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Iggy And The Stooges - Ready to die

Iggy And The Stooges- Ready to die

Fat Possum / PIAS / Rough Trade
VÖ: 26.04.2013

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der Mann hinter der Platte

Iggy Pop ist einfach ein cooler Typ. Darauf kann man sich wohl einigen. Selbst jene Leute, die ihn nur aufgrund des Songs "Lust for life" vom "Trainspotting"-Soundtrack kennen und vielleicht noch aus der Werbung, dürften mit diesem Statement konform gehen. Und wenn man sich einmal anschaut, dass er schon seit über 40 Jahren dieses Image scheinbar ohne großen Aufwand, dafür aber stets mit schlanker Figur aufrechterhält, macht ihn das sogar noch eine Ecke cooler. Sei es die Werbung zum neuen Album mit den Stooges, in der er sich erst poolwälzend über Majorfirmen und anschließend müllsammelnd über Indielabels auslässt, oder auch die nicht von ihm persönlich stammenden Einträge bei Facebook oder Twitter, eines bleibt gleich: Menschen aller Altersklassen lieben den 65-Jährigen. Iggy ist zeitlos. Was man von seiner neuesten Platte nun leider nicht gerade behaupten kann.

Dabei ist er ja nicht doof. Sowohl er selbst als auch seine Band wissen, dass er in kommerzieller Hinsicht keine Chance hat, sich gegen die massenkompatiblen Künstler und Kunstprodukte dieser Tage durchzusetzen. Da bewirkt auch der kleine, etwas lächerliche-Mini-Diss "The Stooges are a real group" in Richtung Billy Corgan und The Smashing Pumpkins ein paar Wochen vor Veröffentlichung des neuen Werkes nichts. Wissen wir doch längst, Iggy. Streitet ja auch keiner ab. Dennoch empfängt man "Ready to die", den Nachfolger zu "The weirdness" von 2007, mit mehr als nur einem leichten Stirnrunzeln. Dabei geht es gar nicht so doof los: Die erste Single "Burn" startet als Opener und erinnert dabei sogar leicht an den Protopunk des letzten wirklich guten Stooges-Albums "Raw power". Auf Zeilen wie "Burn, burn / They're taking over", "Respecter of duty / Is odious to me" und "The man of the future / Is a bully and bruiser" achtet man dabei jedoch lieber nicht so sehr - und leise hört man irgendwo Zack de la Rocha lachen über so viel Gesellschaftskritik und Kriegsanprangerung.

Hat die starke Melodie "Burn" noch über alles andere hinweggeholfen, haben es die meisten anderen Songs von "Ready to die" schon etwas schwerer. Das darauffolgende "Sex & money" lohnt sich direkt zu überspringen, während der etwas halbgare, riffgetriebene Rhythmus von "Gun" wenigstens hängenbleibt - auch wenn er einmal mehr deutlich macht, dass man es hier zwar mit Punkrockern, aber auch mit Herren älteren Semesters zu tun hat. Was auch immer Iggy zum merkwürdig anmutenden Countrysong "Unfriendly world" getrieben hat, lässt er hingegen hoffentlich bald wieder sein - da kommt selbst das wirklich gelungene "Beat that guy" mit seinem starken Gitarrensolo am Ende fast schon zu spät. Der Titeltrack rettet das Album in die zweite Hälfte, und wenn Iggy dann trotz des gutmeinten Rates zum Schluss wieder seinen Cowboyhut aufsetzt und sich durch "The departed" nuschelt, ist dem Hörer längst bewusst, was die Stooges noch nicht wissen: Einige Dinge lässt man lieber ruhen - auch wenn es schwerfällt.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Burn
  • Ready to die
  • Beat that guy

Tracklist

  1. Burn
  2. Sex & money
  3. Job
  4. Gun
  5. Unfriendly world
  6. Ready to die
  7. DD's
  8. Dirty deal
  9. Beat that guy
  10. The departed

Gesamtspielzeit: 35:04 min.