenständigen Indie-Pop-Perle, die sich durchaus hören lassen kann. Da verzeiht man ihr das zwar ganz nette, aber etwas zu sehr auf Nummer sicher gehende Titelstück – gleichzeitig die erste Single – und genauso, dass sich die Themen im Persson-Kosmos auch nach 20 Jahren noch auf das Drumherum von Beziehungen beschränken: Anfang, Weiterentwicklung und Ende. Geschenkt.

In "Burning bridges for fuel" gibt sich die Wahl-New-Yorkerin etwas düsterer, ihre Stimme klingt rauchig, stellenweise sogar kratzig, wenn sie singt: "From the ashes of those fires / There'll be heat / And there'll be work to be done" – es geht schließlich darum, immer weiter nach vorne zu blicken, was angesichts der melancholischen Melodie zunächst ein etwas schwieriges Unterfangen ist. Im beschwingten "Forgot to tell you" hingegen klappt das hervorragend, und wenn Persson das letzte Stück "This is heavy metal" nennt und dann ausgerechnet zu sachte gespielten Klavierklängen mit den Worten "Gold is overrated, it's dead, it can't be traded / It's got nothing on time / This is heavy metal / The dust is gonna settle" Hoffnung macht, huscht einem doch noch ein Lächeln über die Lippen. Wie endete die Rezension zu "Colonia" doch gleich? "Königin Nina I. wird es schon richten." Selbst wenn es nur die eigene Krone auf dem Kopf ist, die für einen Moment etwas schief saß.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Dreaming of houses
  • Forgot to tell you
  • Silver like the moon

Tracklist

  1. Animal heart
  2. Burning bridges for fuel
  3. Dreaming of houses
  4. Clip your wings
  5. Jungle
  6. Food for the beast
  7. Digestiv
  8. Forgot to tell you
  9. Catch me cryin'
  10. The grand destruction game
  11. Silver like the moon
  12. This is heavy metal

Gesamtspielzeit: 41:23 min.

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